Volkswagen ist dabei, seine Produktpalette zu straffen. Wie die auto motor und sport aus Unternehmenskreisen erfuhr, wird VW den angekündigten Elektrobuggy doch nicht auf den Markt bringen. Das Auto sollte ursprünglich bei e.GO Automobile in Aachen gebaut werden. Doch nach der Insolvenz von e.GO fehlt VW eine Fertigungsstätte für das Spaßmobil. Selbst herstellen will VW den ID.Buggy (siehe Bildergalerie) nicht. "Wir können nun mal nur Großserie", sagte ein VW-Manager gegenüber auto motor und sport (Heft 14/2020, EVT 18.6.).
Auch der Golf Sportsvan läuft aus und bekommt keinen Nachfolger mehr. Der höhere Golf lief in Zwickau vom Band, wo jetzt der ID.3 entsteht. Selbst für das Erfolgsmodell Touran ist aktuell noch kein Nachfolger geplant: Zwar ist die Entscheidung noch nicht endgültig, doch die Absatzzahlen gehen zurück und eine Neuentwicklung des pragmatischen One-Box-Designs könnte sich nicht lohnen. Vermutlich wird der Touran aber noch lange im Programm bleiben – er ist Marktführer in seinem Segment und mit kleineren Überarbeitungen kann das aktuelle Modell für eine ausreichende Kundenzahl attraktiv bleiben. Für VW kein schlechtes Geschäft, denn die Entwicklungskosten sind abgeschrieben. Zudem Modelle wie Caddy und Multivan sowie der Elektrobulli ID.Buzz oder ein großer elektrischer SUV mit sieben Sitzen die Kunden versorgen, die viel Platz brauchen. Ein Nachfolger für den Sharan ist ebenso wenig in Planung, aber auch der große Van kann noch lange im Programm bleiben, obwohl der Trend weg von Vans hin zu SUVs auch bei VW Spuren hinterlässt. Andererseits fallen so auch Konkurrenten weg: So hat Opel den Zafira als Van aufgegeben und die Modellbezeichnung einem Kleinbus umgehängt, bei Renault deutet sich das Ende von Scénic und Espace an.

Genügend Nachfrage scheint es hingegen für Coupés und ihre Derivate zu geben, selbst wenn sie eigenen Plattformen verwenden. So stellt VW mit dem Arteon-Facelift auch dessen Kombiversion Shooting Brake vor. Beide haben mehr Radstand und andere Türausschnitte als der technisch verwandte Passat, sind aber auch höher bepreist als das profane Mittelklasse-Modell, das Konzernchef Herbert Diess 2023 durch ein Elektromodell ersetzen wollte (ID. Vizzion). Die Händler haben allerdings auf einem Passat mit Verbrennungsmotor bestanden.