Nobler Eurovan-Lademeister für kleines Geld

Lancia Zeta 2.0 Turbo ab 2.500 €
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Nobler Lademeister für kleines Geld

Lancia Zeta 2.0 Turbo, Frontansicht © Archiv 19 Bilder

16 Jahre dauerte es, bis aus dem ItalDesign-Entwurf Lancia Megagamma der Eurovan wurde. Topmodell des italienisch-französisches Gemeinschaftsprojekts war neben Citroën Evasion, Fiat Ulysse und Peugeot der Lancia Zeta.

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Zugegeben, ich mag keine Vans. Für mich ist das Thema mit einem Volkswagen T4 2.5 TDI für alle Zeiten bestens gelöst. Geräumig, leistungsfähig, solide, und in der Linie steckt ein Hauch vom Passat-Nasenbär, meinem Lieblingskombi.

Aber dieser typische VW-Bus, ein Auto-Urmeter nach DIN-Norm, wäre zu fantasielos. Da fiel mir der Lancia Zeta plötzlich ein, schließlich sah ich unlängst die Version 2.0 Turbo für 1.350 Euro auf dem Kiesplatz: „Guter Zustand, fahrbereit“. Und genau das hat mich zur Probefahrt inspiriert.

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Nobelvariante des Eurovans: Lancia brachte 1994 mit dem Zeta den am edelsten ausgestatten Großraumvan.

Prestige-Van mit viel Leistung

Ein Exote zweifellos, aber er spielt die begehrte Außenseiterrolle des luxuriösen Prestige-Vans mit viel Leistung. Damit bietet der Zeta genau das, was fanatische Limousinenfreunde wie mich notfalls mit dieser seltsamen Fahrzeuggattung versöhnt. Außerdem hat der Zeta einen erstklassigen Stammbaum. Er lässt sich nämlich in direkter Linie zur Italdesign-Studie Megagamma von1978 zurückverfolgen. Womit sich Automobilhistorikern die Frage stellt: „Wer hat's erfunden?“

Nicht Nissan Prairie, Mitsubishi Space Wagon oder Renault Espace, sondern Lancia Megagamma hieß die erste Großraum-Limousine modernen Frontantrieb-Zuschnitts. Leider kam er erst 16 Jahre später und statt auf exklusiver Gamma-Plattform mit Fiat-Baukastentechnik mit Starrachse hinten. Eurovan nennt sich das Joint Venture, das munter Zeta-Zwillinge in Gestalt des Fiat Ulysse, des Peugeot 806 und des Citroën Evasion zeugte.

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Die Bestuhlung gab es auf Wunsch mit 7 Einzelsitzen oder einer Sitzbank für 3 Personen in der dritten Reihe.

Lancia Zeta kostete mehr als 60.000 Mark

Mir ist der Lancia Zeta der Liebste unter den Großraum-Tipo-4, stilistisch zeigt er ein klares Gesicht, was nicht jedem Van gelingt. Er fährt sich angenehm, ist leise, temperamentvoll und komfortabel. Seine ledergepolsterte Ausstattung wirkt gediegen. Schließlich war er mit 60.450 Mark der mit Abstand teuerste Eurovan. Rostprobleme sind selten, der Zeta ist vollverzinkt, und der niedrig belastete Turbomotor hält ewig.

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Im Gegensatz zum erfolgreichen Mitbewerber Renault Espace bietet der Eurovan (im Bild der Fiat Ulysse) zwei praktische Schiebetüren.

So viel kostet der Lancia Zeta heute

Der Lancia Zeta hat auch heute noch die Nase vorn, wenn es um die Marktpreise geht. Gepflegte Exemplare kosten um die 2.500 Euro. Von den gepflegten Fahrzeugen gibt es allerdings wenige. Denn wegen der robusten Bauweise und der Zuladung von rund 800 kg wurden viele Eurovans als Baufahrzeuge genutzt. Es ist ja auch so einfach: Am Freitag alle Sitze raus, am Wochenende Baumateriel transportieren, am Sonntag Abend die Sitze wieder rein. So etwas hinterlässt natürlich seine Spuren.

Citroën Evasion, Peugeot 806 und Fiat Ulysse sind etwas günstiger als der Zeta. Bei ihnen beginnen die Preise für ordentliche Exemplare bei etwa 1.500 Euro.

Fazit

Wer ein Auto sucht, das nicht an jeder Ecke steht, dazu noch innen etwas hermacht, bis zu 8 Sitze und fast 800 kg Zuladung bietet und auch noch wenig kostet - der stolpert früher oder später über den starrachsigen Eurovan. Die nobelste Variante ist der Lancia Zeta, doch auch Peugeot 806, Citroen Evasion und Fiat Ulysse sind dankbare Youngtimer für die härteren Aufgaben. Dank Verzinkter Bleche steht von dieser Seite auch kein Ungemach ins Haus.

Tabelle (techn. Daten)

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