Studie zu Blitzermarathon: Wirkung nicht nachhaltig

Studie zu Blitzermarathon
Wirkung auf Verkehrsverhalten nicht nachhaltig

Radar, Blitzer, Blitzanlage, Polizei
Foto: Reinhard Schmid

Wie der Spiegel berichtet, flossen in die im Dezember 2019 veröffentlichte Studie der Universität Passau Forschungsdaten der Landesämter für Statistik zu 1,5 Millionen Unfällen in den Jahren 2011 bis 2014 ein, sowie die Daten zu allen Blitzermarathon-Tagen und anderen Blitzern an den übrigen Tagen im untersuchten Zeitraum. Ebenfalls ausgewertet wurden unter anderem begleitende Presseartikel, Twittermeldungen sowie Google-Anfragen zum Thema.

Blitzer-Aktionen nur mit Kurzzeitwirkung

Das Ergebnis ist ernüchternd. Zwar führen die Blitzermarathons sowie die begleitenden Kampagnen Autofahrer dazu, während des Aktionszeitraums langsamer zu fahren, eine nachhaltige Wirkung auf das Verkehrsverhalten sei aber nicht auszumachen. Im Zeitraum des Blitzermarathons sinken laut Studie die Unfallzahlen um 7,5 Prozent. Selbst im Vorfeld zum Blitzermarathon ist eine Abnahme der Unfallzahlen um 4,5 Prozent zu beobachten. Die dadurch eingesparten gesellschaftlichen Kosten beziffert die Studie auf 9,5 bis elf Millionen Euro. Der Erziehungseffekt verpuffe allerdings bereits am Tag nach dem Blitzermarathon wieder.

Eine Studie der RWTH Aachen zum Thema bescheinigt dem Blitzermarathon eine geschwindigkeitssenkenden Wirkung um durchschnittlich bis zu drei km/h. Allerdings sei auch dieser Effekt nach etwa zwei Wochen nicht mehr messbar.

Nur permanente Kontrollen würden das Fahrverhalten nachhaltig ändern, dabei dürften die Kontrollen aber nicht stationär, also berechenbar, stattfinden. Nicht gemessen und geblitzt werden Sie übrigens an den mittlerweile weit verbreiteten blauen Säulen, denn die gehören zum Lkw-Mautsystem und erfassen keine Geschwindigkeiten (Blaue Blitzer blitzen nicht).