Allein die Diagnosen verursachen Schmerzen beim Leser. „Auf der linken Seite ist es eine Oberschenkelhalsfraktur“, sagt ein Orthopäde auf Nachfrage, welche Verletzungen auf dem Röntgenbild genau zu sehen sind. „Rechts ist es eine Luxation des Oberschenkels.“ Der Knochen sei zwar nicht gebrochen, aber nicht mehr in der richtigen Position. Und es könne auch sein, dass die Beine oben sind.

Das sind sie in der Tat, denn das Mädchen, das diese Verletzungen erlitten hat, hatte zuvor einen Kardinalsfehler begangen: Als Beifahrerin wollte sie eine bequeme Sitzposition einnehmen und legte ihre Füße auf das Armaturenbrett. Den Rest kann man sich denken: Es gab einen Unfall, der Airbag explodierte, und die Beine des Mädchens schleuderten nach hinten.
ADAC-Crashtest zeigt die Gefahren
Das Thema wird nun wieder aktuell, seit ein Notfallmediziner aus Südwestengland das oben gezeigte Röntgenbild in den sozialen Netzwerken verbreitete und twitterte: „Es gibt einen Grund, warum wir Sie bitten, Ihre Füße nicht auf das Armaturenbrett zu stellen! Hoffentlich wird dies zur Veranschaulichung beitragen! Füße in den Fußraum – Bitte!“ Das Kind habe den Crash zwar überlebt, aber Verletzungen erlitten, die „mit Sicherheit das Leben verändern“ werden.
Wie gefährlich diese Sitzposition sein kann, hatten der ADAC und ÖAMTC bereits in Crashtests bewiesen – letztmals vor drei Jahren. Ein Video zeigt, wie die Beine des Beifahrer-Dummys durch den Airbag nicht nur nach hinten, sondern auch nach oben durch die Windschutzscheibe geschleudert werden. Kein Wunder: Wenn der Luftsack mit 250 bis 300 km/h explodiert, dann mit derart großer Wucht, dass es sogar zu tödlichen Verletzungen kommen kann. Zumal der Airbag seine Schutzwirkung nicht komplett entfaltet, weil er sich nicht wie geplant öffnet.
Übrigens kann diese Haltung auch zu schweren Kopfverletzungen bis hin zum Schädelbruch führen. Nämlich dann, wenn sich die zurückgeschleuderten Beine und der sich durch die Massenträgheit beim Aufprall nach vorne bewegende Kopf treffen. Selbst wenn der Airbag nicht auslöst, drohen Schmerzen. Durch die leicht nach vorne geneigte Hüfte kann der Gurt nicht mehr richtig arbeiten und der falsch sitzende Beckengurt sogar in den Bauch schneiden.