Leasingangebote unter 100 Euro im Monat nehmen spürbar zu. Was früher als Einstiegspreis für Kleinstwagen galt, umfasst heute auch Elektroautos und kompakte SUV. Doch ein genauer Blick zeigt: Die monatliche Rate allein sagt wenig über die tatsächliche Fahrzeugqualität, technische Ausstattung oder Alltagstauglichkeit aus. Ein Vergleich verschiedener Modelle verdeutlicht, welche Unterschiede sich hinter nahezu identischen Leasingkonditionen verbergen – und für wen welches Angebot überhaupt sinnvoll ist.
Schon der Citroën Ami markiert mit einer Monatsrate von 48 Euro das untere Ende der aktuellen Leasingangebote. Dabei handelt es sich nicht um ein Auto mit viel Platz, sondern um ein elektrisches Leichtfahrzeug der Klasse L6e. Es bietet Platz für zwei Personen, verzichtet auf klassische Sicherheitsausstattungen wie Airbags oder ABS und erreicht eine Reichweite von maximal 75 Kilometern. Der Ami richtet sich damit klar an urbane Nutzerinnen und Nutzer mit sehr kurzer täglicher Strecke.
Dem gegenüber steht etwa ein VW Polo für 99 Euro im Monat. Er wird als Kleinwagen mit konventionellem Benzinantrieb angeboten, verfügt über 80 PS und eine solide Ausstattung. Zur Rate kommt eine moderate Anzahlung von knapp 1.500 Euro hinzu, die Vertragslaufzeit beträgt 36 Monate. Mit einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern eignet sich dieses Angebot bereits für die alltägliche Nutzung über die Stadtgrenzen hinaus.
Elektroantrieb im unteren Preissegment
Für die, die es lieber vollelektrisch wollen, hat der Leasing-Markt einige Angebote für unter 100 Euro parat. Dazu gehört etwa der Dacia Spring mit 45 PS und einer Reichweite von rund 225 Kilometern nach WLTP. Er wird ohne Anzahlung für 87 Euro im Monat angeboten. Auch der Leapmotor T03 fällt in diese Kategorie. Der chinesische Kleinwagen bietet mit 95 PS und 265 Kilometern Reichweite vergleichsweise viel Leistung für den Preis und verlangt ebenfalls keine Vorauszahlung. Beide Modelle eignen sich für den innerstädtischen Einsatz, bieten aber mehr Komfort und Sicherheit als der Ami.
Für ähnliche Raten wie bei den Elektromodellen sind auch klassische Kleinwagen mit Verbrennungsmotor verfügbar. Der Opel Corsa mit 75 PS oder der Suzuki Swift mit Mild-Hybrid-Technologie und 82 PS liegen knapp unter 90 Euro monatlich. Beide Fahrzeuge kommen ohne Anzahlung aus und laufen über 24 Monate. Sie bieten einfache Ausstattung, sind aber technisch bewährt und deutlich vielseitiger als reine Stadtautos.
Einen Sonderfall ist der Fiat 600. Das kompakte SUV mit 100 PS starkem Mild-Hybrid-Antrieb wird für 99 Euro im Monat angeboten – ohne Anzahlung, aber mit begrenzter Jahreslaufleistung. Auch hier handelt es sich um ein Zwei-Jahres-Leasing.
Kompaktmodelle mit Einschränkungen
Besonders auffällig ist das Angebot für den Seat Leon. Der kompakte und beliebte Fünftürer mit 150 PS kostet ebenfalls 99 Euro monatlich, allerdings nur mit einer hohen Anzahlung von 5.000 Euro. Dafür erlaubt der Vertrag 10.000 Kilometer jährlich. Das Angebot richtet sich an Vielfahrer mit Budget, die eine höhere Motorleistung und Komfortausstattung erwarten, bereit sind aber, dafür in Vorleistung zu gehen. Der Opel Mokka als 100-PS-SUV fällt in eine ähnliche Kategorie. Er wird ebenfalls für 99 Euro monatlich angeboten – allerdings ohne Anzahlung, dafür mit Begrenzung der Laufleistung auf 5.000 Kilometer jährlich.
Nutzungsprofil entscheidet
Die Angebote unter 100 Euro pro Monat wirken auf den ersten Blick vergleichbar, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten. Entscheidend ist weniger der Preis als das individuelle Nutzungsprofil. Wer ausschließlich kurze Strecken fährt, kann mit einem elektrischen Leichtfahrzeug wie dem Ami oder einem kompakten Stromer wie dem Dacia Spring gut auskommen. Wer mehr Leistung, Platz oder Komfort benötigt, muss entweder Abstriche bei der Laufleistung oder eine Anzahlung in Kauf nehmen.