Nach den Ausstiegen von Audi und Porsche aus der WEC ist Toyota mittlerweile der einzige große Hersteller in der LMP1-Klasse der Sportwagen-WM. Die Japaner stellen auch das einzige Hybrid-Modell bei den Langstreckenrennen der kommenden Saison. Die private LMP1-Konkurrenz geht ohne Elektro-Antrieb an den Start.
Um die beiden Lager anzugleichen und wenigstens für etwas Spannung zu sorgen, wird der Toyota vom Regelwerk künstlich eingebremst. So wurde die maximal erlaubte Spritmenge pro Stint von 44,1 Kilogramm auf 35,2 Kilogramm reduziert. Zum Vergleich: Die konventionell angetriebene Konkurrenz darf 52,9 Kilogramm in die Tanks füllen.
Toyota TS050 ohne große Neuerungen
Durch die künstliche Angleichung machte es für die japanischen Techniker auch keinen Sinn, das Vorjahresmodell großartig weiterzuentwickeln. Der Fortschritt in der Winterpause liegt nur unter dem Carbonkleid versteckt. Vor allem an der Zuverlässigkeit wurde gearbeitet. Nach dem Drama beim 2017er Le Mans-Rennen sollen dieses Jahr möglichst alle drei TS050-Rennwagen ohne Technik-Probleme die Ziellinie erreichen.
Die Ingenieure warnen allerdings davor, dass der von allen Experten erwartete Sieg kein Selbstläufer wird. Die Japaner befürchten, dass es die Regelhüter mit dem Einbrems-Maßnahmen übertrieben haben. Vor allem beim Top-Speed sieht man sich klar im Nachteil. Nach den Berechnungen der Techniker könnte die Nicht-Hybrid-Fraktion dank des Kraftstoff-Vorteils die langen Geraden in Le Mans 20 km/h schneller herunterfliegen.
Toyota langsamer auf Geraden und in Kurven?
Statt in einen höheren Top-Speed könnte die Toyota-Konkurrenz den Vorteil der höheren Spritmenge aber auch in die Aerodynamik stecken. Die konventionell angetrieben Renner können es sich leisten, mehr Flügel zu fahren und damit mehr Abtrieb zu generieren, ohne auf den Geraden verwundbar zu sein. Damit könnte der Vorteil der effizienten Toyota-Aerodynamik wettgemacht werden.
Den einzige echte Überlegenheit von Toyota liegt dann nur noch bei der Beschleunigung aus engen Kurven heraus. Durch die Elektromotoren sind beim TS050 alle vier Räder angetrieben. Damit kann der Hybrid-Renner seine rund 1.000 PS deutlich besser auf den Asphalt bringen als die Konkurrenz. Man darf gespannt sein, wie sich das am Ende auf der Strecke auswirkt.