Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport (2019) mit Sechszylinder

Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport (2019)
Mit Sechszylinder-Boxer für die Rennstrecke

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Für viele Porsche-Enthusiasten steht weiterhin fest: In einen Cayman gehört ein Sechszylinder-Boxer. Punkt. Und weil die Schwaben wissen, was sich ihre treuesten Anhänger wünschen, bauen sie ein solches Auto auch in jener Ära, in der das Zweisitzer-Coupé mit dem Werkscode 982 längst die Ziffernkombination 718 trägt und standardmäßig von einem Vierzylinder-Turbo angetrieben wird. Sie bauen sogar zwei Varianten davon, die allerdings beide nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden dürfen. Sie hören auf den Namen Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport, wobei sich die Version „Trackday“ an ambitionierte Hobbyrennfahrer wendet und das „Competition“-Modell für echte Renneinsätze nach GT4-Reglement gedacht ist.

Sechszylinder-Boxer mit 3,8 Litern Hubraum

Wie der vom Vorgänger, dem 981er-Cayman, abgeleitete GT4, von dem es ebenfalls eine Clubsport-Variante gab, erhält auch die Neuauflage ein aus dem 911 entliehenes Aggregat. Es bleibt beim Hubraum von 3,8 Litern, aber der weiterhin frei saugende und nach mindestens 98-oktanigem Sprit verlangende Sechszylinder-Boxer leistet 425 statt 385 PS. Das maximale Drehmoment steigt leicht von 420 auf 425 Newtonmeter und steht erst deutlich später zur Verfügung: bei 6.600 statt zwischen 4.750 und 6.000 Umdrehungen. Da scheinen die Leute in Weissach einen echten Rennmotor mit spitzer Leistungsabgabe konstruiert zu haben, das nach Drehzahlen giert. Maximal sind 7.800 Touren möglich – so dürfte es die Rennstrecken-affine Stammkundschaft mögen.

Gleiches sollte für die vielen anderen exquisiten Komponenten gelten, die Porsche dem 718 Cayman GT4 Clubsport spendiert. Als da wären: Ein Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit renn-optimierter Abstimmung, eine mechanische Hinterachs-Quersperre, die Vorderachse des 911 GT3 Cup und eine Rennbremsanlage mit 380er-Scheiben rundum. Die wohnen in Schmiedefelgen der Dimensionen 9 x 18 Zoll vorne und 10,5 x 18 Zoll hinten; ausgeliefert wird der GT4 Clubsport mit Michelin-Reifen. Innen ist er mit eingeschweißtem Sicherheitskäfig, Recaro-Rennschalensitz, an den Motorsporteinsatz angepasster Mittelkonsole und Sechspunkt-Gurt ausgerüstet.

Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport
Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Heckflügel und Türen aus Biofaser-Verbundwerkstoffen

Äußerliche Unterschiede zum normalen 718 Cayman für die Straße zeigen sich durch die Schnellverschlüsse an Front- und Heckklappe und den feststehenden Heckflügel. Der besteht, genau wie die Türen, aus Biofaser-Verbundwerkstoffen. Hier kommen vor allem Flachs- oder Hanffasern zum Einsatz, die in der Landwirtschaft als Abfallprodukte übrigbleiben. Klingt nachhaltig und soll hinsichtlich Gewicht und Steifigkeit ähnliche Eigenschaften haben wie Kohlefaser. Das Gewicht des Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport beträgt 1.320 Kilogramm.

Bleiben noch die Unterschiede zwischen den beiden Versionen „Trackday“ und „Competition“. Ersterer ist ein „GT4 Clubsport-Light“, was sich zum Beispiel an der fixen Stoßdämpferabstimmung zeigt; die Dämpfer des Wettbewerbsmodells sind dreifach in Zug- und zweifach in Druckstufe verstellbar. In Höhe, Sturz und Spur justierbare MacPherson-Federbeine haben aber beide, genau wie abschaltbare Regelsysteme (ABS, Traktions- und Stabilitätskontrolle). Beim Competition lässt sich außerdem die Bremsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse verstellen. Die Sicherheitstanks fassen 80 (Trackday) oder 115 Liter (Competition). Während der eine über einen Handfeuerlöscher verfügt, sind beim anderen eine automatische Feuerlöschanlage und das abnehmbare Lenkrad mit Verstellmöglichkeiten aus dem 911 GT3 R an Bord. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Competition-Modells ist die integrierte Lufthebeanlage für schnelle Boxenstopps. Eine Klimaanlage, Rettungsluke im Dach, FIA-zertifizierte Rettungsschlaufen und einen Pit-Speed-Limiter haben beide Varianten.

Bestellungen für den 718 Cayman GT4 Clubsport nimmt Porsche ab sofort entgegen, ausgeliefert wird ab Februar. Die Preise mit deutscher Mehrwertsteuer: 159.460 Euro für die Trackday-Variante und 186.830 Euro für das Competition-Modell.