Nissan EV-Zukunft: Produktion und Gigafactory in England

49 Sek. • 30.06.2021

Nissan präsentiert EV36Zero

Nachdem Allianz-Partner Renault seinen Elektrofahrplan bereits ausgerollt hat, ziehen jetzt die Japaner mit der Vision EV36Zero nach. Dieser Plan sieht den Aufbau eines milliardenschweren EV-Kompetenzzentrums im britischen Sunderland vor. Zusammen mit seinem Batteriepartner Envision AESC und der Stadt Sunderland wollen die Japaner zunächst rund 1,17 Milliarden Euro in das Projekt investieren.

Als Teil der milliardenschweren Ankündigung wird Nissan bis zu 493 Millionen Euro in die Produktion eines vollkommen neues vollelektrischen Fahrzeugs investieren. Beim angekündigten Crossover-Modell könnte es sich um den neuen Nissan Ariya handeln. Denkbar ist aber auch ein Nachfolger des Nissan Leaf. Der neue Crossover baut auf der CMF-EV-Plattform der Allianz auf und wird von Sunderland aus in die europäischen Märkte exportiert. Sein Produktionsvolumen beträgt bis zu 100.000 Einheiten.

Die Fertigung wird rund 900 neue Arbeitsplätze im Werk Sunderland und mehr als 4.500 in der britischen Lieferkette schaffen. Zusätzlich werden weitere 75 Jobs in der Forschung und Entwicklung gesichert.

Batteriepartner Envision AESC baut für das neue Modell am Standort Sunderland eine zweite Batteriefabrik und investiert in eine neue Gigafactory für die Batterietechnologie der nächsten Generation rund 525 Millionen Euro. Die Gigafactory bietet zunächst eine Kapazität von neun Gigawatt (GWh) und schafft 750 neue Jobs. Bis 2030 ist der Ausbau in weiteren Schritten auf bis zu 25 GWh denkbar. Die potenzielle Maximalkapazität an diesem Standort wird mit 35 GWh beziffert. Das Werk entsteht im International Advanced Manufacturing Park (IAMP), der an das Nissan Werk angrenzt. Bereits seit 2012 unterhält Envision in Sunderland ein Batteriewerk, das Energiespeicher für den Leaf und den e-NV200 herstellt.

Die Stadt Sunderland unterstützt die Nissan-Ansiedlung mit einem sogenannten "Microgrid", das 100 Prozent erneuerbaren Strom für die Produktion stellt und jährlich 55.000 Tonnen CO2 einspart. Mit der Möglichkeit, die bestehenden Wind- und Solarparks von Nissan einzubeziehen, könnten nach ersten Plänen bis zu zehn Solarparks mit einer voraussichtlichen Leistung von 132 Megawatt (MW) entstehen. Sie werden direkt an das britische Stromnetz angeschlossen, um den Nissan-Standort und den angrenzenden Industriepark zu versorgen. Geplant ist auch ein 1-MW-Batteriespeichersystem, das aus gebrauchten Nissan/Envision AESC EV-Batterien besteht. Die Investitionen für den Microgrid werden auf rund 93 Millionen Euro beziffert.

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