Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Vierzylinder-Diesel aus Japan so selten wie Currywurstbuden in Tokio. In den USA und Japan ließen sich kleine Diesel einfach nicht verkaufen, und nur für die Stückzahlen in Europa war die Entwicklung zu teuer. Diese Zeiten sind längst passé. Inzwischen spielen die japanischen Hersteller fleißig mit auf dem Selbstzünder-Gebiet.
Mitsubishi ASX mit neu entwickeltem Dieselmotor
Als Neuling betritt jetzt Mitsubishi das Terrain. Kaufte man dort früher noch bei VW Pumpe-Düse-Varianten ein, so nagelt im neuen Crossover-SUV Mitsubishi ASX eine Eigenentwicklung. Und was für eine: Der 150 PS starke 1,8-Liter tritt als erster Turbo-Selbstzünder mit variabler Ein- und Auslassgeometrie an. Als positiver Nebeneffekt konnte das Verdichtungsverhältnis auf ein relativ niedriges Niveau von 14,9:1 gesetzt werden. Das senkt die Emissionswerte: Der Mitsubishi ASX erfüllt die Euro 5-Norm. Noch schöner ist aber, dass das Kompaktmodell im Test nach einer kleinen Anfahrschwäche unter 2.000 Touren spritzig losgeht, munter am Gas hängt und sich auch von 4.000er-Drehzahlen nicht demotivieren lässt. Für einen ersten Wurf präsentiert sich das Common-Rail-Aggregat in prächtiger Form. Gute Laufruhe und ein angemessener Verbrauch von 8,2 Litern passen ins positive Bild.
Der Crossover wandelt auf den Spuren des Nissan Qashqai
Aber wie sieht es mit dem Mitsubishi ASX selbst aus? Als Crossover-Modell wandelt er auf den erfolgreichen Spuren des Nissan Qashqai. Der japanische Konkurrent hat den Geschmack des Publikums getroffen, indem er das im Gegensatz zu einem Geländewagen schon abgesoftete SUV-Prinzip nochmals abgemildert hat. Mit dem Einstiegs-Benziner ist der Mitsubishi ASX ein Fronttriebler. Vier angetriebene Räder sind nur für den Diesel erhältlich. Der Fahrer wählt aus drei Antriebsprogrammen: 4WD Auto für maximale Traktion bei allen Fahrbedingungen, 2WD für Vorderradantrieb und 4WD Lock für konstante Kraftverteilung. Das Interieur des Mitsubishi ASX macht optisch einen aufgeräumten Eindruck. Die Instrumente sind gut ablesbar, die Sitze bequem, aber seitenhaltarm und das große Infotainmentsystem für Europäer nicht immer logisch strukturiert.
Beim Handling mehr SUV als Kompakter
Schlimmer ist aber der penetrante Kunststoff-Geruch, der im Mitsubishi ASX hängt wie dichter Morgennebel. Ein Odeur, das die sehr kunststofflastige Anmutung noch unterstreicht. Beim Raumangebot holt sich der zu 70 Prozent vom Outlander abgeleitete Mitsubishi ASX im Test viele Sympathien wieder zurück. Er wirkt sogar auf der Rückbank luftig, bietet mit 419 bis 1.219 Liter Laderaum (bei umgeklappter Rückbank) allerdings weniger Maximalvolumen als der Nissan Qashqai (1.513 Liter).
Beim Handling und Bremsen wird der Mitsubishi ASX dann wieder mehr SUV als Kompakter: Spürbar wankt er in die Kurven hinein, lässt um die Mittellage der Lenkung Präzision vermissen, um dann deutlich über die Vorderräder nach außen zu schieben. Alles auf der unkritischen, aber mehr komfortablen als agilen Seite. Leider bauen auch die Bremsen des Mitsubishi ASX im Test bei dauerhafter Belastung im Verzögerungsvermögen ab. Das darf bei einem knapp 30.000 Euro teuren Auto nicht passieren.
Mitsubishi ASX 1.8 DI-D+ 4WD Instyle | |
Grundpreis | 31.890 € |
Außenmaße | 4295 x 1770 x 1625 mm |
Kofferraumvolumen | 419 bis 1219 l |
Hubraum / Motor | 1798 cm³ / 4-Zylinder |
Leistung | 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min |
Höchstgeschwindigkeit | 198 km/h |
0-100 km/h | 11,6 s |
Verbrauch | 5,6 l/100 km |
Testverbrauch | 7,8 l/100 km |