Mercedes renoviert F1-Werkstatt in Brackley

Mercedes-Renovierung in Brackley
Neue Werkstatt für F1-Team

Die Rennfabrik in Brackley kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Alles begann im Jahr 1997, als das neugegründete Grand-Prix-Team von British American Racing (BAR) die Formel-1-Lizenz von Tyrrell übernahm. Anstatt die alte Tyrrell-Fabrik in Ockham südlich von London zu übernehmen, entschieden sich die Verantwortlichen damals ihr Geschäft vom Hauptsitz des Chassis-Herstellers Reynard in Brackley zu betreiben.

Reynard hatte sich vor allem wegen der Nähe zur Grand-Prix-Strecke von Silverstone in dem 13.000-Einwohner-Nest in Northamptonshire niedergelassen. Das in den 70er Jahren gegründete Unternehmen, das sich mit dem Bau von Rennwagen für die Formel 3, die Formel 3000 und die Champ-Car-Serie einen Namen in der Motorsportszene gemacht hatte, wurde von BAR mit der Konstruktion seiner ersten Grand-Prix-Renner beauftragt.

Mercedes F1-Hauptsitz Brackley
Mercedes

Mercedes braucht mehr Platz

Im Jahr 2001 musste Reynard allerdings Insolvenz anmelden, was zur Übernahme und zum Ausbau des Werks durch BAR führte. Nach dem weltweiten Werbeverbot für Tabak-Produkte kaufte dann der alte BAR-Motorenlieferant Honda 2006 die komplette Anlage für sein Comeback als Werksteam in der Königsklasse. Doch wegen anhaltender Erfolglosigkeit mussten auch die Japaner schon nach drei Jahren wieder Sayonara sagen. Das Erbe des Rennstalls wurde Anfang 2009 schließlich zum Freundschaftspreis an Teamchef Ross Brawn verhökert.

Der Rest der Geschichte dürfte den meisten Formel-1-Fans bekannt sein. Brawn verheiratete das von Honda entwickelte Chassis kurzerhand mit einem Mercedes-Motor und feierte mit Jenson Button am Steuer direkt den WM-Titel. Der unerwartete Erfolg veranlasste Mercedes schließlich dazu, den Rennstall als Basis für die F1-Rückkehr des Silberpfeil-Werksteams zu übernehmen.

Seit der Stuttgarter Autobauer in Brackley das Zepter schwingt ist die Anzahl der Gebäude im Vergleich zur ersten BAR-F1-Saison 1999 um das Sechsfache angewachsen. Auf 60.000 Quadratmetern entstand eine hochmoderne Fabrik, in dem die Technik der Formel-1-Renner entwickelt, die Teile produziert und die Autos zusammengebaut werden. Auch der Windkanal und der Simulator sind am Hauptsitz des Werkteams untergebracht. Insgesamt arbeiten 950 Angestellte am Standort Brackley.

Mercedes Fabrik Brackley - Race Bay - Werkstatt
Mercedes

Alte BAR-Race-Bays verschwinden

Trotz sieben WM-Titeln in Folge ruht sich Mercedes nicht auf den Erfolgen aus. Vor dem Start der Saison 2021 haben sich die Verantwortlichen nun entschieden, die Montagehalle der Autos komplett zu renovieren. Die sogenannten "Race Bays" waren vom Layout her seit den alten BAR-Tagen praktisch unverändert geblieben. Wie erste Entwürfe des Umbaus zeigen, bekommen die Mechaniker in den heiligen Hallen künftig deutlich mehr Platz bei ihrer Arbeit.

Den Schränken, in denen das Werkzeug zur Wartung und zum Zusammenbau der Rennautos untergebracht ist, verpassen die Innenarchitekten einen modernen Look, der eher an die Kommandozentrale eines Raumschiffs erinnert. Alle Oberflächen sind glänzend in Schwarz und Weiß lackiert, was den sterilen Eindruck der futuristischen Formensprache noch verstärkt.

In der Galerie zeigen wir Ihnen die ersten digitalen Bilder vom geplanten Umbau der Rennwerkstatt in Brackley, die pünktlich zum Start der neuen Saison eingeweiht werden soll.