Auf den gängigen Social-Media-Plattformen gehen Videos von verunglückten Tesla Cybertruck s immer wieder viral. Rein optisch macht der kantige Elektro-Pickup dabei häufig einen nicht so robusten Eindruck. Dass dies aber nicht mehr ist, als ein Eindruck, hat der Elektroautohersteller nun bewiesen. Tesla unterzieht das umstrittene Fahrzeug einem umfangreichen Crashtest.
Laut diesen Tests erfüllt der Cybertruck höchste Sicherheitsstandards für Fahrzeuginsassen. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) vergibt dem Fahrzeug sogar eine Fünf-Sterne-Bewertung, worauf Tesla das Video des Tests veröffentlicht. Das Video zeigt die Bemühungen des Herstellers, den Truck immer sicherer zu machen.
Tesla setzt auf eine harte Edelstahlkarosserie, die im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen kaum verformbar ist. Kombiniert mit einem tiefen Schwerpunkt durch die Bodenbatterie, sorgt das für eine hohe Stabilität bei Kollisionen. Die Tests wurden mit einem 2024 Cybertruck Cyberbeast durchgeführt und im vergangenen Dezember von der kalifornischen Firma Applus Idiada Karco Engineering durchgeführt.
Was besonders auffällt: Die Crashtest-Dummies zeigen, dass der Cybertruck bei Frontal- und Seitenaufprallen wenig Energie in den Fahrgastraum überträgt. Auch die Airbagsysteme und das automatische Notbremssystem spielen eine zentrale Rolle beim Schutz der Insassen. Doch bei aller Sicherheit für die Fahrer und Mitfahrer bleibt eine Frage weiterhin offen. Wie sicher ist der Cybertruck für Fußgänger?
Fußgängerschutz ist ausbaufähig
Die extreme Robustheit des Cybertrucks könnte für Fußgänger eine Gefahr darstellen. Während herkömmliche Autos bewusst Knautschzonen integrieren, um Aufprallkräfte abzudämpfen, gibt Teslas Design wenig nach. Ein harter, kantiger Stahlkörper ist für einen Fußgänger oder Radfahrer weniger verzeihend als eine abgerundete Front mit energieabsorbierenden Materialien.
Ein weiteres Problem ist die hohe Frontpartie. Sollte ein Fußgänger angefahren werden, besteht ein höheres Risiko, dass er nicht auf die Motorhaube rollt – wie es bei klassischen Fahrzeugen. Stattdessen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er auf den Boden geschleudert wird und im schlimmsten Fall unter die Räder gerät.
Tesla setzt auf Technik statt Knautschzonen
Tesla kontert diese Bedenken mit technologischen Lösungen. So verfügt der E-Pickup über ein spezielles Kollisionswarnsystem, das Fußgänger frühzeitig erkennt und das Fahrzeug automatisch abbremst. Aber natürlich weiß man nicht, ob die Software allein den physischen Nachteil des starren Edelstahl-Chassis ausgleichen kann. Behörden könnten hier kritisch nachhaken. In Europa gelten strengere Vorschriften für den Fußgängerschutz als in den USA – eine Straßenzulassung könnte dort schwieriger werden, falls der Cybertruck in Tests schlecht abschneidet.