Der Typ erzeugt Schmetterlinge im Bauch – anders kann ich mir das nicht erklären", so Meister Wünsch. Der Gebrauchtwagen-Checker berichtet in bester Plauderlaune von den Erfahrungen aus seiner Werkstatt. "Bis 2016 verkörperte der 3008 ja eher einen rundlichen Van mit erstaunlich viel Platz. Und der entsprechenden Käuferschaft. Eher pragmatische Typen, die auch nach dem Großeinkauf gut gelaunt sind. Weil ihr Auto so viel mehr wegschleppt als gedacht. Und zur Not lässt sich darin auch mal eine Nacht verbringen."
Was der erste 3008 nicht vermochte? Er passte nicht ins Beuteschema der SUV-Jünger. Was vor allem jenen schlaflose Nächte bereitete, die für den Absatz verantwortlich waren. Doch der ging mit der zweiten Generation des 3008 deutlich nach oben. Sie kam Ende 2016 auf den Markt, kantiger und höher, mehr auf SUV getrimmt.
"Klare Sache: Da hat Peugeot vieles richtig gemacht", ergänzt Meister Wünsch und zeigt auf den heutigen Testkandidaten: ein 3008 aus ebenjener zweiten Generation. Erstzulassung: August 2019. Neben seinem 131 PS starken Dieselherz versüßen ein Achtgang-Automatikgetriebe, eine Zweizonen-Klimaautomatik sowie ein Abstandsregeltempomat den Aufenthalt an Bord. Das Beste: Der Antrieb und die gute Ausstattung haben noch keine 40.000 Kilometer hinter sich. Das lückenlos geführte Scheckheft beweist es. Verlockend!

Wie sieht es mit Kinderkrankheiten aus?
Peugeot hat den 3008 der zweiten Generation nicht nur zeitgemäß herausgeputzt, sondern auch moderne Antriebe parat gehabt. Das gilt für die fünf Dieselversionen – die alle keine Kurzstrecken-Fans sind – genauso wie für die Ottomotoren. Bereits der Basisbenziner, ein Dreizylinder-Turbo mit 131 PS, zieht den Viertürer so überzeugend durch die Republik, dass keine Vierzylinder-Sehnsucht aufkommt.
Wobei es den 3008 natürlich auch mit Vierzylinder-Benzinern gibt. Die komplette Motorenübersicht finden Sie im Kasten auf der nächsten Doppelseite.
"Daran, dass alle Verbrenner im 3008 ausschließlich mit Frontantrieb zu haben sind, stört sich niemand mehr. Warum auch?", fragt Meister Wünsch. "Für passende Traktion sorgen heutzutage ja bereits feinfühlige Regelsysteme."
Die Elektronik – ein guter Punkt. Wer Erfahrungsberichte von 3008-Besitzern studiert, findet viel Lob. Über die gelungene Optik, die bequemen Sitze, das mutige Cockpit und vieles mehr. Bei Kritik geht es meist um elektronische Sperenzchen: Mal schlägt der Totwinkelwarner regelmäßig Alarm, obwohl gar kein anderes Auto zu sehen ist. Mal greift der Spurhalteassistent zu rabiat ein. Anderswo vergeht der Bluetooth-Verbindung permanent die Lust auf neue Verbindungen. Bei einem Besitzer häuften sich solche Fehler, dass er am Ende das Auto wechseln wollte. Dabei betonte er, dass ihm der 3008 an sich gut gefalle und er ihn gerne fahre. Nur die Elektronik, die raube ihm eben den letzten Nerv.

"Vielleicht eins dieser Montagsautos", murmelt Meister Wünsch und kann derlei Erfahrungen nicht teilen – die 3008 in seinem Kundenstamm sind eher unauffällige Typen.
Wie steht es um den Verschleiß?
"Nach zwei Jahren dürfte man noch nicht viel aufspüren", erklärt unser Checker und macht sich ans Werk. Zuerst überprüft er wie immer die Karosserie. Verlaufen Spaltmaße ungleichmäßig, stehen Stoßstangen oder Kühlergrill zu weit ab, gibt’s Auffälligkeiten bei der Lackdicke oder Dellen und Kratzer?
"Zwei leichte Kratzer auf der Beifahrerseite, ein winziger Steinschlag auf der Beifahrerseite", so das Resümee des Meisters.
Er drückt den Startknopf, ist bereit für die Probefahrt. Den kleinen Selbstzünder mag er: "Der zieht mit 300 Newtonmetern anständig und harmoniert prima mit dem Achtgang-Automatikgetriebe. Kann ich jedem Vielfahrer nur empfehlen. Wer dagegen regelmäßig Kurzstrecken vor sich hat, sollte einen Benziner oder Hybrid nehmen."
Das Fahrwerk? Zeigt sich auf der Probefahrt tadellos – kein Klappern, kein Spiel in der Lenkung. "Hätte mich bei knapp 40.000 Kilometern auch gewundert", erklärt Meister Wünsch und nimmt den Peugeot auf die Hebebühne.

Dort schaut er sich in aller Ruhe die Bremsen an (die Hälfte haben die Beläge hinter sich), prüft die Aufhängung der Achsen (kein übermäßiges Spiel), scannt Kühler und Ölwanne (alles trocken) und wirft einen Blick auf die Leitungen des Unterbodens (alles so, wie es sein soll). "Minimal Flugrost an den Achsträgern, Reifenprofil bei 40, Bremsbeläge bei 50 Prozent. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck, die durchgeführten Servicearbeiten unterstreichen das. Kurz: ein junger Gebrauchter, den man nicht länger beschnüffeln muss. Vorausgesetzt, der Preis stimmt", so unser Checker.
Stimmt er denn? Nun: Zwei Jahre alte 3008 mit fast 40.000 Kilometern Laufleistung gibt’s ab rund 20.000 Euro, drei Jahre alte Exemplare ab 17.500 Euro. Und EU-Neuwagen – mit sechs Monaten Lieferzeit – kosten ab 22.500 Euro. Ein paar Tausender lassen sich mit dem Gebrauchten also sparen, und er ist sofort verfügbar.