Der Personenverkehr in Hamburg wird um eine weitere neue Mobilitätslösung ergänzt. Zusätzlich zu den Bahnen, Taxen und Moia-Bussen soll noch im August der Probebetrieb mit einem autonom fahrenden Kleinbus starten.
Bevor erstmals Fahrgäste im HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) sitzen werden, soll es aber Mitte 2020 werden. Bis dahin soll das Fahrzeug im Testbetrieb fahren. Sensoren an der in jede Richtung 1,8 Kilometer langen Strecke in der HafenCity und im Fahrzeug kommunizieren dabei mit der zentralen Leitstelle der Hamburger Hochbahn. Der Test findet im öffentlichen Straßenverkehr statt, der fünf Meter lange Bus wird dabei mit maximal 50 km/h unterwegs sein. Fünf Haltestellen werden angefahren.
Autonom ab Oktober 2021
Ein Fahrzeugbegleitet wird vorerst zur Überwachung und zum Eingriff im Notfall an Bord sein. Wenn im Oktober 2021 in Hamburg der IST-Weltkongress zu intelligenten Verkehrssystemen stattfindet, soll der Bus autonom nach Level 4 unterwegs sein.
Entwickelt wurde der selbstfahrende Nahverkehrsbus vom Dienstleister IAV. Dessen Geschäftsführer Matthias Kratzsch erklärt: „Das Projekt HEAT ist ein Paradebeispiel, wie die Mobilität der Zukunft erfolgreich gestaltet werden kann: im Zusammenspiel von Stadt, ÖPNV und sich in ihren Stärken ergänzenden Unternehmen. IAV arbeitet bereits seit 1995 an verschiedensten Technologien rund um das automatisierte Fahren. All diese Erfahrung bringen wir in das HEAT-Konsortium ein. Mit dem selbständig fahrenden Kleinbus gelangt ein umweltfreundliches Verkehrsmittel auf Hamburgs Straßen, das technologische Maßstäbe setzt.“ IAV wird auch für die Wartung des Elektrobusses verantwortlich sein.
Förderung vom Umweltministerium
Eine Herausforderung war die Straßenzulassung für den Bus, der nicht nur auf ein Lenkrad, sondern auch auf klassische Außenspiegel verzichten kann. Kameras, Radarsensoren und Lidar-Technologie übernimmt die Orientierung des Fahrzeugs im Straßenverkehr. Überwacht und gesteuert wird der Bus über die Leitstelle der Hamburger Hochbahn AG, von wo aus Manöverbefehle direkt an das Fahrzeug gegeben werden können. Die Genehmigung für den Probebetrieb haben die Behörden im Juli erteilt.
Das HEAT-Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit 3,7 Millionen Euro gefördert, die beteiligten Unternehmen – neben IAV unter anderem Siemens Mobility – finanzieren den Rest mit einer nicht genannten Summe.