Porsche ruft eine insgesamt vierstellige Anzahl des Modells 911 zurück. Die betroffenen Autos verteilen sich auf zwei Aktionen, die unterschiedliche Modelljahre und Märkte betreffen. Einer von ihnen ist auch für Europa beziehungsweise Deutschland relevant. Das bestätigte ein Porsche-Sprecher auf Nachfrage. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) führt ihn aktuell allerdings noch keinen entsprechenden Rückruf in seiner Datenbank.
1. Rückruf: Sicherheitsgurte Fondsitze
Der größere Rückruf umfasst in Deutschland 222 und in anderen europäischen Ländern weitere 486 Exemplare des 2023er-Porsche 911. Hinzu kommen in den USA der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zufolge 279 Fahrzeuge, die zwischen dem 17. Februar und 13. September 2023 gebaut wurden. Bei diesen insgesamt 987 Autos sind die Schrauben für die hinteren Sicherheitsgurtschlösser möglicherweise nicht richtig angezogen, weil aufgrund eines Montagefehlers die in diesem Bereich verwendeten Aluminium-Butyl-Matten zur Geräuschdämmung falsch positioniert wurden. Durch Temperaturunterschiede und Vibrationen kann sich die Schraubverbindung im Laufe der Zeit lösen und im Falle eines Unfalls komplett abgetrennt werden.
Um das Problem zu lösen, werden die Händler die Schraube des hinteren Gurtschlosses überprüfen sowie festziehen und die Aluminium-Butyl-Schallschutzmatte bei Bedarf kostenlos neu anbringen. An die amerikanischen Kundinnen und Kunden werden die Benachrichtigungsschreiben vom 11. April an verschickt. Die NHTSA-Kampagnennummer dieses Rückrufs lautet 25V-078. Porsche führt die Aktion unter dem internen Code ASA0. Eine KBA-Referenznummer ist noch nicht bekannt. Alle betroffenen Fahrzeuge sind noch von der Porsche Neuwagengarantie abgedeckt.
2. Rückruf: Frontscheinwerfer
Der etwas kleinere Rückruf, nämlich 878 Autos, betrifft den Porsche 911 des Modelljahres 2025 (siehe Video nach dem zweiten Absatz) und nur den US-Markt. Laut NHTSA kann ein Software-Fehler im Steuermodul der Frontelektronik dazu führen, dass die Scheinwerfer trotz Abblendlichts den Gegenverkehr blenden. Konkret sorgt die Software bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte und Geschwindigkeiten unter 60 km/h dafür, dass das Abblendlicht auf der Fahrerseite um 0,57 Grad abgesenkt wird. Dadurch erfüllen die betroffenen, zwischen dem 19. Juni und 9. Dezember 2024 gebauten Fahrzeuge nicht mehr die Anforderungen des "Federal Motor Vehicle Safety Standard" (FMVSS).
Porsches US-Händler werden die vom Zulieferer Bosch stammende Software des Steuermoduls für die Frontelektronik kostenlos aktualisieren. Die Benachrichtigungsschreiben an die Besitzerinnen und Besitzer werden ebenfalls voraussichtlich ab 11. April 2025 verschickt. Die NHTSA-Kampagnennummer dieses Rückrufs lautet 25V-079. Porsche führt die Aktion unter dem internen Code ASA1.