Der Alfa Romeo Tonale PHEV vereint italienisches Design mit Plug-in-Hybrid-Technologie und verspricht sowohl Fahrspaß als auch Effizienz. Doch im Dauertest zeigt sich, dass der Tonale im Alltag einige kleinere Schwächen aufweist, die die Nutzung gelegentlich erschweren. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Tonale ein interessantes Fahrzeug, das sich durch seine Sportlichkeit und elegante Ausstrahlung auszeichnet. Wir werfen einen Blick auf die praktischen Aspekte des Fahrzeugs und untersuchen, wie sich der Tonale in verschiedenen Alltagssituationen schlägt.
Der Alfa Romeo Tonale PHEV bietet eine elektrische Reichweite von etwa 70 km, was für viele Pendler ausreichend ist, jedoch etwas hinter der WLTP-Angabe von 80 km zurückbleibt. Diese Reichweite im Elektromodus ist auf Kurzstrecken durchaus nützlich, könnte jedoch auf längeren Fahrten, insbesondere bei höherem Verbrauch auf der Autobahn, etwas enttäuschen. Hinzu kommt, dass der Ladeprozess manchmal ins Stocken gerät – besonders wenn der Tonale während des Ladevorgangs entriegelt wird. Diese gelegentlichen Ladeunterbrechungen können die Ladezeiten verlängern, sind aber in der Regel beherrschbar.
Technische Assistenzsysteme und Fahrverhalten:
Der Tonale bietet zahlreiche Assistenzsysteme, die den Fahrkomfort erhöhen. Allerdings zeigen sich kleine Schwächen bei der Bedienung des adaptiven Tempomaten. In einigen Fällen kommt es zu unerwarteten "Phantombremsungen", die den Fahrer verunsichern können. Ebenso reagiert die Lenkung auf der Autobahn manchmal zu empfindlich, was zu kleinen Lenkkorrekturen führt, die das Fahrgefühl etwas beeinträchtigen. Diese Probleme sind zwar nicht gravierend, könnten aber auf längeren Fahrten störend wirken. Positiv hervorzuheben ist jedoch die präzise Steuerung des Fahrzeugs im Allgemeinen, die auf kurvigen Strecken und in städtischen Umgebungen eine gute Performance bietet.
Das Infotainment-System des Tonale bietet viele Funktionen, die jedoch nicht immer so benutzerfreundlich sind, wie man es sich wünschen würde. Besonders die Bedienung der kleinen Tasten auf dem Touchscreen, etwa für die Sitz- und Lenkradheizung, kann bei kalten Temperaturen schwierig sein, wenn die Finger weniger präzise sind. Auch die Spracherkennung funktioniert nicht immer zuverlässig, was dazu führt, dass der Fahrer auf manuelle Eingaben angewiesen ist. Diese kleinen Unannehmlichkeiten beeinträchtigen zwar das Nutzererlebnis, sind aber nicht unüberwindbar. Die Gestaltung des Systems ist modern und optisch ansprechend, sodass es sich insgesamt gut in das Fahrzeugkonzept einfügt.
Praktische Aspekte im Alltag
Der Alfa Romeo Tonale hat einen relativ großen Wendekreis, was das Rangieren in engen Stadtstraßen erschwert. Besonders bei häufigen Parkmanövern in urbanen Gebieten fällt dieser Aspekt negativ auf. Auch die Empfindlichkeit der Kameras und Sensoren gegenüber Schmutz führt gelegentlich zu Einschränkungen der Assistenzfunktionen. Ein Wischer für die Kameras kann hier schnell Abhilfe schaffen, jedoch ist dies im Alltag eine eher unpraktische Lösung. Zudem sammelt sich Schmutz an den Schwellerbereichen an, was besonders bei nassen Bedingungen unangenehm sein kann.
Der Alfa Romeo Tonale PHEV ist ein Fahrzeug, das vor allem mit seinem italienischen Charme und seiner sportlichen Ausstrahlung überzeugt. Die praktischen Schwächen, wie die Reichweite, die Ladeprobleme und die kleine Unzuverlässigkeit der Assistenzsysteme, sind zwar vorhanden, beeinträchtigen jedoch nicht das gesamte Fahrerlebnis. Wer ein Fahrzeug sucht, das sowohl im Stadtverkehr als auch auf Landstraßen eine gute Figur macht, wird mit dem Tonale zufrieden sein – vorausgesetzt, man kann kleinere technische Hürden in Kauf nehmen. Insgesamt bleibt der Tonale ein attraktives Angebot für Fahrer, die Wert auf Design und Fahrdynamik legen, ohne auf moderne Hybrid-Technologie verzichten zu müssen. Wer auf hohe Reichweiten und eine 100 Prozent fehlerfreie Technik angewiesen ist, sollte jedoch die ein oder andere Einschränkung beachten.