Nach einer Statistik der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA treffen sich Fahrzeuge bei Frontalunfällen zu weniger als 44 Prozent exakt mittig. Schon ein leichter Versatz beim Unfall führt dazu, dass sich der Kopf des Fahrers dreht und nicht mehr den Airbag exakt trifft. Die Gefahr schwerer Verletzungen beim Durchschlagen des Kopfs auf harte Teile im Fahrzeug ist dadurch deutlich höher.
Honda hat an seinem Entwicklungszentrum im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio ein neues Airbagsystem entwickelt, das die Köpfe von Fahrern und Beifahrern auch bei einem versetzen Frontalcrash „einfängt“.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Airbagsystemen, die aus einer einzigen Kammer bestehen, setzt Honda bei seinem Airbag auf ein System aus vier Hauptkomponenten. Drei Kammern sind aufblasbar, dazu kommt eine Art Segel, das zwischen den beiden äußeren hervorstehenden Kammern gespannt ist. Dieses Segel fängt den Kopf des Insassen ein und bremst ihn ab, während sich gleichzeitig die Seitenkammern nach innen ziehen, um den Kopf seitlich zu schützen. Das System verwendet einen zweistufigen Auslösemechanismus, wobei die beiden Aufblasstufen 150 Millisekunden versetzt auslösen. Dadurch schafft der Airbag das größere Volumen. Das neue Airbag-System wird ab 2020 zunächst für Fahrzeuge auf dem US-Markt verbaut.