Alle paar Monate geraten zwei autobegeisterte Bevölkerungsgruppen in Ekstase: Zuerst jene der Photoshop Artists und Hobby-Autodesigner. Und daraufhin die Auto-Tuner und Customizer, die sich von den Entwürfen Ersterer inspirieren lassen und diese nicht selten in echte Boliden transferieren. Was auffällt: In der jüngeren Vergangenheit ließ sich Derartiges vor allem dann beobachten, wenn neue Sport- und Geländewagen vorgestellt wurden. Beim Toyota Supra und der Corvette C8 zum Beispiel. Aber auch beim Suzuki Jimny – und aktuell beim Ford Bronco .
Bronco in Blau-Weiß-Rot statt Gold
Letzterer wurde von Saleen bereits virtuell als Baja Racer vorgestellt, der optisch eine Reminiszenz an den legendären Renn-Bronco "Big Oly" im goldenen Gewand darstellt (mehr zu diesem Auto lesen Sie hier). Auch Abimelec Arellano lässt sich bei seinem Entwurf von der glorreichen Motorsport-Vergangenheit des Ford Bronco inspirieren. Der Mexikaner setzt jedoch etwas früher an als die Kollegen aus Kalifornien: Sein Gelände-Renner erinnert an den Boliden des Teams Larry Minor und Rod Hall, das in den späten Sechzigern die ersten Siege des Ford Bronco beim Mexican 1.000 (heute bekannt als Baja 1.000) feierte.

Markant ist natürlich die Farbgebung in Blau-Weiß-Rot, die jene des historischen Vorbilds aufgreift. Auch die Details stimmen: Damals wie heute finden sich einige Sponsorenaufkleber (darunter jener des Automagazins "Motor Trend") auf der Karosserie, aber auch die Startnummer 56. Wie beim echten Sechziger-Jahre-Renner präsentiert sich der virtuelle Neuling ziemlich offenherzig, wobei die Insassen von einem massiven Überrollbügel geschützt werden. Auf das provisorische Wellblech-Dach des Originals verzichtet Abimelec Arellano jedoch.
Ersatzrad statt Rücksitze
Natürlich zeigt sich die Karosserie angehoben, um Platz für die massiven Offroad-Räder zu schaffen. Ein solches befindet sich als Ersatz außerdem dort, wo beim Serien-Bronco die Rücksitze positioniert sind. Und weil es über das Hinterteil hinausragt, hat der Künstler die Heckklappe ersatzlos gestrichen. Hinzu kommt dagegen die KC-Zusatzbeleuchtung, die Abimelec Arellano wohldosiert über die Front verteilt hat.
Ach ja: Die Topmotorisierung des Serien-Bronco, ein 2,7-Liter-V6 mit 310 PS und maximal 542 Newtonmetern, ist dem Mexikaner natürlich nicht potent genug. In seiner Vorstellung schlummert der Fünfliter-V8 des Mustang GT500 unter der Bronco-Haube. Der leistet im Normalzustand 466 PS und liefert höchstens 569 Newtonmeter. Und passt doch deutlich besser zu einem Rennwagen als ein schnödes V6-Triebwerk, oder?