Mercedes bekennt sich langfristig zur Formel 1. Der Stuttgarter Konzern wird mit seiner High Performance Motorenschmiede in Brixworth bis mindestens 2030 der Königsklasse erhalten bleiben. Nach McLaren hat jetzt auch Williams seine Vertragsverlängerung mit Mercedes als Motorenpartner bekannt gegeben.
Der Deal reicht bis 2030, also weit in die neue Antriebs-Ära hinein, die 2026 mit einem neuen Technischen Reglement beginnt. Dann muss der Verbrenner mit 100-prozentig CO₂-neutralem Kraftstoff betrieben werden. Der Elektroanteil an der Gesamtleistung steigt auf fast 50 Prozent und soll 350 Kilowatt betragen. Das ist fast die dreifache Menge von heute.

Williams fährt seit der Saison 2014 mit Mercedes-Motoren. Die beiden Partner verlängern ihre Partnerschaft bis mindestens 2030.
Konstanz für Williams-Renovierung
Williams fährt seit 2014 mit Mercedes-Motoren. Teamchef James Vowles sieht darin einen wichtigen Baustein, seine Renovierungsarbeiten bei dem Traditionsrennstall aus Grove fortzusetzen. Der soll Williams in spätestens vier Jahren wieder an die Spitze des Sports zurückkehren lassen. "Das Know-how, die Unterstützung und die Technologie, die Mercedes-Benz mitbringt, passen perfekt zu den mittel- und langfristigen Zielen unseres Teams."
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff äußerte sich positiv zu dem zweiten Abschluss mit einem Kundenteam innerhalb von sechs Wochen. "Die heutige Bekanntgabe unterstreicht die Stärke des Angebots von Mercedes-Benz in der Formel 1 und bestätigt nicht nur unsere Gesamtstrategie im Motorsport, sondern stärkt diese auch."
Audi, Renault und Honda isoliert
Mercedes ist damit für die neue Antriebsgeneration ab 2026 technisch und finanziell gut aufgestellt. Die Kunden werden gemäß Reglement jeweils 18 Millionen Euro pro Jahr an den Motorenpartner zahlen müssen. Mercedes hat mit McLaren und Williams außerdem zwei Testlabore, die neben den Werksteams Daten und Erfahrungen einsammeln.
Ferrari wird ab 2026 mit reduzierter Kraft antreten. Maranello bleibt dann nur noch Haas als Kunde. Sauber wird das neue Audi-Werksteam. Die Liaison Red Bull Powertrains und Ford beliefert mit Red Bull und Alpha Tauri ebenfalls zwei Teams. Alpine/Renault und Honda mit Aston Martin stehen isoliert da.

Audi übernimmt ab 2026 das Sauber-Team und will die etablierten F1-Hersteller herausfordern.
Alle zehn Teams sind versorgt
Die Entscheidung von Williams für Mercedes ist auch ein klares Signal nach außen. Die Formel 1 verschließt ihre Tore gegenüber neuen Interessenten. General Motors will mit seiner Marke Cadillac ab 2028 zwar eigene Motoren bauen, wird sich aber in das Abenteuer Formel 1 nur stürzen, wenn Andretti Autosport bis dahin den Zuschlag auf den elften Platz im Feld bekommt. Das erscheint angesichts der Verzögerungstaktik der Formel 1 im Moment sehr fraglich.
Ansonsten gibt es in der Königsklasse keine Landeplätze mehr, die ein neuer Hersteller ansteuern könnte. Alle zehn Teams sind langfristig versorgt. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass bei Toyota ein Formel-1-Engagement geprüft wird. Auch Hyundai hatte vor zwei Jahren Gespräche mit Formel-1-Chef Stefano Domenicali geführt. Jetzt gilt für beide, dass sie mit einem eigenen Werksteam antreten müssten, wenn sie eines Tages in der obersten Spielklasse mitfahren wollen.