Die Entscheidung ist gefallen: Beim vorletzten Rennen der Saison auf dem Dünenkurs an der Nordsee reichte dem 29-jährigen Audi-Piloten Mike Rockenfeller der zweite Platz. In der Fahrerwertung liegt er damit vor dem DTM-Finale in Hockenheim uneinholbar vor Augusto Farfus (BMW) in Führung, dem auch der Sieg in Zandvoort nichts mehr nützte.
Augusto Farfus (BMW) erwischte auf dem 4.307 Meter langen Kurs an der Nordseeküste einen Traumstart und ging in Führung. Dahinter folgte zunächst Pole-Setter Marco Wittmann (BMW) und Mike Rockenfeller (Audi). Gleich nach der ersten Kurve überholte Rockenfeller mit einem sauberen Manöver und schob sich an Wittmann vorbei auf Position zwei. Dann Zittern beim Team Phoenix, denn Mike Rockenfeller schien einen Frühstart hingelegt zu haben. Doch nach drei Runden die Entwarnung der Rennleitung: kein Frühstart! Das war der Grundstein für seinen Triumph, denn dem Pilot aus Neuwied reichte ein zweiter Platz, um vorzeitig Meister zu werden, egal ob Farfus gewinnt.
Timo Scheider das Zünglein an der Waage
Bis zur 20. Runde blieb die Reihenfolge auch nach dem Reifenwechsel konstant, Farfus vor Rockenfeller und Wittmann. Dann kam Audi-Pilot Rockenfeller zum zweiten Pflichtstopp in die Box und zog die harte Mischung auf. Die Strategie ging auf, denn Rockenfeller kam vor dem BMW von Marco Wittmann wieder auf die Strecke. Timo Scheider fuhr jedoch dann, nach seinem zweiten Boxenstopp, vor Markenkollege Mike Rockenfeller auf die Strecke. So wäre die Meisterschaftsentscheidung nicht vorzeitig gefallen. Aber der Funkspruch aus der Box ließ nicht lange auf sich warten. Timo Scheider machte auf Start-und Ziel Platz und Rockenfeller hatte kein Problem zu überholen. Damit war der Weg zu Platz zwei wieder frei – zunächst jedenfalls.
Safety Car Phase macht das Rennen noch einmal spannend
Das Rennen lief bis zur 39. Runde ohne Zwischenfälle. Doch dann schob Audi-Pilot Jamie Green seinen Kontrahenten Dirk Werner (BMW) ins Kiesbett. Das Safety-Car musste auf die Strecke, was noch einmal für Spannung sorgte. Zwei Runden vor Rennende bog das Safety-Car in die Box und das Rennen wurde wieder frei gegeben. Augusto Farfus blieb auf der ersten Position und feierte seinem dritten Saisonsieg, vor Mike Rockenfeller und Timo Scheider. Der Mann der letzten Runde war jedoch Mattias Ekström (Audi), der mit seinen weichen Reifen noch drei Gegner überholte und so auf Position vier landete. Einen rabenschwarzen Sonntag erwischten einmal mehr die Mercedes-Teams. Nur Gary Paffett landete durch Platz neun in den Top-Ten.
Rockenfeller erleichtert nach dem Gewinn der Meisterschaft
In seinem 70. DTM Rennen holte sich der 29-jährige Mike Rockenfeller vorzeitig den DTM-Titel 2013. Dementsprechend auch die Freude des neuen Champions: "Es fällt eine große Last von meinen Schultern. Ich muss sagen, ich kann es noch gar nicht glauben. Danke euch allen." Für das Team Phoenix aus der Eifel ist es, nach Martin Tomczyk 2011, die zweite Meisterschaft in drei Jahren. "Es fällt mir ein Stein vom Herzen", sagte Teamchef Ernst Moser kurz nach der Zieldurchfahrt. Damit hat das letzte Saisonrennen in drei Wochen am Hockenheimring nur noch statistischen Wert.