Audi S7 Sportback und Porsche Panamera 4S im Vergleichstest (2016)

Audi S7 Sportback vs. Porsche Panamera 4S
:
Vergleich der Konzernbrüder mit über 400 Turbo-PS

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Über 400 Turbo-PS, Allradantrieb, große Heckklappe: Porsche Panamera 4S und Audi S7 verbindet mehr als die gemeinsame Konzernmutter – ein erster Vergleich.

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Es kommt ja immer seltener vor, dass ein wirklich neues Auto präsentiert wird. So richtig mit neuen Motoren und keinem x-ten Aufguss der Soundso-modularen Plattform. Der neue Panamera ist solch ein komplett neuer Typ, selbst wenn man das nicht unbedingt auf den ersten Blick sieht.

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V6 vs. V8, in Sachen Klang überzeugt der Audi, der Panamera fährt jedoch leichtfüßiger und bietet mehr Komfort.

Ein echter Porsche überdies, keine Frage. Das würde selbst ein technisch interessiertes Kindergartenkind erkennen. Die gestalterischen Kunstgriffe, die den neuen Panamera vom – nun ja, designmäßig eher umstrittenen – Vorgänger unterscheiden, fallen dennoch auf: Ein paar Charakterfalten haben sie ihm in die Motorhaube gebügelt, die Schultern straffen sich nun konturierter über die hinteren Radläufe, Matrix-LED-Scheinwerfer blicken streng nach vorn, während hinten konturierte Rückleuchten samt Leuchtenband für Familienverwandtschaft mit den Sportwagen sorgen.

Warum denn nicht gleich so, fragt ein Kollege, der ebenfalls um den Panamera 4S herumschlendert. Unserer ist rhodiumsilber, ein Exemplar, das wir wählten, weil das Saphirblau der meisten anderen Panamera 4S dem Sepangblau des Audi S7 Sportback doch etwas nahekommt.

30.000 Euro Unterschied

Der S7 parkt direkt neben dem Panamera, und bevor jetzt einer sagt, das sei ein unfairer Vergleich, packen wir erst mal ein paar Daten aus. Beide sind um die fünf Meter lang, bieten vier Passagieren Platz, haben vier Türen und eine Heckklappe, die Zugang zu einem rund 500 Liter fassenden Ladeabteil bietet. Und beide haben Turbo-V-Motoren mit 440 (Porsche) und 450 PS (Audi).

Damit hören die Gemeinsamkeiten fast schon auf, erst recht, wenn man auf die Preislisten blickt. Da liegen beinahe 30.000 Euro zwischen S7 und Panamera 4S. Wäre dies ein Vergleichstest mit Punkten, Messwerten und allem, was dazugehört, würden nun Preise und Ausstattungen verglichen, um dann festzustellen, dass sich die Preisdifferenz noch vergrößert. Immerhin hat der S7 serienmäßig ein Fahrwerk mit Luftfederung, beim Panamera 4S kostet das aktive Luftfahrwerk mit PASM 2.136 Euro extra.

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Der Drehzahlmesser im Porsche bleibt analog. Rechts und Links neben ihm hat Porsche 2 digitale Displays platziert.

Genug davon, wir wollen endlich fahren. Vorn unter der Haube sitzt ein neuer 2,9-Liter-V6, der eng verwandt ist mit dem Vierliter-V8 im Panamera Turbo mit 550 PS. Daher weist er den V6-untypischen Zylinderbankwinkel von 90 Grad auf. Eine Ausgleichswelle beruhigt die bei diesem Motorenlayout entstehenden freien Massenmomente, und zwar sehr erfolgreich.

V6 vs. V8

Bei nicht geöffneten Auspuffklappen gibt sich der V6 sehr zurückhaltend, hängt fein am Gas, liefert bereits ab 1.750 Umdrehungen seine maximalen 550 Nm an die Kurbelwelle und lässt so wenig Zweifel daran, dass er leistungs- und effizienzmäßig ein mehr als adäquater Ersatz für den 420 PS starken Dreiliter-Turbo-V6 im Vorgängermodell ist.

Klangliche Wunder darf man von ihm freilich nicht erwarten, trotz Sport-Abgasanlage. Mit geöffneten Klappen wird der Sechszylinder zwar lauter, ohne dabei allerdings ein besonderes Sounderlebnis zu komponieren. Das klappt im Audi etwas besser, der wird ja auch vom VierliterTFSI-V8 angetrieben. Das Wummern des Achtzylinders ist zwar gut gedämpft, doch sehr präsent und charakterstark.

Nennenswerte Leistungsunterschiede zeigen sich beim Umsteigen aus dem Panamera in den S7 erwartungsgemäß nicht, beide erfüllen selbst verwöhnte Ansprüche. Nur bei der Höchstgeschwindigkeit kann der Porsche den Audi deutlich distanzieren, weil sein Spitzentempo nicht auf 250 km/h limitiert ist. Er rennt laut Werksangabe immerhin 289 km/h schnell.

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Der Panamera ist der bessere, allerdings auch 30.000 Euro teurer. Eingefleischte Porsche-Fans wird das wohl kaum abschrecken.

Mehr Platz im Panamera

Das muss man nicht einmal ausprobieren, um die Vorzüge des Panamera zu genießen. Er umfängt die Insassen mit fein gearbeiteten Sitzen und überraschend viel Platz im Fond. Konzeptbedingt etwas problematisch ist allenfalls der Einstieg unter das niedrige Dach, innen stimmen Bein-und Kopffreiheit. Das fühlt sich sogar einen Hauch luftiger an als im S7, dessen Fond coupé-haft eng und niedrig ist. Rücksitzpassagiere dürften also dem Porsche den Vorzug geben.

Das gilt für den Glücklichen, der vorn links sitzen darf, erst recht. Denn der Panamera fährt sich spürbar leichtfüßiger als der S7, die drei bis vier Zentner Unterschied (je nach Version und Ausstattung) sind selbst in dieser Gewichtsklasse spürbar.

Williger und folgsamer lässt sich der 4S in Biegungen lenken, wirkt unbeirrbar stabil und neutral, im S7 scheint das etwas schwerfälliger zu geschehen. All dies funktioniert in der Normalstellung des PASM mit der neuen aktiven Luftfederung fast genauso gut wie in „Sport Plus“. Zudem beschert die Luftfederung dem Porsche einen kleinen Komfortvorsprung vor dem etwas holpriger abrollenden Audi. Doch auch das ist Klagen auf hohem Niveau.

Und wie steht es um das neue Cockpit des Porsche? Mit den drei Monitoren, dem klassischen Drehzahlmesser und den Touch-Schaltern unterm Klavierlack sieht es sehr cool aus und ist nach etwas Eingewöhnung bestens bedienbar. Ergonomisch und visuell ein Fortschritt jedenfalls, auch hier darf gesagt werden: Das passt, Panamera!

Fazit

Cooler Panamera

Darauf dürfen wir uns freuen. Die neue Standard-Plattform des VW-Konzerns (MSB), die Basis vieler künftiger Porsche- und Bentley-Modelle, überzeugt beim Debüt im Panamera. Der viertürige Porsche gefällt mit feinem Komfort dank Luftfederung, agilem Fahrverhalten, akzeptablem Platzangebot und direktem, intensivem Fahrerlebnis. Dass der Panamera deutlich teurer ist als der in Performance und Konzept vergleichbare Audi S7, das wird Porsche-Freunde kaum schrecken.

Tabelle (techn. Daten)

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