Ferrari-Protest: Perez darf Monaco-Sieg behalten

Ferrari-Protest gegen Red Bull
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Perez darf Sieg behalten

Sergio Perez - Formel 1 - GP Monaco  2022 © Red Bull 43 Bilder

Nach dem Rennen in Monaco hat Ferrari einen offiziellen Protest gegen Red Bull lanciert. Der Vorwurf: Sergio Perez und Max Verstappen sollen illegalerweise die gelbe Linie am Boxenausgang berührt und deshalb eine nachträgliche Strafe verdient haben. Doch der Protest wurde abgewiesen.

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Der Grand Prix von Monaco hatte ein Nachspiel am Grünen Tisch. Als Red-Bull-Teamchef Christian Horner gerade bei seiner Medien-Runde über die Glanzleistung von Sergio Perez sprach, erreichte ihn ein Anruf von Teammanager Jonathan Wheatley. Man konnte zwar nicht hören, um was es ging, aber der Gesichtsausdruck des Engländers sprach Bände.

"Ferrari hat gerade Protest gegen Max eingelegt", verriet Horner gegenüber den erstaunten Pressevertretern. "Es geht um die Linie am Boxenausgang. Wir hatten auf den TV-Bildern eigentlich nichts gesehen, was uns Sorgen bereitet hatte." Doch bei Ferrari hatte man offenbar etwas genauer hingeschaut.

Eine halbe Stunde nach der Ankündigung von Horner verschickte die FIA die offizielle Mitteilung. Neben Max Verstappen war auch Rennsieger Sergio Perez angeklagt. Der Vorwurf: Beide Red-Bull-Fahrer sollen nach ihrem zweiten Stopp von Intermediates auf Slicks in der 22. Runde am Boxenausgang etwas zu weit nach außen gerutscht sein.

© Red Bull

Vor dem Rennen traten sich Horner und Binotto noch freundschaftlich gegenüber.

Ferrari fordert Klarstellung

"Wir haben den Protest eingelegt, weil wir eine Klarstellung wollten", begründete Ferrari-Teamchef Mattia Binotto das Vorgehen. "Der Protest richtet sich nicht gegen Red Bull selbst. Wir verlangen nur eine Erklärung für etwas, dass für uns eigentlich klar ist. Wir glauben, dass beide Red-Bull-Autos die Linie berührt haben. So etwas wurde in der Vergangenheit immer mit einer Fünf-Sekunden-Strafe geahndet."

Am Schluss entbrannte sich ein Streit darüber, welche Rechtslage gilt. Ist es verboten, die Linie mit dem Reifen zu überqueren oder ist schon ein Touchieren strafwürdig? "In den Vorgaben des Renndirektors steht ganz klar, dass man rechts der gelben Linie bleiben muss. Und das wurde schon seit dem Rennen in Istanbul im Jahr 2020 so definiert, damit es keine Missverständnisse über die Wortwahl gibt", stellte Binotto fest.

Nach Ansicht des Italieners handelte es sich hier um einen klaren Fall. Deshalb dürfte die Verwunderung im Ferrari-Lager auch groß gewesen sein, als zwei Stunden später das Urteil ins Haus flatterte. Die FIA-Stewards ließen den Protest zwar zu. Und es wurde auch anerkannt, dass in beiden Fällen die Linie berührt wurde. Im Fall von Verstappen ragte der Reifen sogar zu einem Teil links über die Linie hinaus.

© xpb

Nach dem zweiten Stopp auf Slicks hatten beide Piloten die Linie am Boxenausgang touchiert.

FIA gibt Fehler zu

Doch am Ende wurde der Protest ohne Strafe gegen die Red-Bull-Piloten abgewiesen. Die FIA-Stewards bezogen sich bei ihrer Begründung nicht auf die offiziellen Vorgaben der Rennleitung, die bei jedem Grand Prix angepasst werden, sondern auf Artikel 5, Anhang L des International Sporting Codes. Dort steht geschrieben, dass das Auto die gelben Linie nicht "überqueren" darf.

Im Urteil wurde angeführt, dass die Vorgaben der Rennleitung in Einklang mit den Sportgesetzen stehen müssen, was hier offenbar nicht der Fall war. Die Stewards sahen in dieser Streitfrage aber den International Sporting Code als maßgeblich für die Entscheidung an.

Die FIA gab bei der ganzen Angelegenheit aber kein gutes Bild ab. Neben den sich widersprechenden Vorgaben in den verschiedenen Gesetzestexten muss sich der Weltverband auch fragen lassen, warum man das angebliche Vergehen im Rennen zwar vermerkt, aber die Angelegenheit nicht weiter verfolgt hatte.

Am Ende sieht es so aus, als wollten die Verantwortlich mit aller Macht verhindern, dass das Ergebnis des Rennens nachträglich noch geändert wird, was wohl zu noch mehr Kritik geführt hätte. Die Protestgebühr bekommt Ferrari übrigens nicht zurückerstattet.

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