Hässliches Ufo auf Rädern: Bristol 412 SII Zagato

Bristol 412 SII Zagato
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Hässliches Zagato-Ufo

Bristol 412 SII Zagato, Frontansicht © Dino Eisele 25 Bilder

Bei aller Liebe für skurrile Formen, aber dieser Zagato ist missglückt. Man muss schon einen Panther Six, diesen Sechsrad-Tausendfüßler, danebenstellen, um den Bristol 412 SII schön zu finden.

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Aber genug der Schmach, die einfallslos kantige Form ist funktional untadelig. Beste Übersicht, viel Frischluft dank großer Luke, dazu zwei verspielte Ausstellfensterchen im Targa-Bügel. Der Bristol 412 SII ist ein ganz Lieber.

© Dino Eisele

Skurille Lösung: Den Bristol-Designern kann man nicht vorwerfen, dass sie nicht innovative Lösungen gefunden hätten.

5,9-Liter-V8 aus dem MOPAR-Regal

Denn anders als bei anderen Exoten kann beim Bristol 412 SII nicht viel kaputtgehen. Der Chrysler-V8 aus dem Mopar-Regal schüttelt sich seine Kraft so drehzahllässig aus den Tiefen seiner zentralen Nockenwelle, dass Verschleiß ein Fremdwort bleibt. Das alubeplankte Stahlblechgerippe ist ab Werk, in dem alles per Handarbeit und in Muße geschah, bestens korrosionsgeschützt.

Außerdem ruht die versteifte Hülle des Bristol 412 SII auf einem soliden Kastenrahmen mit Traversen. Der snobistische Soft-Window-Targa, von dem es nur 62 Exemplare gab, weil guter Geschmack eben fürchterlich einsam macht, zeigt sich frei von Verwindungen. Die Aussage, dass man einen Bristol fahre, zwingt Autokenner zu anerkennendem Stirnrunzeln, denn gegen die homöopathische Dosis von Autos, die das ehemalige Flugzeugwerk in der gleichnamigen südenglischen Metropole verließen, ist ein Rolls-Royce fast vulgär.

© Dino Eisele

Klassisch britisch: Das Cockpit verwöhnt mit Leder und Holz - und einer schönen Uhrensammlung.

Bristol 412 SII mit Starrachse

Der Bristol 412 gibt sich technisch weit konservativer als ein Silver Shadow, der mit seinem hydropneumatischen Federungssystem, seiner aufwendigen Bremsanlage und seiner Schräglenker-Hinterachse avantgardistische Züge trägt.

Stoisch hält Bristol 412 SII an der Starrachse fest, nichts an dem Wagen ist aufregend, nur die Ruhe, die er ausstrahlt. Das Connolly-Leder vermittelt Geborgenheit, die Qualität liegt auf verlässlichem Opel-Niveau. Mit dem Bristol muss und möchte man alt werden, weil man ihn nie wieder los wird.

© Dino Eisele

Schrauber freuen sich beim Bristol über integrierte Ablageflächen im Motorraum. Fahrer über den 5,9-Liter-V8 von Chrysler.

So viel kostet ein Bristol 412 SII

Der Markt ist klein, die Nachfrage kaum vorhanden – und Bristol-Fahrer Überzeugungstäter. Im Zustand 2 gibt Classic-Analytics einen Preis von 59.000 Euro an.

Tabelle (techn. Daten)

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