"Sonntagsauto": Fiat Coupé, mit einem Schuss Maranello

„Sonntagsauto“
Fiat Coupé, mit einem Schuss Maranello

Anfang der 90er Jahre suchte Fiat sein Heil in der Masse mit Modellen wie Punto und Tipo, ergänzend sollten aber Nischenmodelle das Image aufbessern. Dazu schickte Konzernchef Cantarella 1994 das Fiat Coupé ins Rennen.

Fiat Coupé
Fiat

Das bemerkenswerte Design des Fiat Coupé entstand unter Federführung des späteren BMW-Designers Chris Bangle im hauseigenen Centro Stile. Als technische Plattform stand die Bodengruppe des Tipo zur Verfügung. Den Innenraum steuerte Pininfarina bei. Zu den markanten Details zählen unter anderem der massive Tankverschluss aus Aluminium, die Sicken durch die Radläufe, die runden Rückleuchten sowie die lackierten Flächen auf dem Armaturenbrett. Die weit heruntergezogene Front mit den abgedeckten Scheinwerfern brachte einen Hauch Ferrari in die Linienführung des Fiat Coupé. Auf den vorderen Plätzen konnte man sich gemütlich räkeln, im Fond ging es aber Coupé-typisch eng zu.

Fiat Coupé ist schnellster Fiat aller Zeiten

Das Motorenportfolio generierte sich aus dem Konzernbaukasten und reichte vom 131 PS starken 1,8-Liter-Sauger bis zum 220 PS starken-Fünfzylinder-Zweiliter-Turbo-Triebwerk. Dieser 20V Turbo wurde mit bis zu 1,2 bar Ladedruck beaufschlagt und wuchtete 310 Nm auf die Vorderräder und beflügelte das Fiat Coupé auf 250 km/h. Der 2+2-Sitzer damit war seinerzeit der schnellste Fronttriebler am Markt und ist bis heute noch das schnellste Fiat-Serienmodell aller Zeiten. Den Spurt von Null auf 100 km/h absolvierte der Italiener in 6,2 Sekunden und um den Schlupf an den Antriebsrädern zu begrenzen wurde in den ersten beiden Gängen der Ladedruck limitiert.

Fiat Coupé soff maximal 16,6 Liter pro 100 km

Dem Fahrwerk attestieren alte auto motor und sport-Tests eine stramme Abstimmung ohne Rücksicht auf Komfort. Zudem fährt der Italiener agil, präzise und überaus neutral. Die Bremsleistungen überzeugten, der Geradeauslauf bei höheren Geschwindigkeiten dagegen eher nicht. Turbo-typisch fielen auch die Verbrauchswerte aus. Maximal gönnte sich der Fünfzylinder 16,6 Liter, minimal waren 8,2 Liter drin. Im Testmittel standen dann aber 12,2 Liter zu Buche.