Die Formel 1 ist in Brasilien gelandet. Zum Abschluss des Triple-Headers steht noch einmal ein Sprint-Wochenende auf dem Programm. Das heißt: Alle 20 Piloten hatten am Freitag (1.11.) nur ein einziges Training zu Verfügung, um ihre Autos auf den anspruchsvollen Kurs in Interlagos einzustellen. Der neue Asphalt auf dem Traditions-Kurs verkomplizierte die ganze Angelegenheit zusätzlich.
Schon auf den ersten Runden meldeten die Fahrer an ihre Kommandostände, dass der frisch verlegte Belag deutlich welliger ist als zuvor angenommen. Es waren somit Korrekturen beim Thema Bodenfreiheit notwendig. Dass nicht alle mit den Bedingungen zurechtkamen, zeigt schon ein flüchtiger Blick auf die Tabelle. Die Reihenfolge in den Top Ten präsentierte sich bunt zusammengewürfelt.

Ollie Bearman musste für den nicht einsatzbereiten Kevin Magnussen einspringen.
Drei Briten ganz vorne
Am Ende der Session, als fast alle Piloten mit Soft-Reifen einen Qualifying-Run simulierten, trennte sich die Spreu vom Weizen. Mit ablaufender Uhr konnte Lando Norris in seinem zweiten Anlauf die Bestzeit setzen. Die Uhr blieb bei 1:10,610 Minuten stehen. Damit war der Brite 0,181 Sekunden schneller als George Russell im Mercedes.
Auf Rang drei ging es dann los mit den Überraschungen. Mit Ollie Bearman setzte sich noch ein weiterer Engländer im oberen Teil des Klassements fest, und das nur mit 0,195 Sekunden Rückstand. Der Haas-Ersatzmann musste kurzfristig einspringen, weil Stammfahrer Kevin Magnussen mit einer Magenverstimmung nicht ausfiel. Noch ist nicht klar, ob am Samstag noch einmal zurückgewechselt wird.
Hinter dem zweiten McLaren von Oscar Piastri reihte sich mit Alexander Albon auf Rang fünf noch ein weiterer Pilot ein, den man so weit vorne nicht erwartet hatte. Die beiden Ferrari fanden sich in der Tabelle nur auf den Plätzen sechs und sieben wieder, wobei Charles Leclerc im schnelleren der beiden Scuderia-Renner bereits mehr als vier Zehntel Rückstand aufwies. Das ist auf der relativ kurzen Strecke von Interlagos schon eine Menge.

Red Bull zeigte in der ersten Session noch nicht besonders viel.
Red Bull in unterer Tabellenhälfte
Das Ende der Top-Ten bildeten Nico Hülkenberg, Fernando Alonso und Pierre Gasly. Um die beiden Red Bull im Klassement zu finden, musste man noch deutlich weiter nach unten scrollen. Max Verstappen brach seinen Anlauf mit Soft-Reifen ab, um den Satz zu schonen, und landete nur auf P15. Die ersten beiden Sektoren des Weltmeisters deuteten nicht auf eine absolute Bestzeit hin. Sergio Perez zog die Quali-Simulation durch, kam aber nur auf Rang 19.
Lewis Hamilton wurde von Mercedes gar nicht mit Soft-Reifen rausgeschickt. Der Rekordsieger verlegte sich auf das Sammeln von Reifendaten mit dem Medium-Gummi auf Longruns. Das Ergebnis war Rang 16. Zwischendurch beklagte sich Hamilton über Schmerzen im Rücken, weil das Auto immer wieder heftig auf dem Asphalt aufsetzte. Hier muss Mercedes vor dem Sprint-Qualifying offenbar noch einmal am Setup nachjustieren.