Neuzulassungen Elektroautos Juli 2022

Neuzulassungen Elektroautos Juli 2022
Zwergenaufstand und VW-Triumph

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Abgekoppelt vom allgemeinen Debakel auf dem deutschen Automarkt, geht es für Stromautos weiter aufwärts. 28.815 Neuwagen mit rein elektrischem Antrieb wurden im Juli 2022 erstmals zugelassen, das entspricht einem Wachstum von 13,2 Prozent gegenüber dem Juli 2021.

Das ist durchaus bemerkenswert, nachdem der Pkw-Markt insgesamt im Juli erneut um -12,9 Prozent einbrach, nur noch 205.911 Pkw-Neuzulassungen meldet das KBA für den Anfang des dritten Quartals. Der Marktanteil der Elektroautos legt dennoch nicht zu, geht im Gegenteil sogar leicht auf 14,0 Prozent zurück (im Mai 14,1 Prozent, im Juni 14,4 Prozent).

Für VW, wo es insgesamt bei den Zulassungszahlen eher nicht so super aussieht, ist der Elektro-Markt ein Lichtblick. Mit insgesamt 4.364 Elektro-Neuzulassungen sind die Wolfsburger klarer Marktführer vor Opel mit 2.635 E-Autos im Juli und Hyundai, hier waren es mit 2.587 E-Zulassungen im Juli nur unwesentlich weniger. Der unvermeidliche Blick zu Tesla sieht vor allem eine Schar Model Y in die Tabelle fahren, allerdings nicht in rekordverdächtiger Anzahl, 1.035 Stück waren es. Die 147 ausgelieferten Model 3 sind dagegen eher eine Randnotiz.

Finale Sonderserie goldene BMW i3 August 2022 BMW Welt München
BMW

Ein Trendsetter und Pionier unter den Elektroautos geht nun endgültig in Rente, allerdings mit erhobenem Haupt. Ende Juni wurde die Produktion des BMW i3 eingestellt, zuletzt gefeiert mit einer allerallerletzten Sonderserie in Gold, die sich in der BMW-Welt München zur Auslieferung einfand. 1.271 BMW i3 wurden im Juli neu zugelassen, das sichert dem Carbon-Stromer den ehrenwerten sechsten Platz in der Tabelle. Und es darf angenommen werden, dass sich der BMW i3 zum ersten echten E-Auto-Klassiker entwickeln wird, wenn die Batterien mitspielen.

Top 20 der E-Autos im Juli 2022

An der Spitze dagegen scheint ein kleiner Stromer die Rolle einzunehmen, die früher von Renault Zoe und den Elektro-Smarts übernommen wurde: Dank wenig Protz, Prunk und keiner sündteuren Riesenbatterie tauglich für das Familienbudget fährt der Fiat 500 E abermals unangefochten auf den ersten Platz. Und mit einem ordentlichen Vorsprung nimmt er bereits Richtung meistverkauftes E-Auto des Jahres Fahrt auf. Dass (vor allem angesichts der noch gültigen Förderprämie) gerade die ganz kleinen Stromer als Zweit- und Drittauto hoch im Kurs stehen, zeigt auch ein weiteres Modell. Der Dacia Spring als elektrisch angetriebene Verzichtserklärung sichert sich im Juli einen Platz unter den Top 10.

Elektrifizierung insgesamt

Das KBA führt auch eine Statistik zu allen alternativen Antrieben bei den neu zugelassenen Pkw und unterscheidet dabei auch die verschiedenen Hybrid-Varianten. Neben den stückzahlenmäßig schwachen Neuzulassungen von Modellen mit Gas- und Wasserstoffantrieb betrifft dies in erster Linie elektrifizierte Pkw. Insgesamt stieg der Marktanteil von alternativen Antrieben im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis Juli 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,0 Prozent auf 44,2 Prozent.

Tabelle: Alternative Antriebe im Juli

Hinweis: Da das KBA bei den alternativen Antrieben neben batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV), Plug-in-Hybriden (PHEV) auch konventionelle Hybridmodelle, Mildhybride mit Startergenerator sowie Fahrzeuge mit Gasantrieb aufnimmt, die hier nicht berücksichtigt werden, unterscheiden sich die Gesamtzahlen bei einzelnen Herstellern von der Summe aus BEV und PHEV. Wir sortieren die Tabelle nach BEV gefolgt von PHEV.

Den höchsten Anteil an alternativen Antrieben von Januar bis Juli 2022, betrachtet bei Marken mit mindestens fünfstelligen Neuzulassungszahlen, hat Volvo mit 91,2 Prozent, gefolgt von Toyota (71,2%) und Audi (68,9%). Unter den deutschen Marken folgt bei den alternativen Antrieben BMW mit einem Anteil von 63,8 Prozent, gefolgt von Mercedes (48,7%).

Bei den rein elektrisch angetriebenen Modellen (BEV) ist VW im bisherigen Jahresverlauf 2022 mit insgesamt 23.251 deutschen Neuzulassungen führend vor Tesla (19.443 Neuwagen) und Hyundai (16.090 Neuwagen)