Geely, der Mutterkonzern von unter anderem Volvo und Polestar, hat die nach eigenen Angaben weltweit erste Methanol-Hybrid-Limousine in Großserie entwickelt und testet das Modell aktuell unter arktischen Bedingungen bei bis zu minus 40 Grad Celsius in der nordchinesischen Provinz Heilongjiang. Der Hybrid basiert auf dem Geely Emgrand, einer 4,6 Meter langen Viertürer-Limousine. Mit dem neuen Modell will Geely Probleme ausräumen, die frühere Methanolfahrzeuge des Unternehmens bei extremer Kälte aufwiesen.
Verbrenner wahlweise als Range Extender
Die Limousine verfügt über einen 1,8-Liter-Methanol-Saugmotor mit einer Leistung von 97 kW (130 PS) und einem maximalen Drehmoment von 175 Nm sowie einen Elektromotor mit einer Leistung von 100 kW (134 PS) und einem Drehmoment von 320 Nm. Die von Geely addierte Systemleistung liegt bei maximal 197 kW (264 PS). Der Methanol-Verbrenner und die E-Maschine sind über ein Dreigang-Hybridgetriebe verbunden. Bei niedrigem Tempo wird das Auto rein elektrisch angetrieben und der Verbrenner arbeitet als Range Extender, um die Antriebsbatterie zu laden. Erst bei höherem Tempo und beim starken Beschleunigen wird der Verbrenner auch als Radantrieb zugeschaltet.
Methanol-Hybrid auch für die EU
Den nach WLTP ermittelten Durchschnittsverbrauch des Emgrand Methanol-Hybrid gibt Geely mit neun Liter auf 100 Kilometer an. Methanol-Kraftstoff kostet in China an der Tankstelle umgerechnet rund 43 Eurocent pro Liter. Laut Geely reduziert der Methanol-Hybrid den CO2-Ausstoß gegenüber einem Benzin-Hybrid um bis zu 70 Prozent.
Geely plant nach eigenen Angaben, Methanolfahrzeuge auch in der EU zu homologieren und auf mehreren, noch nicht genannten EU-Märkten anzubieten. Einen Zeitraum hierfür hat das Unternehmen nicht genannt.