Reicht die Basisversion des Mercedes EQS?

Elektro-Limousine Mercedes EQS als Basisversion
Verkauft an den Mindestbietenden

Gerade hat Mercedes auf der IAA mit dem AMG EQS 53 4Matic die neue Topversion der großen Elektro-Limousine vorgestellt. Und wir machen jetzt genau das, was an dieser Stelle niemand erwartet: Wir lassen den PS-Protz links liegen und werfen stattdessen einen Blick auf die Einstiegsversion. Was bekommt man, wenn kein einziges Kreuzchen in der Aufpreisliste den Stromer veredelt? Nun, zunächst mal eine Rechnung, die trotzdem die 100.000-Euro-Grenze reißt. 106.374 Euro und 10 Cent wollen die Stuttgarter für die nackte Basis des EQS. Schauen wir im Konfigurator nach, was das am Ende für Sie bedeutet.

Keine extravaganten Farben

Schon die Exterieur-Serienausstattung ist recht umfangreich – zumindest im Vergleich zu anderen Fahrzeugen, nicht aber im Vergleich zu dem, was man alles in den EQS packen könnte. Die Black-Panel-Front, adaptive LED-Scheinwerfer, 3D-Rückleuchten, Chrom-Akzente und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen schmücken die Limousine, die als Basisversion übrigens nur einen Motor an der Hinterachse trägt und mit 333 PS in 6,2 Sekunden auf 100 km/h surrt. Die Energie dafür liefert ein Akku mit einer Kapazität von 90 kWh netto. So viel zu den technischen Daten, doch uns geht es hier ja um die Ausstattung.

Mercedes EQS 450+ Basisversion Konfigurator
Mercedes

Acht Farben stehen gratis zur Auswahl, was zunächst nach einer ganz ordentlichen Palette klingt. Bei genauerer Betrachtung sind es allerdings lediglich Nuancen, die Schwarz, Schwarz, Schwarz, Blau, Blau, Grau, Weiß oder Silber voneinander unterscheiden – aber immerhin. Kostenlose Wahlmöglichkeiten gibt es auch im Innenraum. Die Ledernachbildung Artico wäre in drei Ausführungen zu haben, alternativ ist auch eine schlichte schwarze Lederausstattung im Basispreis enthalten. Das Dekor ist dagegen schnell ausgesucht. Serienmäßig packt Mercedes eine schwarze Verkleidung ins Cockpit, alles andere kostet extra.

Umfang der Serienausstattung

Auch wenn das jetzt vielleicht so klingt, stellt Ihnen Mercedes hier kein Brot-und-Butter-Auto auf den Hof. Kleine Serienausstattungs-Kostprobe gefällig? Fein, los geht's: Akustikverglasung, Spiegel automatisch abblendend, Umfeldbeleuchtung, Lordosenstütze, elektrische Sitze mit Memory-Funktion, Sitzheizung vorne, Nappaleder-Lenkrad, Ambientebeleuchtung, Klimaautomatik, aktiver Brems-Assistent, aktiver Spurhalte-Assistent, MBUX-Infotainment mit Smartphone-Integration und OLED-Display, Fingerabdruck-Sensor, adaptive Dämpfer, Dynamic Select, Schnellladefunktion, Hinterachslenkung, induktive Ladeschale, Keyless-Go, integrierte eSim, 5m Ladekabel, Park-Paket mit Rückfahrkamera und Park-Assistent und – last but not least – eine Warnweste für den Fahrer.

Mercedes EQS 450+ Basisversion Konfigurator
Mercedes / Patrick Lang

Das Paket scheint also ziemlich umfangreich. Dass es jemand kauft, wird vermutlich trotzdem nicht zum Regelfall. Warum? Weil der EQS vor allem ein Technologie-Feuerwerk ist und wer sich für dieses Auto entscheidet, hat aller Wahrscheinlichkeit nach auch große Lust auf innovative Extras wie Digital Light, Head-up-Display mit Augmented Reality oder das Cockpit mit Hyperscreen. Im Konkurrenzumfeld wären hier der Audi E-Tron GT Quattro zu nennen, der in seiner Basisversion zum ähnlichen Preis zwar mehr Leistung aber weniger Luxus und Platz bietet. Oder der BMW i4, der als M50 sogar schon für 70.000 Euro in der Preisliste steht, allerdings mit seinen 400 kW noch eine Spur sportlicher ausgelegt ist. Als klassische Limousine mit Elektroantrieb und Komfortanspruch wäre entsprechend nur das Tesla Model S zu nennen, das dem EQS in puncto Ausstattung allerdings nicht das Wasser reichen kann.

Wenn Ihnen der Sinn doch nach mehr Glanz und Gloria steht, können Sie sich in unserer Fotoshow das andere Ende der Preisliste anschauen: Die AMG-Topversion des EQS mit 700 PS.