BMW-Entwicklungsvorstand Weber verspricht ganz neue Verbrenner

BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber im Interview
:
„BMW entwickelt ganz neue Benziner und Diesel“

01/2022_BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber © BMW 41 Bilder

Der BMW-Entwicklungsvorstand äußert sich zum neuen 7er, zur großen Vielfalt an Fahrzeugarchitekturen, zum Verbrennungsmotor und dessen Zukunft, die er sieht, sowie zur Effizienzsteigerung bei Elektrokomponenten.

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Die Signale in Sachen Elektrifizierung werden deutlicher, die Enddaten für den Bau von Autos mit Verbrennungsmotoren konkreter: Zügige Umstellung auf rein Elektro lautet die Devise etlicher Hersteller, denen die Komplettwende gerade nicht schnell genug über die Bühne gehen kann. Angst vor staatlichen Verbrenner-Verboten macht sich breit. BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber hält hiervon überhaupt nichts. Bevor man ein Enddatum setze, wie es die EU mit dem Jahr 2035 vorgeschlagen hat, müsse die alternative Infrastruktur da sein.

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Webers Strategie: Zusätzlich weiterhin alle Modelle mit neuentwickelten, deutlich sparsameren Verbrennern bieten, und zwar Benziner und Diesel. In Plug-in-Hybriden mit wachsender E-Reichweite sieht er weiterhin eine Brückentechnologie zur kompletten Elektrifizierung. Genaueres dazu und einen Ausblick auf die BMW-Modelle der Zukunft, wie zum Beispiel den elektrischen 7er (i7) (siehe Fotoshow) erläutert der Entwicklungschef im Interview. Die Fragen stellten Jens Dralle und Michael Pfeiffer. Das Interview und eine große Story zum Forschungsfahrzeug EQXX von Konkurrent Mercedes lesen Sie auch in der aktuellen auto motor und sport (Heft 3/2022), die Sie hier oder am Kiosk kaufen können.

Herr Weber, in diesem Jahr steht die Ablösung des 7ers an. Wie soll sich der von der Mercedes S-Klasse abgrenzen?

Da bin ich mir sehr sicher, dass uns das überzeugend gelingen wird. So wird der 7er der Einzige in seinem Segment sein, bei dem der Käufer zwischen Verbrenner und vollelektrisch wählen kann. Der vollelektrische BMW i7 fährt sich fantastisch, für den Selbstfahrer, aber vor allem auch, wenn man gefahren wird. Ich möchte sogar so weit gehen und behaupten, dass wir mit dem i7 die erste vollwertige vollelektrische Luxuslimousine auf den Markt bringen werden.

Sie planen also keine eigenständige Elektro-Limousine?

Nein, denn wir sind davon überzeugt, dass wir nur so ein standesgemäßes Platzangebot bieten können, ohne hier aufgrund der Aerodynamik zu viele Kompromisse eingehen zu müssen. Unsere effiziente Antriebstechnik wird dennoch bestmögliche Verbrauchswerte und Reichweiten ermöglichen.

Was passiert denn bei den Verbrennungsmotoren?

Eins steht für uns fest: Wir brauchen den hochmodernen Verbrenner noch einige Jahre, um effektiv den CO2-Ausstoß im Pkw-Sektor global zu reduzieren. Deswegen arbeiten wir an einer neuen Motorengeneration: Otto, Diesel, Sechszylinder, Achtzylinder. Die sind dann technologisch auch für die kommenden Abgasnormen gerüstet. Allein beim Sechszylindermotor reduzieren wir die CO2-Emissionen so massiv, wie es noch nie bei einem Generationswechsel der Fall war. Dabei hilft uns, dass sich hier die Gesetzgebung weltweit beginnt anzugleichen. Um Emissionsanforderungen einerseits und Leistungsansprüche andererseits unter einen Hut zu bringen, haben wir uns den gesamten Ladungswechsel angesehen und dort einen vielversprechenden Ansatz gefunden. Diese Technologie zieht sich dann durch alle Motorenfamilien und wird um eine leistungsstarke E-Antriebsscheibe ergänzt.

© BMW
BMW Neue Klasse - alles zur Elektro-Plattform Neuer i1 und i2 wohl mit Frontantrieb
Also von Grund auf neu – oder doch eher eine umfangreiche Überarbeitung?

Da ist wirklich nichts so, wie es zuvor war. Da steckt was völlig Neues im Zylinderkopf. Und damit werden wir bei der Effizienz noch mal nachlegen. Denn egal ob Verbrenner oder elektrisch, die übergreifende CO2-Reduzierung ist entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel. Ebenso entscheidend ist es, was der Kunde möchte. Und den Wünschen und Anforderungen müssen wir entsprechend begegnen.

© BMW AG

BMW bringt den neuen M5 auf den Markt. Die Sportlimousine trägt den Werks-Code G90.

© BMW AG

In seiner siebten Generation verfügt der M5 erstmals über Hybridantrieb.

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Beim Verbrenner-Part sind die Eckdaten vom Vorgänger bekannt: Es bleibt beim 4,4-Liter-V8-Benzinmotor, der mit zwei Twin-Scroll-Turboladern auf Trab gebracht wird.

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Er allein leistet 585 PS, was im Vergleich zum M5-F90-Auslaufmodell einen kleinen Rückschritt bedeutet.

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Die Systemleistung liegt bei 727 PS, das maximale Drehmoment bei 1.000 Newtonmetern.

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Die Fahrleistungen: Null auf Hundert in 3,5 Sekunden und null auf 200 km/h in 10,9 Sekunden (jeweils bei aktivierter Launch Control).

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Im Normalfall erreicht der M5 eine Höchstgeschwindigkeit von elektronisch begrenzten 250 km/h, die sich mit Buchung des optionalen M Driver's Packages auf 305 km/h anheben lässt.

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Rein elektrisch fährt der neue BMW M5 im Maximalfall 67 bis 69 Kilometer nach WLTP oder 140 km/h. Die Batterie verfügt über eine Netto-Kapazität von 18,6 Kilowattstunden (brutto: 22,1).

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Optisch gibt logischerweise die neue 5er-Generation G60 (Limousine) und G61 (Touring) die Richtung vor.

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Freilich garniert mit den typischen M-Insignien wie einer anders gezeichneten Frontschürze, die im Zentrum über riesige Lufteinlässe verfügt.

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Hinzu kommen eine eher dezente Frontspoilerlippe, aerodynamisch optimierte Außenspiegel ...

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... und diverse M-Badges.

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Im Design-Element hinter dem Hofmeister-Knick ist der M5-Schriftzug zu sehen.

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Optional stattet BMW den neuen M5 mit einem Carbon-Dach aus, das nicht nur Gewicht und Schwerpunkt senkt, sondern auch die Silhouette flacher wirken lassen soll.

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Carbon-Spoilerlippe auf dem Heckdeckel.

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Ab Werk umfasst die M5-Palette zehn Karosseriefarben, darunter der M-exklusive Ton "Isle of Man Green" des Fotofahrzeugs.

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Die Abgase entweichen über einen Klappen-Auspuff mit elektrischer Regelung, an die sich vier 100-Millimeter-Endrohre mit Blenden in Schwarzchrom anschließen.

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Die beiden Doppelendrohre der Abgasanlage sitzen jeweils außen im Diffusor.

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Aufpreisfrei rollt die Sportlimousine vorn auf 20- und hinten auf 21-Zoll-Felgen, die mit Hochleistungsreifen in den Dimensionen 285/40 ZR20 und 295/35 ZR21 bespannt sind.

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Einstiegsleisten mit M5-Schriftzug.

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Innen fährt der neue BMW M5 stets unter anderem mit belederten elektrischen Multifunktionssitzen, Vierzonen-Klimaanlage, ...

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... Ambientelicht mit M-spezifischer Beleuchtung, Soundsystem von Bowers & Wilkins und induktiver Smartphone-Ladeschale vor.

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Auf Wunsch geht es hier sehr farbig zu.

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Das unten abgeflachte Sportlenkrad verfügt über Schaltwippen sowie eine Zwölf-Uhr-Markierung, ...

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... die Mittelkonsole über ein M-spezifisches Bedienfeld.

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Das breitformatige Curved- und das serienmäßige Head-up-Display weisen in der Darstellung einige Unterschiede zum Standard-5er auf.

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Der Kofferraum fasst im Normalfall 466 Liter, wobei sich die Rücksitzlehne im Verhältnis 40:20:40 umklappen lässt.

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Die Markteinführung des neuen M5 erfolgt im November 2024. Als Grundpreis werden 144.000 Euro aufgerufen.

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Erste Design-Highlights des neuen BMW M5 im Überblick.

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Weitere Design-Highlights des neuen BMW M5 im Überblick.

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Die Antriebs-Eckdaten des neuen BMW M5 im Überblick.

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Die Innenraum-Highlights des neuen BMW M5 im Überblick.

Der neue 7er kann also sowohl Elektro als auch Verbrenner. Der iX hat eine eigenständige Architektur. Der i4 wiederum basiert auf einer Verbrennerarchitektur, Frontantriebsmodelle wie der X1 können künftig auch rein elektrisch. 2025 kommt die sogenannte Neue Klasse, nur elektrisch. Wozu dieses Durcheinander?

Ach, das ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Wir haben ja mal ein Bild mit drei Wellen skizziert. Die erste Welle bildeten i3 und i8. Die waren früh dran, das Volumen war gering, da gab es keinen Plattformgedanken. Jetzt befinden wir uns in Welle zwei, da ist Flexibilität immens wichtig. Egal was wir tun, die Komponenten müssen überall einsetzbar sein. Antriebsseitig, speicherseitig und bordnetzseitig beispielsweise sind iX und i4 gleich. Das erstreckt sich dann über 7er und 5er bis zum X1. Damit haben wir in antriebsflexiblen Architekturen bei Elektroantrieben eine identische Technikbasis.

Wie sortiert sich da nun der iX ein? Warum kein Elektro-SUV?

Schauen Sie, die X5-Entwicklung begann etwa 2014. Zu diesem Zeitpunkt war das Risiko zu groß, beim konventionellen X5 zu viele Kompromisse eingehen zu müssen und so die große Stammklientel womöglich zu verprellen. Parallel haben wir uns entschieden, beim iX das maximal Mögliche zu realisieren und ihn gewollt anders neben dem konventionellen Produkt zu positionieren. Und spätestens mit der Neuen Klasse starten wir dann in ein Zeitalter, in dem es nicht mehr um BMW einerseits und BMW i andererseits geht, sondern nur noch um BMW. Ab dann ist die Marke im Grunde elektrisch.

Der iX im Fahrbericht 10:42 Min.
Gehen Sie wirklich davon aus, dass sich global gesehen ab 2025 die Autowelt derart verändern wird, dass die antriebsflexiblen Architekturen auslaufen können?

Berechtigte Frage, denn wenn man heute einen i4 und einen iX vergleicht, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass beide unabhängig von ihrer Architektur hervorragende Produkte sind. Klar ist übrigens auch, dass Fahrzeuge, die auf einer BEV-only-Architektur basieren, nicht fundamental anders aussehen werden. Nur müssen wir jetzt in Betracht ziehen, mit kommenden E-Fahrzeug-Generationen in das ganz große Volumen zu gehen. Bei uns sind das beispielsweise der 3er und der X3.

© Hersteller / Patrick Lang
Elektroauto-Anteile bei BMW, Mercedes, VW Bei wem und warum es kein Verbrenner-Ende gibt
Der nächste Dreier wird also rein elektrisch?

Das habe ich so nicht gesagt. Dafür ist es noch zu früh.

Kommt dann also ein komplett neuer, rein elektrischer 3er, und der aktuelle mit den Verbrennermotoren bleibt weiterhin im Angebot?

Nun, der aktuelle 3er ist ja kein schlechtes Auto, oder? Auch 2025 wird es noch viele Menschen geben, die kein Elektroauto fahren können, weil ihnen die nötige Infrastruktur nicht zur Verfügung steht. Das wird sich in den einzelnen Märkten sehr unterschiedlich schnell entwickeln. Aber – und das ist mir sehr wichtig – wir werden unsere Kunden auch nicht dazu nötigen, sich zwischen dem Neuen und dem vermeintlich Alten entscheiden zu müssen. Unser Anspruch ist es, unabhängig von der Antriebsart immer die nachhaltigsten und innovativsten Fahrzeuge anzubieten.

Moove Podcast Wasserstoff vs. E-Auto Frank Weber BMW CTO 53:05 Min.
Wie führen Sie die beiden Welten zusammen?

Das möchte ich Ihnen jetzt noch nicht verraten. Okay, vielleicht so viel: Was wir mit dem E-Antrieb-Baukasten in die Neue Klasse bringen, unterscheidet sich fundamental von dem, was wir heute kennen. Das gilt aber auch genauso für alle anderen Baukästen – wie dem digitalen mit Bordnetz, Bedienkonzept und automatisierten Fahrfunktionen oder auch die Fahrwerks- und Interieur-Baukästen. Hier werden wir überall einen großen Schritt nach vorne machen. Und alle diese Baukästen sind architekturübergreifend und können für alle zukünftigen Fahrzeugkonzepte angepasst werden, unabhängig vom Antrieb. Und übrigens: Was die E-Maschinen zu leisten imstand sein werden, führt möglicherweise dazu, dass Sie sich auch den nächsten M3 ganz anders vorstellen müssen.

© Fabian Kirchbauer
BMW i4 M50 So fährt der erste Elektro-M
Wie groß wird, verglichen mit einem i4, der Sprung bei der Effizienz und bei den Kosten sein?

Ein bisschen können wir schon bis ans Ende der Dekade blicken und sehen, dass die Hübe, die bei der Effizienz und bei den Kosten möglich sein werden, diejenigen, die wir von den Verbrennern kennen, weit überbieten. Selbst bei einem Elektromotor, der ja für seinen hohen Wirkungsgrad bekannt ist, geht noch viel. Was passiert bei höheren Drehzahlen? Wie degradiert der Motor? Wie sieht die attraktivste Bauform aus? Da gibt es wirklich noch viel Potenzial. Wir entwickeln und bauen die Motoren selbst, das hilft uns dabei natürlich. Leistungselektronik ist auch so ein Thema, denn die schrumpft bei gleicher Leistungsfähigkeit alle drei bis vier Jahre um 50 Prozent. Bei der Zelle ist der Anspruch, die Kosten bei der nächsten Generation um 30 Prozent zu senken. Daher ist unser Ziel auch, mit der nächsten Generation BEV eine vergleichbare Rendite zu erwirtschaften wie mit einem Verbrenner.

Die Neue Klasse benötogt also keine staatliche Förderung mehr?

In unseren Planungen gehen wir nicht davon aus. Wir reden von wirklich großem Volumen, dem "new Normal" sozusagen. Effizienz steht im Zentrum von allem, was wir tun. Thermische Systeme, Strukturen, Hoch- und Niedervoltsysteme – das alles hat einen Stellenwert vergleichbar mit dem des Gewichts eines Fahrzeugs. Da geht wirklich noch viel mehr. Wir nennen die Neue Klasse nicht einfach so, weil es mal wieder an der Zeit gewesen wäre. Das steht dafür, wie die Marke das Thema BEV besetzt, wie sich das aufs Design auswirkt, welche Plattform und Komponenten erforderlich sind, wie sich die digitale Performance entwickelt, denn da ist die Entwicklung besonders rasant. Nicht zu vergessen: die Nachhaltigkeit. Das ist bei einem BEV nicht trivial. Wenn der Kreislauf da nicht geschlossen werden kann, wird es keine BEV-Industrie geben.

© BMW
Im März 2023 stellt BMW den XM offiziell vor. Bereits jetzt sind Bilder zur Designpatentanmeldung aufgetaucht, die den finalen Look vorwegnehmen.
© BMW
Die Hoffnung, dass BMW das Design für die Serie noch deutlich entschärft, zerstreuen jetzt aufgetauchte Bilder zur Design-Patentanmeldung des XM.
© BMW
Die Frontschürze zeigt darauf einen neuen unteren Grill mit Sensorfeld, ...
© BMW
... am Heck weichen die ultra-schlanken Lichtstreifen konventionelleren LED-Leuchten. Die vier trapezförmigen Auspuffendrohre bleiben, werden aber neu gruppiert.
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Zudem scheint die Dachlinie nach hinten stärker abzufallen.
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Einzug halten gleichzeitig konventionelle Außenspiegel im M-Look sowie eine neu angesetzte Motorhaube. Ebenfalls neu sind die Bügeltürgriffe.
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BMW stellte den XM als Concept Car auf der Art Basel in Miami im November 2021 vor.
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Das erste eigenständige Modell der M GmbH seit dem M1 von 1978 ist riesiger SUV von 5,11 Meter Länge. Das Serienauto soll 2022, im 50. Jubiläums-Jahr der M GmbH, debütieren.
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Die Front trägt laut BMW schon Merkmale der neuen Luxusklasse: Die kleinen Scheinwerfer und die große Niere mit dem beleuchteten Rand werden wohl auch am kommenden 7er zu finden sein. Der debütiert ebenfalls 2022.
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Neu am Heck: Die für die M GmbH typischen vierfachen Endrohre sind nicht mehr rund und stehen paarweise senkrecht übereinander. Das beidseits oben in der Heckscheibe eingravierte BMW-Logo soll an den BMW M1 erinnern, bei dem zwei Logos auf dem Heckabschluss saßen.
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In den 70ern waren die Logos der Münchner aber noch weiß-blau.
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Die für aktuelle BMW-Modelle typischen Heckleuchten sind beim XM weit in die Flanke gezogen.
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Auch von oben ist das Bemühen um eine extravagante Formgebung zu erkennen.
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Der Karosseriekörper ist im klassischen Two-Box-Design eingeteilt, dem die meisten SUVs folgen.
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Das Interieur des Concept Cars mixt das aus dem iX bekannte Curved Display mit dem iDrive-Knopf in Schwarz auf der Mittelkonsole. Das Karbon dort durchzieht ein Kupferfaden.
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Die drei in Alu gerahmten Felder auf der Mittelkonsole begrenzen Lüftungsauslässe und ein kleines Display zur Steuerung der Klimaanlage.
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Die Sitze vorn sind mit klassischem braunen Leder bezogen.
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Alu in der Türverkleidung passt gut dazu.
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In der Lounge im Fond tragen die Sitze gesteppten, petrolfarbenen Samt.
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Der Dachhimmel trägt eine dreidimensionale Prismenstruktur.
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Durch indirekte und direkte Beleuchtung soll der Dachhimmel wie ein Relief wirken. Die Ambientebeleuchtung soll das unterstützen.
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Die Ambientebeleuchtung kann in den drei klassischen M-Farben angewählt werden.
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Hochfloriger Teppichboden im Fond soll den Lounge-Charakter unterstützen.
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Auf dem Foto fährt der XM schon. Das Serienauto soll 750 PS haben und 1.000 Nm maximales Drehmoment an alle vier Räder bringen.
© BMW
Der V8 arbeitet mit einem Elektromotor zusammen und soll dank offenbar großem Akku rein elektrisch 80 Kilometer weit kommen (nach WLTP).
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Die Haubenkontur folgt der Doppelniere.
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Die neue Typbezeichnung findet sich auch an der Flanke, die Haube trägt Lufteinlässe.
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Nicht nur das Design des Hecks bietet reichlich Raum für Kontroverse: Der Radlauf ist kaum mehr rund zu nennen, die kräftige C-Säule dürfte einen großen toten Winkel mit sich bringen.
© Enes Kucevic / BMW
Die Form der Endrohrblenden erinnert an die Doppelniere der Front - um 90 Grad gedreht.
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Die drei Streifen zwischen X und M symbolisieren die drei M-Farben (Rot, Lila, Blau).
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Die Front mit den flachen Doppelscheinwerfern dürfte, weniger hoch, so ähnlich auch am kommenden 7er zu finden sein.
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Beim Concept XM sind die Umrandungen der Niere beleuchtet - das dürfte auch in Serie kommen.
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Wie der neue 7er? Die Aufteilung der Frontleuchten in zwei separate Module soll künftig stilbildend sein.
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Erstmals werden die Nieren nach außen kleiner.
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Wer will, kann das Nierenmotiv auch im Design der 23 Zoll großen Felgen wiederfinden.
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BMW hat den XM im Umfeld der Kunstmesse Art Basel in Miami fotografiert.
© BMW
Moderne Kunst? Das Design des XM ist sicher Geschmacksache.
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Die nach hinten leicht abfallende Dachlinie soll zusammen mit der ansteigenden Fensterlinie Dynamik suggerieren.
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Das Concept Car ist oberhalb der Fensterlinie, die ein sogenannter black belt markiert, in Bronze matt lackiert, darunter in Space-Grau metallic.
© BMW
Die in die Seite herumgeschlungenen Rückleuchten dürften für Diskussionen sorgen.
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Hinter der Niere soll ein überarbeiteter M-V8 auf Basis des aktuellen für ordentlich Power sorgen. 600 bis 630 PS leistet das aktuelle Aggregat.
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120 bis 150 PS müssten dann beim neuen M-Antriebsstrang, der wohl auch in den kommenden M5 finden wird, von der E-Maschine kommen.
© BMW
Ein vermutlich mehr als 20 kWh großer Akku versorgt den Motor mit Energie; die Ladebuchse sitzt oben in Fahrtrichtung hinter dem Vorderrad.
© BMW
Die konventionellen Außenspiegel sind zumindest extravagant gestaltet.
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Wie im Geländewagen: Stabiler Griff für den Beifahrer an der Mittelkonsole.
© BMW
Das Bedienpanel auf der Mittelkonsole erinnert an aktuelle M-Modelle, für die Kraftübertragung dürfte die bekannte ZF-8-Gang-Automatik sorgen.
Zurück zur digitalen Performance: Seit dem Siebener E65, also dem ersten iDrive-System, hat sich BMW eine Führungsrolle auf diesem Gebiet erarbeitet. Der iX allerdings, der bei uns zum Test war, fiel durch einige Bugs auf. Ist das auch "new Normal", einfach, weil das Thema so komplex ist?

Auf gar keinen Fall. Die Autos, die zu den Kunden kommen, laufen fehlerfrei. Der Erstanlauf einer neuen Bordnetzgeneration ist anspruchsvoll. Als wir 2018 das Over-the-Air-Upgrade eingeführt haben, wurde es schon komplexer als zuvor. Früher hatte man einen Hardware- und einen Software-Stand, und dann wurde das zusammengeführt. Inzwischen kommen gerade aus dem Bereich Assistenzsysteme Funktionen ins Auto, die eine enorme Absicherungstiefe erfordern. Wir haben mit unserem BMW Operating System 8 ein modulares Betriebssystem, mit dem wir jede einzelne Codezeile im Fahrzeug over the Air aktualisieren können. So können wir Fahrzeuge in Kundenhand digital perfekt pflegen. Wir haben mit 2,5 Millionen Fahrzeugen weltweit die größte Upgrade-fähige Flotte, und das für 30 Modelle und alle Antriebsarten. In den letzten drei Jahren haben wir 35 Upgrades durchgeführt und so Funktionen wie den Parkmanöverassistenten, die eDrive Zones oder BMW Maps zur Verfügung gestellt.

Wenn nun aber die ganzen Baukästen so wichtig sind, weniger die Architektur selbst, was ist denn dann an der Neuen Klasse so wirklich neu?

Es ist das universelle Architekturkonzept für alle BMW, vom 1er bis zum X7. In der Folge davon entstehen eben leicht zu strukturierende Baukästen, von der Einstiegsmotorisierung bis zu einem M-Produkt. Auch die Art und Weise, wie die Batterie da reinkommt, wird völlig neu sein. Das geht wirklich nur bei BEV-only. Dann schenken wir den Anzeige- und Bedienkonzepten ganz viel Aufmerksamkeit. So viel Veränderung gab es noch nie in einem BMW auf einen Schlag.

Und bis dann alle ein Elektroauto fahren wollen, müssen Sie die Reichweite Ihrer Plug-in-Hybriden noch erhöhen?

Schon heute registrieren wir gerade beim X5 PHEV eine außergewöhnlich hohe Kundenzufriedenheit. Ein PHEV, der 80 bis 100 km rein elektrisch schafft, wird die meisten Kunden auch meist rein elektrisch fortbewegen. Das spielt im Übergang eine wirklich wesentliche Rolle, denn das Problem, dass es zu wenig Ladesäulen gibt, lässt sich nun mal nicht über Nacht lösen. Daher wehren wir uns auch so vehement dagegen, ein Datum für den Verbrennerausstieg zu nennen. Die Frage muss vielmehr lauten: Wann ist die Infrastruktur da? Natürlich ist die Zukunft elektrisch, nur wenn wir die Kunden jetzt in ein E-Auto zwingen und die stehen dann alle auf dem Weg in den Urlaub an der Ladestation im Stau, dann ist nichts gewonnen. Und das kann keiner wollen. Dieser Übergang wird nicht in fünf oder zehn Jahren beendet sein.

© Hans-Dieter Seufert
BMW i7 Den Elektro-7er gibt's jetzt auch mit Heckantrieb

Vita

© BMW

Frank Weber im Forschungs- und Ingenieurzentrum von BMW (FIZ).

Frank Weber, geboren 1966 in Wiesbaden, schloss 1990 sein Maschinenbau-Studium an der TU Darmstadt ab. Nach einem Jahr als Assistent am Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik wechselte er zu Opel als Projektingenieur Gesamtfahrzeug. Nach weiteren Positionen verantwortete Weber für GM die Entwicklung des Plug-in-Hybrids Chevrolet Volt/Opel Ampera. 2011 wechselte er zu BMW als Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeug, übernahm 2015 die großen Modellreihen, 2018 dann die Luxusbaureihen inklusive Rolls-Royce. Seit 1. Juli 2020 ist der überzeugte Vegetarier Mitglied des Vorstands.

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