Lewis Hamilton: Infos und Fotos vom Ferrari-Test in Fiorano

Erster Ferrari-Test von Lewis Hamilton
„Eines der besten Gefühle meines Lebens“

Das Ferrari-Abenteuer von Lewis Hamilton hat begonnen. Nachdem der Neuzugang zwei Tage durch die heiligen Hallen von Maranello geführt wurde und zahlreiche Meetings mit seinen neuen Ingenieuren und der Teamleitung hinter sich gebracht hat, konnte am Mittwoch (22.1.) endlich der praktische Teil seiner Einarbeitungsphase beginnen.

Schon am Dienstagabend gingen in der Boxenanlage der hauseigenen Rennstrecke in Fiorano die Lichter nicht aus. Alles wurde für den ersten Einsatz des Superstars vorbereitet. Dabei wurde natürlich auch erstmals die Startnummer 44 auf das rote Rennauto aufgeklebt. Den Regeln entsprechend durfte Hamilton nicht direkt mit einem aktuellen Formel-1-Modell durchstarten. Für die Premiere stand der SF-23 aus der vorletzten Saison parat.

In der Früh kündigte das Warmlaufen des V6-Turbo-Motors die bevorstehende Jungfernfahrt an. Unter dem Applaus der Fans hinter den Zäunen und im Beisein seiner eigenen Familie rollte Hamilton um 9.16 Uhr schließlich auf die knapp drei Kilometer lange "Pista di Fiorano", auf der schon so viele legendäre Ferrari-Piloten unterwegs waren. Bei nur 4°C und leichtem Nebel schickten die Ingenieure das Auto für die ersten Installationsrunden zur Sicherheit mit Regenreifen raus.

Lewis Hamilton - Fiorano - Porträt - Ferrari-Overall - 2025
Ferrari

Vorbereitung auf erste Testfahrt für Ferrari

Der Nebel wurde später auch noch durch leichten Nieselregen ersetzt. Schnelle Rundenzeiten waren bei den winterlichen Bedingungen natürlich nicht drin. Nach dem Debrief mit den Ingenieuren nutzt Hamilton die Gelegenheit, um sich mit einem Straßenauto zu den Zaungästen kutschieren zu lassen. Der Brite ließ es sich nehmen, die Tifosi persönlich zu begrüßen. Am Ende kamen nur 30 Runden bei der ersten Probefahrt zusammen, was rund 89 Kilometern entspricht. Auch Charles Leclerc, der das Auto am Nachmittag übernahm, kam nur auf 14 Umläufe.

Hamilton äußerte sich trotzdem zufrieden. Die erste Ausfahrt hatte den Rekordsieger sichtlich bewegt: "Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich schon viele Dinge in meiner Karriere zum ersten Mal erlebt habe – mein erstes Rennen, mein erstes Podium, Siege und Meisterschaften. Deshalb war ich nicht sicher, wie viele erste Male noch mit Ferrari kommen würden. Aber die erste Fahrt mit einem Auto von Ferrari war eines der besten Gefühle meines Lebens."

Nach eigener Aussage genoss Hamilton den historischen Moment in vollen Zügen: "Als das Auto angelassen wurde und ich die Garage verlassen haben, hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht. Es hat mich an meinen allerersten Formel-1-Test überhaupt erinnert. Das war damals so ein aufregender und besonderer Moment. Und jetzt, fast 20 Jahre später, kann ich diese Emotionen noch einmal spüren."

Lewis Hamilton - Fiorano - Erster Test für Ferrari - 22. Januar 2025
Ferrari

Viel Arbeit für Hamilton

Der Superstar freut sich schon auf das nächste Kapitel in seiner Karriere: "Ich wusste schon vom externen Blick, wie leidenschaftlich die Ferrari-Familie ist. Aber es jetzt, als Ferrari-Fahrer, selbst zu erleben, war einfach nur beeindruckend. Die Leidenschaft liegt ihnen Blut und man kann gar nicht anders, als dadurch selbst Energie zu tanken. Ich bedanke mich für die Liebe, die mir hier diese Woche in Maranello alle entgegengebracht haben. Wir haben viel Arbeit vor uns. Ich kann es kaum erwarten, loszulegen."

Um die Performance des Fahrers und des Autos ging es bei der ersten Ausfahrt in Fiorano noch nicht. Die Regeln schreiben zudem vor, dass bei den privaten TPC-Tests nur spezielle Pirelli-Reifen zum Einsatz kommen dürfen, die nicht den Grip der echten Renngummis liefern. Der Termin diente lediglich zum Eingrooven. Nach der langen Winterpause nutzten beide Scuderia-Piloten die Gelegenheit, sich den Rost aus den Knochen zu fahren.

Seine Körpermaße hatte Hamilton schon vor Wochen nach Maranello geschickt. So war der neue Overall bereits am Dienstag zur Anprobe bereit. Am Abend hatte der siebenfache Weltmeister direkt das erste Foto im roten Rennanzug über seinen Instagram-Account verbreitet. Da wurde vielen Formel-1-Fans erst so richtig bewusst, dass der Ferrari-Wechsel nun wirklich Realität ist.

Lewis Hamilton - Helm - Ferrari - 2025
Ferrari

Hamilton muss sich eingrooven

Vor dem ersten Test konnten die Fans auch schon einen ersten Blick auf den neuen Helm von Lewis Hamilton werfen. Ferrari veröffentlichte das Foto vom Kopfschutz über die hauseigenen Social-Media-Kanäle. Das Design erinnert an Hamiltons erste Tage in der Königsklasse. Das traditionelle Senna-Gelb, das gut mit dem Gelb aus dem Ferrari-Logo harmoniert, rückt dabei wieder mehr in den Vordergrund. Die Startnummer 44 ist auf der Oberseite in Rot lackiert.

Die ersten Testfahrten mit dem zwei Jahre alten Rennauto dienten auch dazu, die neuen Abläufe kennenzulernen. Jedes Team verwendet für die unterschiedlichen Prozeduren andere Begriffe. Auch die neue Technik seines Dienstwagens muss Hamilton verinnerlichen. Die Belegung der Knöpfe am Lenkrad, das Gefühl beim Bremsen oder die Fahrbarkeit des Motors – alles ist von Auto zu Auto etwas anders.

Auch die Kommunikation mit seinem Renningenieur wird bei den Testfahrten durchgespielt. Nach der jahrelangen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Peter Bonnington bei Mercedes bekommt Hamilton nun bei Ferrari Riccardo Adami zur Seite gestellt. Der Italiener hatte als Renningenieur schon Sebastian Vettel durch seine Ferrari-Zeit begleitet. Das neue Tandem muss sich natürlich erst einmal einspielen. Wir sind gespannt, ob der Begriff "Hammer-Time" auch nach dem Wechsel noch Verwendung findet.