Rallye Sardinien (Ergebnis): Sieg für Ogier, Kubica und Riedemann

Rallye Sardinien (Ergebnis)
Sieg für Ogier, Kubica und Riedemann

"Ein perfektes Wochenende", konstatierte VW-Werkspilot Sébastien Ogier nach dem siebten WM-Lauf. Der Franzose holte sich auf der mit zwei Tagen sehr kurzen WM-Rallye sieben von 16 Wertungsprüfungen und gewann auch die mit drei Extrapunkten dotierte Powerstage am Samstagnachmittag. Für VW war es der fünfte Sieg in dieser Saison, und die Wolfsburger ziehen in der Markenwertung vor der Sommerpause mit 46 Punkten Vorsprung auf Titelverteidiger Citroën davon.

Nullnummer von Mikko Hirvonen

Die Franzosen konnten nicht einmal Schadensbegrenzung betreiben, denn ausgerechnet der sonst so zuverlässige Mikko Hirvonen rutschte am Samstagmorgen in einen Graben, aus dem er seinen DS3 selbst mit Zuschauerhilfe nicht befreien konnte. Durch die Nullnummer des Finnen sorgte Dani Sordo mit Rang vier für das einzig zählbare Ergebnis.

Es bedankte sich Jari-Matti Latvala im zweiten VW, der zwar durch einen Reifenschaden am Freitagmorgen bereits alle Siegchancen verspielte, aber zu seiner eigenen Überraschung nach sechs Bestzeiten noch auf Rang drei ins Ziel lief. Einziger Wermutstropfen für die erfolgsverwöhnte Truppe aus Hannover war der Abflug von Geburtstagskind Andreas Mikkelsen. Teamchef Jost Capito hatte den nun 24-jährigen Norweger im Schlussspurt auf Dani Sordo angesetzt.

Ford-Pilot Neuville feiert sein bestes WM-Ergebnis

Für Furore sorgte ein anderer 24-Jähriger: Thierry Neuville fuhr den Ford Fiesta des Qatar-M-Sport-Teams auf den zweiten Rang und feierte damit nicht nur sein bestes WM-Ergebnis überhaupt, der Belgier setzte sich mit 70 Punkten in der Fahrerwertung auf Rang drei und ist damit der erste Verfolger der beiden VW-Werksfahrer. Neuville tröstet Teamchef Malcolm Wilson darüber hinweg, dass nach einem heftigen Überschlag von Evgeny Novikov und einer Rolle von Mads Östberg seine beiden vermeintlichen Topfahrer patzten. Bei Östberg nahm Copilot Jonas Andersson den Fehler auf seine Kappe. "Eine Ansage kam zu spät", sagte der Schwede zerknirscht.

Durch die zahlreichen Zwischenfälle konnten auch andere glänzen: Martin Prokop aus Tschechien feierte mit Platz fünf sein bestes WM-Ergebnis bisher und Debütant Elfyn Evans landete in seinem ersten WRC-Auftritt überhaupt im Ford von Nasser al Attiyah auf einem beachtlichen sechsten Platz.

In die Top Ten fuhr auch Robert Kubica im Citroën DS3 RRC. Mit der leicht gedrosselten Version des DS3 WRC gewann der Pole wie in Griechenland mit größter Selbstverständlichkeit auch auf Sardinien, will aber weiter nichts vom Titel in der zweiten WM-Liga wissen. "Ich bin hier, um zu lernen und an meiner Gesundheit zu arbeiten", sagte der Pole, der im Rallyesport versucht, seinen bei einem schweren Unfall 2011 schwer verletzten Arm zu kräftigen.

Sepp Wiegand mit Motorschaden vor dem Etappenziel

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte dagegen die deutsche Hoffnung Sepp Wiegand. Nachdem sein Motor am Freitagabend zunächst nur noch auf drei Zylindern lief, starb der Vierzylinder noch vor dem Etappenziel mit einem Schlag ganz ab. Das Team schickte das waidwunde Aggregat zu Tuner Oreca zur Untersuchung.

Einen Dämpfer im Titelkampf in der WRC3 hatte Christian Riedemann schon nach einem Getriebeschaden in Potugal hinnehmen müssen. Doch dieses Mal hatte der Sulinger mit Beifahrerin Lara Vanneste das Glück auf seiner Seite. In der stark besetzten Klasse der Fronttriebler fuhren zwar ständig andere die Bestzeiten, aber die hoch gehandelten Keith Cronin, Sébastien Chardonnet und Brian Bouffier setzten sich selbst mit Reifenschäden und Unfällen matt. Riedemann nahm im Citroën DS3 R3T nach einem Umbau des Setup am Freitagabend Tempo auf und profitierte am Ende vom Pech des Franzosen Stéphane Consani, dessen Auto mit einem Elektrikschaden für fünf Minuten streikte. Ein losgeschüttelter Scheibenwischermotor hatte ein Zündkabel durchgescheuert.

Vorbei ist der Titelkampf schon zur Saisonhalbzeit für Armin Kremer. Der Mecklenburger trat in der Produktionswagenwertung mit einem komplett überarbeiteten Subaru Impreza des Stohl-Teams an, konnte aber den Dauersieger Nicolas Fuchs im Mitsubishi Lancer nicht aufhalten. Der Peruaner brachte sich mit dem vierten Saisonsieg und einem zweiten Rang uneinholbar in Führung.  In der seriennahen Klasse zählen nur die besten sechs von sieben Ergebnissen. Kremer will daraufhin sein WM-Programm streichen, wird aber zumindest beim deutschen WM-Lauf noch einmal antreten.

Der WM-Tross geht nach sieben von 13 Läufen in die Sommerpause. Weiter geht es am ersten August-Wochenende in Finnland, bevor zwei Wochen später vom 22. bis zum 25. August die Deutschland-Rallye auf dem Programm steht.