Erst krachten Bits und Bytes aufeinander, dann echte Kunststoffsteinchen: Der ADAC und die Computerzeitschrift c't wollten wissen, ob echte Crashtests verzichtbar sind. Vielleicht reicht die heutige Rechenpower, um Crashversuche perfekt zu simulieren. Als Testobjekte entschieden sich die Prüfer für zwei Lego-Autos: Ein Porsche 911 GT3 RS sollte einem Bugatti Chiron in die Seite rasen.

Beide Lego-Autos kommen im Maßstab 1:8 zur Crash-Strecke, sind 25 Zentimeter breit, 56 (Porsche) und 57 Zentimeter lang und 17 (Porsche) sowie 14 Zentimeter hoch. Insgesamt bestehen sie aus zirka 6.300 Teilen.

6.300 Einzelteile per Software erfasst
Die Eigenschaften sämtlicher Teile hatten Fachleute vom Simulationsspezialisten Dynamore in einer Software festgehalten und damit dann den Crash an einem Rechner des Hochleistungsrechenzentrums Stuttgart simuliert. Außerdem verfügt das Rechenzentrum über eine sogenannte Cave, in der das Crashgeschehen dreidimensional erlebbar ist.

Beim echten Crashtest im ADAC-Technikzentrum im bayerischen Landsberg knallt der 911 GT3 RS mit 60 km/h auf die B-Säule des Chiron. Der Aufprall ist laut und zerlegt beide Autos beinahe vollständig in ihre tausenden Einzelteile. Mehrere Hochgeschwindigkeits-Kameras zeichneten den Crash mit bis zu 1.000 Bildern pro Sekunde auf.
Das Ergebnis des realen Crashs überrascht die Experten: Nahezu kein Stein bleibt auf dem anderen, das Unfallbild ist verheerend. Die vorherige Simulation hatte deutlich geringere Schäden berechnet.