BMW M Hybrid V8 LMDh Prototyp: Infos & Bilder

BMW M Hybrid V8 (2023)
Neue Lackierung, neue Fahrer

BMW will 2023 in die US-amerikanische IMSA-Serie einsteigen und 2024 in der Top-Klasse des 24h-Rennens von Le Mans um Gesamtsiege kämpfen. Seinen neuen Rennwagen für die Einsätze auf der Langstrecke, der den Namen "M Hybrid V8" trägt, hatten die Münchner schon im Juni präsentiert. Der Motor soll mit dem V8-PHEV für den neuen XM und den kommenden M5 verwandt sein.

Am Donnerstag (22.9.) stellten die Motorsport-Verantwortlichen des Konzerns in Los Angeles nun endlich den fertigen Look des Prototypen vor. Im Rahmen eines feierlichen Launch-Events im Petersen Museum wurde das Tuch von dem fast 700 PS starken Prototypen gezogen. Darunter kam ein verschachteltes Design in den klassischen BMW-Farben weiß, rot und blau zum Vorschein. Auf der Motorhaube ist – rechts und links etwas verschoben – das bekannte M-Logo zu erkennen. Die schwarz beklebten Flächen sollen später aus Gewichtsgründen in unlackiertem Carbon erstrahlen.

Herta unterstützt Werkspiloten

Wie erwähnt soll der neue Renner im nächstem Jahr schon in der IMSA erste Erfolge einfahren. Man kann die US-Einsätze es als Generalprobe sehen, bevor 2024 das Comeback in Le Mans ansteht – genau 25 Jahre nach dem Sieg mit dem legendären V12 LMR. Die 24-Stunden-Klassiker ist der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, zu deren Läufen BMW den Prototypen ebenfalls an den Start schickt.

Im Rahmen der Präsentation in Los Angeles wurde auch schon der Fahrerkader für die IMSA-Einsätze im kommenden Jahr vorgestellt. Connor De Phillippi, Philipp Eng, Augusto Farfus und Nick Yelloly werden die beiden BMW M Hybrid V8 Fahrzeuge mit den Startnummern 24 und 25 in allen Saisonrennen pilotieren. Dabei bilden De Phillippi und Yelloly sowie Eng und Farfus je eine Fahrerpaarung.

Unterstützung erhalten sie bei den vier IMSA-Langstreckenrennen in Daytona, Sebring, Watkins Glen und Road Atlanta. Ein Fahrer, der bei den 24 Stunden von Daytona dabei sein wird, ist IndyCar-Pilot Colton Herta. Er durfte gemeinsam mit dem BMW M Team RLL bereits 2019 einen Sieg in Daytona bejubeln. Die weiteren "Gastfahrer" werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

BMW M V8 Hybrid - LMDh - Prototyp - Rennwagen
BMW

LMDh-Auto als BMW auszumachen

Der M Hybrid V8 basiert technisch auf dem kostengünstigen LMDh-Reglement, und ist schon auf den ersten Blick direkt als BMW auszumachen. Dafür spendieren ihm die Designer die typische Niere, die wie bei den Serienfahrzeugen groß ausfällt, beim Rennwagen jedoch flacher liegt und in die Breite gezogen wird. Seitlich der durchströmten Niere sind zwei Öffnungen in den Vorderbau gestanzt. Unterhalb macht sich ein Splitter breit, der für Anpressdruck an der Vorderachse sorgt.

Die Radhäuser werden auf der Oberseite entlüftet. Im Anschluss sind aerodynamisch geformte Spiegel zu sehen. Weitere Merkmale sind der Dachschnorchel, das vertikale "Segel" auf der Motorhaube und der Hofmeister-Knick. Scheinwerfer und Rückleuchten gehören zu den typischen BMW-Designelementen. An den beiden äußeren Kanten der Heckschürze sind BMW-Logos angebracht.

Unter der Haube werkelt ein V8-Triebwerk mit zwei Turboladern und einen Hubraum von vier Litern. Es handelt sich dabei allerdings nicht um den Motor aus dem alten BMW M8 GTE, mit dem der Hersteller bis einschließlich 2019 in Le Mans fuhr, sondern um das alte DTM-Triebwerk (P66), das BMW auf Turbo-Technik umrüstet. Das Aggregat wird wie vom Reglement vorgeschrieben mit einem einheitliches Hybridsystem kombiniert.

BMW M Hybrid V8 - Neue Lackierung - 2022
BMW

Chassis kommt von Dallara

Mit der Entscheidung zur Motorenformel befindet sich der M Hybrid V8 in bester Gesellschaft. Andere Hersteller wie etwa Porsche setzen ebenfalls auf viel Hubraum, viele Zylinder und Biturboaufladung. Hintergrund: So sollte man alle denkbaren Leistungen abdecken können, die über die Konvergenz und Balance of Performance in der neuen Topklasse eingespielt werden könnten.

Sowohl in der IMSA als auch in der Sportwagen-WM (WEC) mischen sich in der Topklasse Hypercars und LMDh-Autos, die von der Performance unter einen Hut gebracht werden müssen. Bei den LMDh-Autos handelt es sich um ein Prototypen-Konzept nach amerikanischem Vorbild, das Herstellern ermöglicht, ein LMP2-Chassis mit einem eigenen Motor und einem eigenen Design zu verbinden.

Das Chassis wird vom Spezialisten Dallara entwickelt und aufgebaut. Exklusiv für BMW stellen die Italiener ein eigenes Ingenieurs-Team zusammen. Die Systemleistung beider Klassen soll bei 500 kW, also 680 PS, liegen.

BMW M V8 Hybrid - LMDh - Prototyp - Rennwagen
BMW

Ambitioniertes Testprogramm

Den Rollout des M Hybrid V8 hatte BMW bereits am 25. Juli vollzogen. Im italienischen Varano de Melegari drehte der Prototyp seine ersten Runden. Die Werksfahren Connor De Phillippi (USA) und Sheldon van der Linde (Südafrika) wechselten sich anschließend bei weiteren Testfahrten ab, zuletzt auf dem Sebring International Raceway. Als erstes Rennen wurden die 24 Stunden von Daytona 2023 angepeilt, die zur IMSA gehören.

Nach dem Ausstieg aus der DTM und dem werksseitigen Ende des Formel-E-Engagements hat BMW damit wieder ein echtes großes Werks-Programm in seinem Portfolio. Das BMW Team RLL, mit dem BMW M Motorsport seit 2009 in Nordamerika zusammenarbeitet, setzt ab 2023 die beiden LMDh-Prototypen ein. Als Einsatzteam für Le Mans wurde nach dem Rückzug Audis die belgische Erfolgsmannschaft von WRT verpflichtet.