Cyan, die Rennsportabteilung von Volvo-Mutterkonzern Geely und früher bekannt unter dem Namen Polestar, hat mit dem P1800 Cyan ein Restomod-Coupé aufgebaut, das Stil und Purismus vereint. Da ist auf der einen Seite die klassische Silhouette des legendären P1800, wobei jedes Auto in direkter Abstimmung mit der jeweiligen Kundschaft gestaltet und gebaut wird. Auf der anderen Seite wirken wahlweise 355 oder 426 PS auf nur 990 Kilogramm – ohne ABS, ESP und Bremskraftverstärker.
Damit der Zweiliter-Turbo, bekannt aus dem Volvo C30, den P1800 nicht pulverisiert, wurde das originale Stahl-Chassis des P1800 verstärkt. Dazu modellierte die Cyan-Truppe die ebenfalls aus hochfestem Stahl und Carbon gefertigte Karosserie neu, versetzten die Fahrgastzelle etwas nach hinten und vergrößerten die Dimensionen, die Radkästen sowie die Spur. Auf dem Kofferraumdeckel prangt ein verchromter Tankdeckel, die Abgase entweichen aus einem mittig angeordneten Sportauspuff.
Neues Getriebe, neue Hinterachse
In den Radkästen drehen sich 18 Zoll große Zentralverschluss-Leichtmetallfelgen mit Reifen der Größe 235/40 vorn und 265/35 hinten. Dahinter verbirgt sich eine AP-Racing-Bremsanlage, deren Vierkolben-Festsättel sich in 362 beziehungsweise 330 Millimeter große Bremsscheiben verbeißen.
Wer positiv beschleunigt, greift zum Schaltknüppel des manuellen Holinger-Fünfgang-Getriebes und reißt die Gänge 1 (links unten) bis 5 durch die Gassen. Die Getriebe- und Hinterachs-Übersetzung definieren die Schweden gemeinsam mit den Kunden. Ein Sperrdifferenzial an der von Cyan neu entwickelten Hinterachse mit Einzelradaufhängung verteilt die Kraft. Den Kontakt zu den Rädern stellt ein einstellbares Gewindefahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und hinten her.
Auch der Innenraum wurde im Stile des P1800 gestaltet. Die Rundinstrumente, teilweise in Blau hinterlegt, präsentieren Chromringe und klassische Anzeigen. Wollapplikationen und Leder zieren weitere Elemente im Interieur. Der Fahrer greift in ein Dreispeichen-Sportlenkrad von Momo. Beide Passagiere nehmen vorne Platz auf tiefen Sportsitzen mit Vierpunkt-Renngurten. Sie werden im Inneren von einem Titan-Überrollkäfig geschützt.
Etwas abgeschwächte GT-Version
Wer es etwas seichter mag, kann sich ab sofort auch für die GT-Version des Volvo P1800 Cyan entscheiden. Das Fahrwerk ist weiterhin komplett einstellbar, aber für kurvenreiche Landstraßen statt Rennstrecken ausgelegt, also nicht gar so hart abgestimmt. Den Motor haben die Ingenieure einen Tick mehr Richtung Fahrbarkeit als auf pure Höchstleistung optimiert. Innen gibt es normale Sitze mit Leder-Stoff-Bezug sowie Standardgurten, mehr schalldämpfende Materialien und eine neue Version des Titan-Überrollkäfigs, die den Einstieg erleichtert.
Apropos Kraft, Sie müssen nun stark sein: Nein, der P1800 Cyan ist kein Einzelstück. Er kostet knapp 500.000 Euro und fährt seit 2021 in einer Kleinserie aus der Produktionshalle im schwedischen Göteborg, wobei der Restomod-Umbau eines originalen Volvo P1800 jeweils zwischen 12 und 15 Monate in Anspruch nimmt. Den Preis für die GT-Version nennt Cyan nur potenziellen Kunden, die glaubhaft eine Kaufabsicht vermitteln können. Es wird sie nur in begrenzter Stückzahl geben, wobei zwei Exemplare bereits produziert wurden. Über den gezeigten Volvo P1800 Cyan GT in Metallic-Grün freut sich übrigens ein Kunde in den USA.