Techart Porsche Macan 2.0 im Test

Techart Porsche Macan 2.0 im Test
:
Tuning für den Vierzylinder-SUV

© Rosssen Gargolov 29 Bilder

Für den Macan 2.0 bietet Techart Chiptuning an – und für die gesamte Baureihe ein Widebody-Kit sowie umfangreiche Leder- und Alcantara-Ausstattung. Ob sich diese Zusatzoptionen lohnen? Wir haben es getestet.

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Techart und Porsche-SUV? Da fällt dem Kenner der Tuning-Szene spontan der Magnum ein – ein Furcht einflößender Cayenne im Breitbau-Look. Doch neben diesem Ungetüm hat der Porsche-Veredler aus dem schwäbischen Leonberg bei Stuttgart auch einen etwas dezenteren SUV im Programm: den Macan – breit, aber deutlich weniger testosteronschwanger.

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Dezent ist was anderes, aber dennoch deutlich dezenter als der Magnum auf Cayenne Basis.

Widebody nennt Techart das Karosserie-Kit; es besteht aus Verbreiterungen der Kotflügel, Front-, Heck- und Dachspoiler, Seitenschwellern und Diffusor. Nicht zu vergessen: 21-Zoll-Alufelgen mit vorn 265/40 und hinten 295/35 dimensionierten Reifen, um die aufgeblähten Flanken ordentlich auszufüllen.

Einen Oligarchen dürfte das kaum beeindrucken, im deutschen Straßenbild allerdings fällt der Techart-Macan schon gehörig auf – trotz seiner dezent-weißen Lackierung. Wie groß würden die Augen der Passanten erst werden, wenn sie einen Blick hineinwerfen könnten: Da ist Schluss mit dezent.

Innen wirds bunt

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Der Innenraum wurde mit viel Alcantara und orangener Farbe aufgehübscht.

Orange lackierte Einlagen kontrastieren mit schwarzem Leder, finden sich in den Konsolen, Lenkradspeichen, Türverkleidungen. Das eigentliche Faszinosum sind allerdings die Sitzbezüge: Handgefertigtes Manufakturinterieur nennt Techart das Werk, und diese Bezeichnung scheint kaum übertrieben.

Die in Alcantara eingekleideten Sitzflächen sind mit weißem Garn in Doppelnaht abgesteppt und verleihen dem Innenraum den Status einer Luxuslimousine. Damit alleine begnügt sich der Porsche-Tuner freilich nicht, sondern drapiert auf die Rücksitzbank passende Alcantara-Kissen.

Das ist dick aufgetragen auf die angenehme Art, denn der Luxus kehrt sich hier nach innen, dient weniger dem Protzen als der eigenen Erbauung – man freut sich sozusagen im Stillen. Zumal, wenn man auf das Karosserie-Kit verzichtet und den Macan äußerlich serienmäßig belässt.

Magerstufe wird angefettet

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Die Schwaben verpassen dem Zweiliter-Triebwerk 50 Extra-PS.

Nun bietet Techart allerdings auch einen Sportauspuff an, dessen Intention schon aus Prinzip dem Sich-nach-innen-Freuen widerspricht. Wahrscheinlich haben sich die Techniker gedacht, dass dem Turbo-Vierzylinder des Testwagens eine etwas selbstbewusstere Aussprache gut stehen würde.Denn Sound zählt nun wirklich nicht zu den Stärken des Basis-Macan. Allerdings ändert der Sportauspuff wenig am Grundsatz-Malheur: Man sitzt in einem Porsche, der wie ein Golf klingt. Mit Sportauspuff wird daraus einfach nur ein lauterer Golf.

Apropos Golf: Der ginge mit dem 252-PS-Triebwerk schon richtig flott los, doch im deutlich schwereren Macan wird diese Motorisierung zur Magerstufe. Techart fettet sie mit einem Chiptuning an, das nach Druck der Sport-Taste noch je 50 PS und Nm draufsattelt.
Leider ist es häufig beim Tuning so, dass das Gewicht der zusätzlichen Ausstattung die Mehrleistung egalisiert. Nicht beim Techart: Der gedopte Macan beschleunigt in 5,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – die Serienversion ließ sich hierfür 6,7 Sekunden Zeit. Ein deutlicher Unterschied zugunsten des Gechippten.

Wobei ein Umbau nach Art des Testwagens wohl selten geordert wird. Deutlich realistischer erscheint die Kombination aus Vierzylinder samt Chip plus großen Rädern. Oder Topmotorisierung und Einmal-alles-Tuning – damit wäre der Macan dann tatsächlich so etwas wie der kleine Bruder des Magnum.

Vor- und Nachteile

  • Verarbeitung des Alcantaras im Innenraum
  • Deutlich bessere Fahrleistungen
  • Direktes Einlenkverhalten
  • Stößigkeit auf Bodenwellen
  • Wenig sportiver Auspuffton
  • Enorm teure Tuning-Maßnahmen

Tabelle (techn. Daten)

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