Der Corona-Lockdown hinterlässt immer tiefere Spuren in der Autobranche. Im Januar 2021 gab es 31,1 Prozent weniger Neuzulassungen als im Vorjahresmonat; im Vergleich zum Dezember 2020 lag der Rückgang gar bei 45,5 Prozent. Wenn man diesen abstrakten Zahlen ein Gesicht geben möchte, dann passt ausgerechnet das des Spitzenreiters am besten. Ja, der VW Golf war auch im ersten Monat des neuen Jahres Deutschlands meistverkauftes Auto. Doch bei keinem anderen Modell waren die Verluste derart herb wie beim Wolfsburger Kompakten: Nur 6.404 statt 13.496 Neuzulassungen, das muss auch der weltgrößte Autokonzern erst einmal verdauen.
VW-Modelle und Elektroautos verlieren
Zumal der Golf nicht der einzige Verlierer der Marke ist. Der im Dezember so starke, weil drittplatzierte VW ID.3 stürzte zum Jahreswechsel von 7.144 auf 1.799 Neuzulassungen – bedeutet: nur noch Platz 25. Ähnlich unerfreulich ist der Fall des SUV-Ablegers ID.4 von Position 39 raus aus den Top 100, wobei sich diese Statistik mit der Umstellung von der Fertigung der Einführungs-Editionen auf die regulären Modellversionen erklären lässt. Solche plausiblen Erklärungen gibt es beim Polo nicht, der innerhalb von zwei Monaten von Rang sechs auf 29 abrutschte. Von den 5.359 Neuzulassungen des Novembers sind gerade einmal noch 1.606 übrig.
Doch Volkswagens ID-Modelle sind nicht die einzigen Verlierer aus der Elektroauto-Riege. Der Renault Zoe stürzte zum Jahreswechsel von Platz sechs auf Position 48 (1.166 statt 5.349 Neuzulassungen). Und das Tesla Model 3, im Dezember 2020 noch auf Rang 25 geführt, sieht Deutschlands Top-50-Tabelle aktuell nur aus der Ferne. Ähnlich ergeht es den Dacia-Modellen Sandero und Dokker sowie den beiden Skodas namens Fabia und Kamiq, die allesamt aus den Top 50 herausfielen.
Cupra Formentor als einziger Gewinner
Angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen ist es schwierig, neben Verlierern auch Gewinner in den Neuzulassungs-Charts zu finden. Selbst Modelle, die in der Tabelle aufsteigen konnten, verzeichneten absolut betrachtet weniger Neuzulassungen als im Monat zuvor. Eine große Ausnahme ist der Cupra Formentor. Das erste eigenständige Modell der spanischen Performance-Marke schaffte es nicht nur erstmals in die deutschen Top 50 (Platz 47), sondern konnte seine Neuzulassungen mehr als verdoppeln (von 579 auf 1.191).
Hinweis: Bei der Zulassungsstatistik handelt es sich um die offiziellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg. Die Einteilung in die jeweiligen Klassen erfolgt per Schlüsselnummer über die Hersteller. In der Statistik können auch Modelle erscheinen, die es nicht auf den deutschen Markt gibt, oder nicht mehr gebaut werden. Diese Besonderheit kann bei der KBA-Statistik auftreten, wenn z.B. ausländische Fahrzeuge erstmals in Deutschland zugelassen werden oder Fahrzeuge eine neue Ident-Nr. erhalten.