Extrem-Unimog U 5000 6x6: Mog mal sechs

Extrem-Unimog U 5000 6x6
Mog mal sechs

Die Idee, dem Unimog eine dritte Achse anzuhängen, ist nicht neu. Auch für den U 5000 gab es bereits Anwendungen dieser Art. Neu hingegen: Mercedes bietet die Extrem-Version des Geländekönners jetzt ab Werk an.

Unimog U 5000 6x6 mit zehn Tonnen Nutzlast

Ziel des Umbaus ist in erster Linie die Nutzlast-Erhöhung. Sie steigt beim 6x6 auf 10 Tonnen bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 17 Tonnen. Der Radstand steigt auf 3.900 + 1.400 Millimeter. Vom 4x4 Basisfahrzeug des Unimog U 5000, der zum Umbau eine Rahmenverlängerung eingeschweißt bekommt, wird die restliche Technik 1:1 übernommen. Der Unimog U 5000 6x6 wird vom bewährten Reihen-Diesel OM 924 LA angetrieben, der 218 PS und 810 Newtonmeter Drehmoment bereit stellt.

Durch die Verlängerung leidet die Geländetauglichkeit nicht, im Gegenteil: die Böschungswinkel und der Rampenwinkel bleiben zum 4x4-Basisfahrzeug gleich, doch durch die jetzt drei voll sperrbaren Achsen erhöht sich die Traktion beträchtlich. Unverändert bleibt auch die Bodenfreiheit, die Portalachsen sind Serienteile – 480 Millimeter Luft unter dem Differential sind eine Hausnummer. Mit entsprechendem Zubehör liegt die werkseitig freigegebene Wattiefe bei satten 1,2 Meter.

Auf Wunsch mit Reifen-Füllanlage

Die schraubengefederten Portalachsen werden mit Einzelbereifung bestückt, optional ist eine vom Cockpit aus bedienbare Reifenfüllanlage erhältlich. In der Standardversion stehen acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge zur Verfügung. Wem das nicht reicht, der kann sich auch noch eine zusätzliche Geländegruppe für das Getriebe ordern. Erstaunlich gering für den 7,4 Meter langen Lulatsch ist der Wendekreis von 19,5 Metern.

Die dritte Achse und der verlängerte Rahmen bieten nicht nur eine deutliche Nutzlasterhöhung, die beispielsweise Baufirmen, Feuerwehren mit Wassertanks (Löschmittel-Tankvolumen jetzt bei 7.000 Liter) oder Energieversorger mit Spezialaufbauten zur Leitungs- und Rohrverlegung nutzen können. Durch den längeren Rahmen sind auch erheblich großzügigere Aufbauten möglich. In einer ersten Anwendung zeigt Mercedes den neuen Unimog U 5000 6x6 deshalb als Bautrupp-Transporter im Tagebau.

Unimog U 5000 6x6 auch in Euro-3-Ausführung

Da werden auch Fernreisende hellhörig. Denn mit der Radstands-Verlängerung bei unverändert drastischen Böschungswinkeln lassen sich viel großzügigere Wohnaufbauten realisieren, als es auf dem Standard-U 5000 4x4 möglich ist. Eine Spielart, die auch bereits der Expeditionsmobil-Spezialist Unicat auf einem U 5000 6x6 verwirklicht hat: dort entstand eine Absetz-Wohnkabine, die vom Fahrer autark in einen Übersee-Container verladen werden kann, um anschließend das Basisfahrzeug in einem ebensolchen zu verstauen. Weltreisende mit entsprechend gefülltem Bankkonto werden diese Alternative zu den großen Expeditions-Lkw vom Schlage eines Zetros oder MAN KAT interessant finden.

Ebenso wie die Tatsache, dass Mercedes auf Wunsch neben der Standard-Variante des OM 924 auch eine "Exportversion" nach Euro-3-Norm anbietet, die mit zweifelhaftem Diesel zurecht kommt und keine anfällige Filtertechnik an Bord hat.

Neben dem neuen U 5000 6x6 in der Personentransport-Ausführung zeigen wir Ihnen im zweiten Teil unserer Fotoshow die 6x6-Variante von Unicat und einen von Bocklet verwirklichten 4x4-Reise-Mog auf U 5000-Basis.