Keine Frage, mit dem Z3 ist BMW ein großartiger Roadster gelungen. Doch inzwischen gerät auch dessen kühn gezeichneter Nachfolger Z4 ins Visier der Youngtimer-Szene, bei dem außer dem Z in seinem Namen und dem klassischen Roadster-Layout rein gar nichts auf ein gemeinsames Elternhaus hinweist. Ob so viel Mut am Ende belohnt wird? Die Meinung der Fans ist da eindeutig: Der coole BMW Z4 hat auf jeden Fall das Zeug zum Klassiker.
Concept X deutet die Linien des Z4 an

BMW präsentierte den vollkommen neu gestylten Z4 Roadster im September 2002 auf dem Pariser Autosalon. Ein Jahr zuvor hatten die Münchner Autohersteller auf der Detroit Auto Show bereits mit einer Designstudie, dem Concept-Car X Coupé, für Aufsehen gesorgt, allerdings konnte sich niemand ernsthaft vorstellen, dass es jemals ein Serienauto mit einer ähnlich polarisierenden Linienführung geben würde. Tatsächlich jedoch hatte der damalige BMW-Chefdesigner Chris Bangle wohl genau dieses im Sinn, als er den Z4 zeichnete und dessen Flächen jäh vom Konvexen ins Konkave wechseln ließ.
Wie der Z3 wurde auch der Z4 ausschließlich im US-Werk Spartanburg gefertigt, die Auslieferung begann in den USA im Herbst 2002. In Deutschland war der Z4 Roadster ab Februar 2003 erhältlich. Nach anfänglichen Verkaufserfolgen brach der Absatz des Zweisitzers ab 2004 jedoch ein, weshalb BMW im Frühjahr 2006 ein Facelift mit umfangreichen technischen Neuerungen präsentierte. 2006 erschien auch der Z4 M, der mit 343 PS für die stärkste Roadster-Version der E85-Baureihe stand. Im August 2008 endete die Produktion der ersten Z4-Generation, im Mai 2009 stand das Z4-Nachfolgemodell E89 in den Schauräumen.
Seltene Variante: Z4 Coupé

Der Z4 Roadster der Baureihe E85 mit scharfen, klar gezeichneten Linien, dem Haifischmaul und dem wuchtigen Kofferraumdeckel blieb während seiner gesamten Bauzeit im Grunde seines Wesens optisch nahezu unverändert. Im Zuge eines Facelifts im Frühjahr 2006 modifizierte BMW einzig die Stoßfänger und die vordere Schürze, die Scheinwerfer und die Rückleuchten. 2006 erschien mit dem Coupé die geschlossene Version des Z4. Mit nur etwas mehr als 17.000 Exemplaren ist das Coupé heute schon ein seltenes Sammlerstück.
Der Z4 basiert technisch prinzipiell auf der Dreier-Reihe E46. Neu ist die optionale Fahrdynamik-Control (FDC), die auf Knopfdruck den Motor etwas spritziger agieren lässt. Ebenfalls neu: eine elektrische Lenkung, die jedoch oftmals Anlass zu Kritik bot. Einzig in der M-Version kommt anstelle der elektrischen eine hydraulische Lenkung zum Einsatz.
Motoren von 150 bis 343 PS

Ursprünglich sollte es den Z4 ausschließlich mit den Vierventil-Reihensechszylinder-Motoren Typ M54 geben, zu Beginn seiner Karriere standen der 2.5i mit 192 PS sowie der 231 PS starke 3.0i zur Auswahl. Im Herbst 2003 folgte der 170 PS starke 2.2i. Die Kraftübertragung besorgten Fünf- bzw. Sechsganggetriebe (auch als SMG-Version) oder eine Fünfstufenautomatik. Ab 2004 gab es den Z4 auch als 2.0i mit einem 150 PS starken Zweiliter-Vierzylinder (N46). Im Zuge des Facelifts im Frühjahr 2006 ersetzten die neuen Reihensechszylinder N52 die alten Motoren.
Der 2.5i leistete jetzt noch 177 PS, darüber wurden der 2.5si mit 218 PS und der 3.0si mit 265 PS positioniert. Die Krönung stellte die 3,2-Liter-Maschine des Z4 M mit 343 PS dar. Kunden konnten jetzt zwischen Sechsganggetriebe oder Sechsstufenautomatik wählen. Von 2003 bis 2006 bot Alpina einen Z4 mit 300 PS starkem 3,4-Liter-Sechszylinder (Typ E5/2) an.
Viel Roadster-Feeling, wenig Komfort

Dafür, dass es sich beim Z4 um ein vergleichsweise modernes Fahrzeug handelt, bietet er viel klassisches Roadster-Feeling. Als Pilot sitzt man gefühlt fast schon auf der Hinterachse, und man wird auch nicht mit allzu viel Komfort vom Wesentlichen abgelenkt – vom Fahren. Kurvenstraßen sind die Paradedisziplin eines Z4, selbst wenn viele das bisweilen unnatürliche Gefühl der elektrischen Lenkung bemängeln. Unterm Strich ein Auto für Puristen – eines der letzten.