Formel 1 legt Rekordzahlten für die Saison 2024 vor

Formel 1 wächst weiter
Ein Jahr der Rekorde

Die Saison 2024 war für die Formel 1 ein Rekordjahr. Noch nie gab es 24 Rennen. Noch nie wurde eine Distanz von 1.444 Runden zurückgelegt. Noch nie hatte die Königsklasse so viele Fans. Nur Deutschland nimmt kaum daran teil. In der Autonation ist die Formel 1 durch konsequente Ausgrenzung in den Leitmedien zu einer Randsportart mutiert. Trotz Mercedes, trotz Audi, trotz Nico Hülkenberg.

Das Geschäftsjahr von Liberty hält zwar erst Zahlen für drei Quartale bereit, doch schon jetzt lässt sich absehen, dass das Umsatz-Hoch aus dem Vorjahr von 3,222 Milliarden Dollar übertroffen wird. Nach neun Monaten hat die Formel-1-Gruppe des amerikanischen Medienkonzerns 2,369 Milliarden Dollar eingenommen. Im letzten Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 1,542 Milliarden. Das letzte Quartal ist der Erfahrung nach traditionell das umsatzstärkste im Jahr.

Ferrari-Fans - Formel 1 - GP Miami 2024
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17 Rennen ausverkauft

Die guten Geschäftszahlen sind ein Spiegel des Interesses, das die Formel 1 weltweit immer noch generiert. Insgesamt 6,5 Millionen Menschen haben einen Grand Prix vor Ort erlebt. 17 Prozent aller Rennen waren ausverkauft. In Silverstone, Melbourne, Austin und Mexiko kamen an drei Tagen jeweils über 400.000 Besucher. Elf weitere Grand Prix sprengten die 300.000er-Grenze.

Bei den TV-Rechten verliert Liberty etwas an Boden. Das hängt auch damit zusammen, dass man vermehrt mit Bezahlsendern abschließt und auch darauf achtet, die Abonnenten des eigenen Angebots bei Formel-1-TV zu erhöhen. Der Zuwachs auf der einen Seite kompensiert noch nicht den Verlust auf der anderen.

Trotzdem vermeldet die Formel 1 neue Bestwerte. 3,1 Millionen Menschen haben bei US-Sendern den GP Miami am Fernsehschirm verfolgt. Die höchste Zahl für einen Grand Prix in den USA. Der GP China wurde in China von 50 Prozent mehr Leuten gesehen als die 2019er-Ausgabe. Der GP Kanada 2024 hatte mehr TV-Zuschauer im eigenen Land als jeder andere kanadische Grand Prix seit 1967. Silverstone lockte 22,4 Millionen Briten vor die Glotze.

Formel 1 Sprint - GP Österreich 2024
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Mit Sprints mehr Zuschauer

Formel-1-Chef Stefano Domenicali wirbt weiter für die sechs Sprint-Events. Die Zahlen geben ihm Recht. An Sprint-Wochenenden schalten im Schnitt zehn Prozent mehr Fans den Fernseher ein. Der Miami-Sprint zog fast eine Million Zuschauer vor den TV-Schirm. Auch an der Rennstrecke wirkt sich das Sprint-Format aus. Am Freitag kamen im Durchschnitt 30 Prozent mehr Zuschauer. Laut Umfragen wünschen sich 75 Prozent aller Fans, dass das Sprint-Format im Kalender bleibt.

Die Rechteinhaber zählen auf eine Fangemeinde von rund 750 Millionen Menschen. 42 Prozent davon sind demnach unter 35 Jahren alt. 41 Prozent davon Frauen. 2018 lag der Anteil weiblicher Fans noch bei 37 Prozent. Der größte Zuwachs an neuen Anhängern wurde in den USA beobachtet. In Europa sind es England und angeblich auch Deutschland.

Der Zuwachs an jungem Publikum zeigt sich auch an den Social-Media-Daten. Bei Youtube wird die Formel 1 um 16 Prozent mehr geklickt, bei TikTok 23 Prozent, Instagram 25 Prozent, Facebook sieben Prozent und X neun Prozent. Die Formel-1-App hat 52 Prozent mehr Abonnenten als im Vorjahr und die Sieben-Millionen-Marke überschritten.

Verstappen - Sky-F1 TV - GP Österreich 2023
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Sieben neue Verträge mit GP-Veranstaltern

Auch die Partner zahlen in die Formel-1-Rechnung mit ein. Das neueste Mitglied im Club der zehn globalen Partner ist das Luxus-Kombinat der LVMH-Gruppe, das für die nächsten zehn Jahre unterschrieben hat. Lenovo erwarb ab 2025 ein Upgrade zum globalen Partner. DHL und American Express haben ihre Verträge verlängert oder im Umfang vergrößert.

Mit sieben Grand Prix konnte die Formel 1 neue Verträge abschließen. Shanghai bleibt bis 2030 an Bord, Monza und Monte Carlo bis 2031, Silverstone bis 2034, Suzuka bis 2029, Zandvoort bis 2026. Madrid will 2026 seinen ersten Grand Prix veranstalten. Das Abkommen gilt bis 2035.

Bei der Anzahl der Grand Prix ist nicht mehr viel Luft nach oben. 25 gilt als absolutes und unumstößliches Maximum. Dafür wird man bald schon die Anzahl der Sprints erhöhen. Auch bei den TV-Rechten liegt nicht mehr viel drin. Die Fernsehanstalten ächzen weltweit unter dem Kostendruck. Die Formel 1 wird deshalb versuchen, seinen eigenen Kanal auszubauen.

Mit zehn globalen, sieben offiziellen, vier regionalen Partnern und vier Ausrüstern ist das Portfolio ebenfalls schon ziemlich voll.

Luft nach oben ist noch beim Paddock Club. Las Vegas setzt da mit 30.000 Gästen über das ganze Wochenende zu Preisen von 5.000 bis zu 100.000 Dollar neue Maßstäbe. Liberty will an anderen Orten nicht nur bei der Menge zulegen. Die einzelnen Angebote werden immer exklusiver und damit auch immer teurer.