In Zeiten rigider Testbeschränkungen – im Motorsport allgemein, aber vor allem in der Formel 1 – wird eine gute Simulatorarbeit für Teams und Fahrer immer wichtiger. Gleichzeitig erlangt das Thema Simracing während der Corona-Pandemie einen immer höheren Stellenwert. Hobby-Racer, welche die virtuelle der realen Rennwelt möglichst nahe bringen wollen und es sich leisten können, dürften den Cranfield F1 Simulator ganz oben auf ihrer Wunschliste haben. Denn die britische Firma nutzt die Erfahrungen, die sie während ihrer Zusammenarbeit mit den Profis sammelt, um auch jenen Leuten, die daheim virtuell Gas geben, das bestmögliche Equipment an die Hand zu geben.
Der Simracer sitzt in einem echten Chassis
Wer sich eher im simulierten Monoposto- als im GT-Sport zu Hause fühlt, greift zum F1 Simulator aus dem Hause Cranfield. Den gibt es in drei Versionen: Die statische kostet mindestens 25.500 Pfund (knapp 28.600 Euro). Zum Gegenwert von 59.500 Pfund (etwa 66.700 Euro) kommt schon etwas Bewegung in die Kiste. Aber erst das voll bewegungsfähige und die wahren G-Kräfte simulierende Topmodell für 129.000 Pfund (fast 145.000 Euro) bietet ein Fahrgefühl, das den Piloten denken lässt, im echten Rennauto auf einer echten Strecke unterwegs zu sein.

Zum Tarif eines echten Sport- oder Rennwagens gibt es allerhand Ausstattung. Zum Beispiel das Chassis, das in einer echten Formel 1-Form gebaut wird. Das bedeutet, das auch die Sitzposition jener in einem Königsklassen-Boliden entspricht, die Füße also weit oben positioniert sind. Lenkrad und Pedalerie kommunizieren verzögerungsfrei mit der Software, von der Cranfield sagt, dass sie sich stets auf dem neuesten Stand befindet. Und zwar nicht nur, was die Verfügbarkeit von Autos und Strecken angeht. Nein, auch in Sachen Grafik und Fahrphysik.
Bewegung um die Längs- und Hochachse
Um Letztere so realistisch wie möglich darzustellen, muss im Cockpit alles lebensecht spürbar sein. Um das zu gewährleisten, verknüpft Cranfield sein Chassis mit der D-Box-Aufhängungs-Plattform. Dieses simuliert über Aktuatoren, die sich dort befinden, wo bei einem echten Rennauto die Räder angebunden sind, dessen Nicken, Rollen und Heben. Um die seitlichen Bewegungen des Hecks nachzuahmen, gibt es ein separates System. Dieses lässt das Fahrverhalten in Hochgeschwindigkeits-Schikanen besonders realistisch erscheinen und befähigt den Fahrer, die Haftgrenzen der (nicht vorhandenen) Hinterreifen genau auszuloten.
Der Sitz, der wie bei einem echten Rennauto an den Körperbau des Fahrers angepasst wird, bewegt sich davon unabhängig mit. So lassen sich kleine und präzise Bewegungen realisieren, zu denen die "Radaufhängung" nicht in der Lage ist. Als Clou implementiert Cranfield pneumatische Module, die über Airbags Druck auf den Fahrer ausüben und dabei die die G-Kräfte simulieren, die bei Kurvenfahrt, Bremsen und Beschleunigung zu spüren sind.
Mit jeder gängigen Software kombinierbar
Das Lenkrad mit zentralem LCD-Bildschirm könnte genau so aus einem Formel 1-Rennwagen stammen. Die Pedalerie mit hydraulischer Bremse ist einstellbar. Zur serienmäßigen Hardware gehören außerdem ein Virtual-Reality-Headset, ein 55 Zoll großer HD-Bildschirm und ein leistungsstarker PC, auf dem die Rennsimulation "Assetto Corsa" vorinstalliert ist. Aber natürlich lässt sich der F1 Simulator auch mit jeder anderen gängigen Software verknüpfen.

Optional bietet Cranfield eine Kombination aus drei Bildschirmen an, um eine Rundumsicht darzustellen. Individualisieren lässt sich der Simulator mit einem selbstgestalteten Außen-Design und Stickereien im Sitz. Wer möchte, kann zudem Fahrertrainings absolvieren; je nach Paket coacht der Fahrlehrer den -schüler aus der Ferne oder glänzt sogar durch physische Anwesenheit.
Das Ende der Fahnenstange ist damit freilich noch lange nicht erreicht. Der Cranfield F1 Simulator ist modular aufgebaut, kann also in puncto Hard- und Software jederzeit weiter aufgerüstet werden. Der Rennwagen für Zuhause lässt sich auch komplett auf die dortigen Gegebenheiten maßschneidern. Wobei die Hobbyracer dann schon Profiniveau erreichen dürften – und zwar sicher auch in finanzieller Hinsicht.