Wie viele Baureihen braucht ein Autohersteller, damit man von einer Modellpalette sprechen kann? Sollte die Antwort darauf „mindestens zwei“ lauten, dann hat Laffite Supercars bereits eine Modellpalette beisammen. Neben dem straßenzugelassenen Offroad-Buggy G-Tec X-Road (mehr dazu in diesem Artikel) bietet die in Los Angeles, Miami sowie im spanischen Valencia ansässige Firma einen Sportwagen, der aussieht, als sei er direkt von der Hunaudières-Geraden der Le Mans-Rennstrecke auf öffentliche Straßen abgebogen.
Laffite X-24 mit der Form eines LMP-Renners
Der X-24 hat die typische Form eines LMP-Renners mit kurzer, zerklüfterer Front, langem Heck, bauchigen Kotflügeln, kuppelartiger Fahrgastzelle und darauf platzierter Lufthutze, die den Mittelmotor mit Frischluft versorgt. Auch die aerodynamischen Elemente wie das vordere Spoilerschwert, das an die Lufthutze anschließende Leitblech, der mächtige, zentral aufgehängte Heckflügel und der optisch nicht minder beeindruckende Diffusor ähneln jenen waschechter Le Mans-Rennwagen. Auf ersten Fotos wirken jedoch die Radausschnitte völlig über- oder die Räder komplett unterdimensioniert. Hier dürfte Laffite allerdings noch nacharbeiten.

Das Chassis will der Hersteller eigens für den X-24 entwickelt haben. Vergleicht man Bilder, liegt allerdings der Schluss nahe, dass der technische Kooperationspartner, ein Rennteam namens Virage, seinen LMP3-Rennwagen von vor zwei Jahren hier zweitverwertet. Dazu passen auch die technischen Daten. Der 4,65 Meter lange, 1,90 Meter breite und nur 1,05 Meter hohe Sportwagen mit Monocoques aus einer Karbon-Wabenstruktur wiegt leer 930 Kilogramm. Ein LMP3-Rennwagen muss dem Reglement nach 950 Kilogramm auf die Waage bringen und verfügt über exakt dieselben Maße. Allerdings verfügt der Laffite X-24 laut Hersteller über ein luxuriös eingerichtetes Interieur, in dem zwei Personen Platz finden.
Nissan-V8 oder Elektromotor
Auch der Motor passt zum LPM3-Paket. Genau wie die Rennwagen verfügt der Laffite über den Fünfliter-V8 VK56 von Nissan, der vor einigen Jahren in diversen Infiniti-Modellen eingesetzt wurde und aktuell als Basis für Rennmotoren dient. Im X-24 leistet das Triebwerk je nach Konfiguration zwischen 431 und 548 PS. Über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe aus dem Hause X-Trac, das über Lenkradwippen bedient wird, leitet der Motor seine Kraft auf die Hinterräder weiter. Die Abgase entweichen über je ein dickes Endrohr, das links und rechts vor den Hinterrädern aus der Karosserie schaut.

Wer mit der Zeit gehen möchte, kann den Laffite X-24 aber auch in einer rein elektrischen Version ordern. Dann leistet der Sportwagen 350 kW / 476 PS – oder 597 kW / 811 PS, wenn man sich für die stärkere Version entscheidet. Für diese liegen allerdings noch keine Fahrleistungen vor. Die Höchstgeschwindigkeit der 350 kW-Version beziffert Laffite Supercars mit 240 km/h. Der Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 60 Kilowattstunden befähigt den X-24 E zu einer Reichweite von 322 Kilometern – und ist gleichzeitig der Hauptgrund dafür, dass das Leergewicht auf 1.230 Kilogramm wächst.
Preise für den auf 30 Exemplare limitierten Sportwagen nennt Laffite Supercars noch nicht. Es besteht aber die Möglichkeit, ein Exemplar aus einer Art Car-Kollektion zu erwerben, deren Auflage noch strenger limitiert ist. Zwischen Bestellung und Auslieferung sollen acht Monate vergehen – oder deren neun, falls man sich für die elektrische Variante entscheidet.