Der Hummer H1 lässt Mil-Spec nicht los. Bereits 2018 präsentierte die in der Nähe der US-Autostadt Detroit ansässige Tuning- und Restaurations-Firma einen Umbau auf Basis der zivilen Version des einst für das Militär entwickelten Geländewagens. Doch die Truppe um Adam Mitchell identifizierte noch ein paar Schwachpunkte an der damaligen "Launch Edition", die sie beim neuen Mil-Spec M1-R Vision ausgemerzt haben will.

Bei diesem Exemplar im Biene-Maja-Look handelt es sich um ein auf speziellen Kundenwunsch gefertigtes Einzelstück, welches das maximal Mögliche repräsentiert. Bedeutet in Sachen Motor: Der von Grund auf neu aufgebaute 6,6 Liter große Duramax-V8-Turbodiesel aus dem General-Motors-Regal leistet hier 811 PS und liefert höchstens 1.763 Newtonmeter. Es geht aber auch zahmer: Kommt der Hummer H1 als normaler Mil-Spec M1 daher, stehen 507 PS und bis zu 1.356 Newtonmeter im Datenblatt. Und für den Fall, dass sich Arnold Schwarzenegger für ein Exemplar interessiert: Mil-Spec betont, dass der Motor die Umweltschutzvorgaben aller 50 US-Staaten erfüllt, und zwar in beiden Leistungsstufen.
Differenzialsperre per Luftkompressor
Das Temperatur-Management des Motors hat der Tuner ebenso optimiert wir jenes des verstärkten Allison-Getriebes. Der fast 114 Liter fassende Aluminium-Kraftstofftank ist ebenso neu wie die Antriebswellen und die Bremsanlage, die auf Wunsch mit Sechskolben-Sätteln aus dem Hause Wilwood arbeitet. Im Fall des M1-R kommt ein besonders robustes Rennfahrwerk hinzu. Zudem installiert Mil-Spec den ARB Air Locker: Dabei handelt es sich um einen im Differenzial untergebrachten Luftkompressor, über den sich dieses sperren und entsperren lässt – und zwar ganz bequem per Knopfdruck vom Fahrersitz aus.
Das äußere Erscheinungsbild des M1 passt Mil-Spec komplett an den Geschmack der Kundschaft an. Viele Karosserieteile werden pulverbeschichtet und tragen den daraus folgenden matten Look. Wer es glänzender mag, kann aber auch dies umsetzen lassen. Serienmäßig rotieren schwarze 20-Zoll-Offroad-Felgen mit grobstolliger Bereifung in den Radhäusern. Breitere Kotflügel, die umfassenden Rammschutz-Elemente, die Zusatzbeleuchtung und die Warn-Seilwinde kosten dagegen extra.
Viel Leder und Metall im Interieur
"Wir haben Plastik den Krieg erklärt", sagt Mil-Spec in Bezug auf den Innenraum des M1. Weite Teile des Cockpits sind mit Leder überzogen, doch auch hier überlässt der Veredler den Kunden bei den meisten Details die Auswahl in Sachen Material und Farbgebung. Erwähnenswert sind die aus Metall gefertigten und beschichteten Becherhalter sowie Luftausströmer, Zündschloss samt -schlüssel und Bedienschalter; Letztere tragen zudem Laser-Gravuren.

Neu sind obendrein das lederummantelte Lenkrad, die Instrumente und einige USB-Anschlüsse. Die Wahl der Fahrstufen fällt per Tastendruck auf einem neuen Bedien-Panel; außerdem ziehen eine elektronische Parkbremse und eine Taste ein, über die sich der Modus des Motors ändern lässt. Das Sound-System verfügt über einen Monitor, der nach Militär-Standards arbeitet, und ist an vier Lautsprecher sowie einen Verstärker und einen Subwoofer angeschlossen.
Für einen Standard-M1 mit 507 PS verlangt Mil-Spec übrigens 299.500 Dollar (gut 250.000 Euro), wobei das Spenderfahrzeug im Preis bereits enthalten ist. Was der Kunde des M1-R Vision für sein Exemplar bezahlt hat, ist leider nicht bekannt.