Reifenpanne – was nun? Zehn Tipps:
1. Professionelle Hilfe suchen
Vor jedem Reparaturversuch mit Reifendichtmittel nach Möglichkeit Pannendienste, Fachwerkstätten oder Reifenhändler kontaktieren. Denn sie sind in der Lage, den defekten Reifen dauerhaft zu reparieren oder auszutauschen.
2. Fremdkörper im Reifen belassen
Einen eingefahrenen Nagel zunächst im Reifen belassen und Luftdruck in kurzen Abständen kontrollieren und korrigieren. So kann eventuell noch eine Fachwerkstatt erreicht werden.
3. Immer erst die Anleitung lesen
Soll das Pannenset eingesetzt werden, die Anleitung besser vor Reparaturbeginn im Auto und nicht erst auf der Fahrbahn lesen – und beachten. Beschädigungen der Reifenseitenwand können grundsätzlich nicht repariert werden.
4. Absichern
Bei allen Reparaturen in Fahrbahnnähe sind Warnblinker, Warndreieck und Warnweste Pflicht. Zusätzliche Leuchten sorgen nachts für mehr Sicherheit. Personen, die nicht unmittelbar am Fahrzeug arbeiten, sollten zur Sicherheit abseits– etwa hinter der Leitplanke – Schutz suchen.
5. Für sauberen Untergrund sorgen
Im Schmutz abgelegte Ventileinsätze können schnell undicht werden.
6. Schadenstelle des Reifens zur Reparatur nach unten drehen
So kann das Dichtmittel die Beschädigung direkt erreichen. Fahrzeug anschließend bis zur Abdichtung nur vorsichtig bewegen.
7. Dichtmittel richtig verteilen
Bei kleineren Beschädigungen in Reifenschulter und -flanke kann es gelingen, durch vorsichtige Kurvenfahrt das Dichtmittel zum Abdichten an die Schadstelle zu bringen.
8. Luftdruck überwachen
Reifenluftdruck nach Reparatur zur Sicherheit in kurzen Abständen prüfen.
9. Dichtmittelmenge bei Räderwechsel dem Bedarf anpassen
Oft ist die Serien-Dichtmittelmenge bei Umrüstung auf Breitreifen zu gering. Laut Continental sollten für Reifen bis 205 mm Breite rund 300 ml Flüssigkeit, für 245er rund 450 ml und für Sportreifen über 245 mm Breite rund 560 ml an Bord sein.
10. Belastungsgrenzen beachten
Fahren Sie nicht schneller und nicht weiter als in den Herstellerangaben empfohlen. Den beschädigten Reifen schnellstmöglich professionell reparieren oder austauschen lassen. Meist werden bei Reparatur oder Neukauf eines Reifens keine zusätzlichen Kosten für die Reinigung der klebrigen Felge in Rechnung gestellt.

Wenn Ihr Auto mit einem Notrad ausgerüstet ist, können Sie dieses im Falle einer Reifenpanne als Notbehelf aufziehen, um zur nächsten Werkstatt zu fahren und das defekte Rad ersetzen zu lassen. Denn im Gegensatz zu vollwertigen Ersatzrädern sind Noträder nicht für den dauerhaften Einsatz bestimmt.
Geschwindigkeitsbegrenzung beachten
Noträder unterscheiden sich bereits optisch von den anderen Rädern, da Reifen für Noträder über eine deutlich schmalere Lauffläche verfügen. Aus diesem Grund gelten für die Nutzung von Noträdern auch besondere Bedingungen, an die Sie sich unbedingt halten sollten. In der Regel dürfen Sie mit dem schmalen Behelfsrad eine Geschwindigkeit von 80 km/h nicht überschreiten. Das geltende Tempolimit ist üblicherweise auf dem Rad oder in der Bedienungsanleitung Ihres Autos vermerkt.
Reifen für Noträder: Die Besonderheiten
Da es im Falle einer Reifenpanne durchaus nützlich sein kann, ein einsatzbereites Notrad an Bord zu haben, sollten Sie die Behelfslösung regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüfen. Beachten Sie, dass die schmalen Reifen für Noträder im Gegensatz zu gewöhnlichen Pkw-Reifen üblicherweise einen Luftdruck von 4,2 bar aufweisen sollten, um die nötige Tragfähigkeit zu gewährleisten.
So finden Sie einen passenden Ersatzreifen
Ist Ihr Notbehelf selbst einmal defekt oder veraltet und daher im Notfall nicht einsatzbereit, sollten Sie den Reifen ersetzen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Pneus ist die benötigte Reifengröße für das Notrad jedoch nicht in der Zulassungsbescheinigung Teil I vermerkt. Orientieren Sie sich daher am auszutauschenden Reifen. Dort finden Sie eine ähnliche Buchstaben-/Zahlenkombination wie auf den vollwertigen Rädern, mit dem Unterschied, dass Reifen für Noträder vorab mit dem Buchstaben "T" gekennzeichnet sind. Das weist auf den nur kurzzeitig erlaubten Gebrauch hin ("Temporary use only"). Ansonsten gleicht der Aufbau der Kombination dem gewöhnlicher Reifen. Eine mögliche Bezeichnung wäre zum Beispiel: T 115/70 R15 90M für einen 11,5 Zentimeter breiten Reifen für Noträder, der auf eine 15 Zoll große Felge passt und den Tragfähigkeitsindex 90 sowie die Geschwindigkeitsklasse M aufweist.