Wankel-Bus: Mazda Parkway Rotary Super Deluxe 26

Mazda Parkway Rotary Super Deluxe 26
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Kreiskolben-Bus - Schwer, durstig aber einzigartig

Mazda Parkway Rotary Super Deluxe 26 Wankelmotor Bus © Mazda / Patrick Lang 9 Bilder

1974 brachte Mazda den Parkway mit Wankelmotor auf den Markt. Ein Erfolg wurde der Bus damit nie, aber schick und schrullig. Heute ist er etwas ganz Besonderes.

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Der Ansatz war durchaus nicht verkehrt. Um der steigenden Umweltbelastung durch den Mobilitätssektor zu begegnen, bietet Mazda zwei Jahre nach seiner Einführung den Bus Parkway ab 1974 auch mit Kreiskolbenmotor an. Dank der 2-Scheiben-Wankelmaschine 13B, die Mazda bis dahin im RX-3 eingesetzt hatte, unterbietet der Parkway Rotary Super Deluxe 26 die japanischen Abgasvorschriften bei Weitem. Warum wird diese Version des Parkway dann aber nur 44 Mal gebaut? Weil der Wankel zwar weniger Abgas- aber jede Menge andere Probleme brachte.

© Mazda

Wenn schon die Sitze so gemütlich aussehen, ist der vibrationsarme Betrieb eines Wankelmotors doch genau das Richtige für den Parkway. Oder doch nicht?

Die Vorteile des Wankelmotors sind bekannt. Im herkömmlichen Kolbenmotor verwandelt eine Kurbelwelle die Hubbewegung in eine Drehbewegung. Ein Arbeitsschritt, den sich der Kreiskolbenmotor sparen kann – wie es der Name andeutet, entsteht bei ihm schon mit der Verbrennung eine Drehbewegung – mit dem Ergebnis einer besonders vibrationsarmen Laufruhe. Die Verbrennungsenergie wird durch eine großteils unwuchtbefreite Exzenterwelle direkt in Antriebsenergie umgemünzt, die sich turbinenartig in die Höhe schraubt; die gesamte Konstruktion ist leicht und kompakt. Mazda hält dem Antriebskonzept am längsten die Treue, hat bis 2012 mit dem RX-8 ein Auto mit Wankelmotor im Portfolio. Doch beim Parkway war die Kreiskolben-Karriere schnell beendet.

Schwer und durstig

Zweimal 654 Kubikzentimeter Kammervolumen, rund 180 Newtonmeter bei 4.000/min und 135 PS bei 6.500 Umdrehungen – in dieser Konfiguration tritt der Bus mit Platz für 26 Passagiere drehfreudiger auf als so mancher Pkw seiner Zeit. Trotz fast drei Tonnen Fahrzeuggewicht erreicht der Wankel-Bus eine Reise-Höchstgeschwindigkeit von bis zu 125 km/h. Ein recht kurz übersetztes Viergang-Getriebe sortiert den Vortrieb. Doch dass gleich zwei Kraftstofftanks mit 70 Litern Volumen an Bord sind, hat seinen Grund: Der Motor ist extrem durstig. Wie durstig genau, das will Mazda nicht verraten. Wurde bei der Bestellung die optionale Klimaanlage geordert, sitzt sogar noch ein zusätzlicher Einliter-Hubkolbenmotor für deren Betrieb im Heck. Mit dieser Ausstattung steigt das Gesamtgewicht um rund 400 Kilo und wie sich das auf den Verbrauch auswirkt, können Sie sich denken. Zudem ist auch das Emissionsverhalten nur mit Vorsicht zu genießen. Zwar liegt der Stickoxid-Ausstoß etwa 40 Prozent unter dem eines Hubkolbenmotors, doch das hängt vor allem mit der unvollständigen Verbrennung des Kraftstoffgemischs zusammen. Weil der Brennraum eine für die vollständige Verbrennung ungünstige Form hat, werden am Ende mehr Kohlenwasserstoffe als Stickoxide ausgestoßen. Das ist auch der Grund für die schlechte Effizienz des Antriebs.

© Mazda

Auf dem Armaturenträger thront der Drehzahlmesser und kündet von einem roten Bereich bei 6.500 Umdrehungen pro Minute.

Der Mazda Parkway war als kleiner Bus vor allem für Hotels, Schulen und Kleinbetriebe konzipiert, doch wegen der hohen Betriebskosten gönnt sich aus dieser Zielgruppe kaum ein Kunde den Luxus der Wankel-Version. Mit der Einführung der neuen Parkway-Generation im Jahr 1982 verschwindet der Antrieb aus dem Katalog. Noch 13 Jahre lang läuft der Parkway vom Band, bis die Produktion 1995 schließlich eingestellt wird. Was bleibt, ist die kuriose Ausnahmeerscheinung eines Busses mit dem drehfreudigen Wankelmotor eines sportlichen Mittelklasse-Pkw.

Fazit

Der Mazda Parkway Rotary Super Deluxe 26 war der erste Bus mit Wankelmotor. Mit dem schweren Gefährt hat die kleine Maschine aus dem RX-3 allerdings ihre liebe Not. Heute steht eines der lediglich 44 gebauten Exemplare in der Augsburger Wertachstraße im Mazda-Museum. Schön, denn neben dem exotischen Antrieb zeigt der Parkway auch das liebevolle japanische 70er-Jahre-Design.

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