Nio ET7 gegen Porsche Taycan GTS im Test

Nio ET7 gegen Porsche Taycan GTS
Porsche zeigt, wo der EV-Hammer hängt

Johann Ohneland hat es schließlich auch auf den Thron geschafft. Und nein, kleiner haben sie es nicht bei Nio. Wobei es mit dem herausfordernden Es-nicht-kleiner-Haben ja viel mehr zu gewinnen gibt als mit dem Die-werden-schon-sehen-was-sie-davon-Haben des Herausgeforderten. Wer sich mit dem Besten misst, scheitert schöner. Und nie so ganz, da sich eine Niederlage im Duell als Vizesieg glorifizieren lässt. Obwohl es Porsche nie an Herausforderern mangelte – an den Taycan hat sich noch keiner gewagt. Und an Porsche noch kein chinesischer Hersteller. Wir wollen nichts dramatisieren, daher ganz nüchtern: Ein knapper Sieg, und Porsche wäre verloren.

So tritt der Taycan als GTS an – die dynamiktalentierteste Version und jene, die Nio sich als Leistungsgesellschafter für den ET7 ausgeguckt hat.

Nio: ET – der Außerirdische?

Was das war mit Johann Ohneland? Stimmt, wollten wir noch klären. Anders als sein an Beliebtheit und Glanzfülle kaum übertreffbarer Bruder, König Richard Löwenherz, galt er als ungeschickt und hasenfüßig. Doch durch Ehrgeiz und Unermüdlichkeit (zudem mit Intrigen und einem unerwartet herumschwirrenden Armbrustbolzen) gelang es ihm, die Krone von Richard zu übernehmen.

Armbrustbolzen und Intrigen stehen nicht zu erwarten, ebenso wenig Hasenfüßigkeit, nun da Nio sich aufmacht, mit dem ET7 den Taycan zu bedrängen. Auftritt, Entwicklungs- und Finanzkapazität des Unternehmens weisen eine Ernsthaftigkeit auf, die es nicht geraten scheinen lässt, den Versuch so ignorant wegzulächeln wie einst die Ambitionen von Landwind, Brillance oder Borgward.