"Es ist einfach nur irre", sagt der Sindelfinger. Edwin "Eddy" Waldhier kann sein Glück noch gar nicht fassen. Rund 100 Tage nachdem er zum ersten Mal überhaupt in einem Rennauto gesessen hat, ist er schon ein dreifacher Champion. In der Porsche Sprint Challenge Central Europe sicherte er sich beim Saisonfinale in Most zunächst den Titel in der Sprintwertung.
Vor dem alles entscheidenden Rennen lag er auf dem zweiten Tabellenrang hinter Sascha Halek. Es war aber klar: Sollte Waldhier das Rennen gewinnen, wäre er Meister. Im Qualifying holte Waldhier Platz zwei und Halek Platz drei. Nach dem Start ging Halek vorbei. "In dem Moment denkt man schon: Jetzt sind es nicht mehr zwei, sondern vier Punkte Rückstand", berichtet "Eddy", der die Nächte vor dem Finale sehr bescheiden geschlafen hat.

Waldhiers drei Meisterstücke
Doch nach einem kleinen Fehler des Kontrahenten konnte Waldhier wieder auf den zweiten Platz vorfahren. Mehr noch: Auch der Führende Marius Morosan war kurze Zeit später fällig. Als der Polesetter geknackt war, zog Waldhier davon und gewann letztlich souverän. Der erste Titel war gesichert. Mit dem letzten 100-Meilen-Rennen der Saison, das Waldhier wie gewohnt mit seinem Teamkollegen im Junior Team Germany, Jonas Greif, in Angriff nahm, waren noch zwei weitere Titel in Reichweite. Der in der Endurance- und der in der Teamwertung. Greif steuerte mit starken Einzelergebnissen in den Sprintrennen die nötigen Punkte für Letztere bei – und legte mit einem starken Eröffnungs-Stint auch den Grundstein für die gemeinsamen weiteren Meisterstücke.
Waldhier, der zur Rennmitte planmäßig den Porsche Cayman GT4 Clubsport übernahm, fuhr auf Rang zwei aus der Box und hatte erneut Morosan vor sich. Den hetzte er wie schon im Sprintrennen in einen Fehler, womit der Sieg und die beiden weiteren Titel besiegelt waren. "Ich bin tierisch happy über die Titel, aber auch tierisch traurig, dass die Saison schon wieder vorbei ist", gibt der dreifache Champion zu Protokoll. "Danke an alle Partner, ohne die das nicht möglich gewesen wäre: Upgraded, die Motor Presse Stuttgart, Michelin, KW und Raceroom", zählt der Schwabe auf. "Und natürlich auch an Robert und Walter Lechner. Sie haben mir immer den Rücken gestärkt und Tipps gegeben."

Robert Lechner ist nach dem Titel-Triple voll des Lobes: "Es macht uns natürlich stolz, dass der neue Champion Eddy Waldhier eine Entdeckung von Lechner Racing ist und er das in ihn gesteckte Vertrauen so erfolgreich umsetzen konnte." Für Waldhier selbst, der gut drei Monate nach seiner ersten Rennwagen-Erfahrung so einen bleibenden Eindruck hinterlassen ist, ist klar: "Ich werde alles daran setzen, dass ich auch über das Jahr hinaus ein Teil von Lechner Racing bleibe. Auf der Strecke konnte ich mich beweisen, jetzt geht es auf Sponsorensuche." Aus welchem Holz er geschnitzt ist, hat der "Super Racer" also nun bewiesen. Und eines ist sicher: Sein Weg ist noch längst nicht zu Ende.