Upgrades auf neuen Rennstrecken haben ihre Tücken. Die Ingenieure haben genug damit zu tun, ihre Autos für den unbekannten Kurs zu adaptieren. Wer dazu noch sein Auto massiv umbaut, kann leicht in einen Irrgarten geraten. So sind die meisten Änderungen an den Autos streckenspezifisch. Ferrari und Haas reagierten mit den Heckflügeln, Williams und Alfa-Sauber mit der Kühlung.
Das Miami Autodrome ist mit Ausnahme der Sektion zwischen den Kurven 11 und 16 eine schnelle Strecke. Deshalb werden die Heckflügel auf weniger Abtrieb getrimmt. Oder Flügel ausgepackt, die speziell für diesen Typ Strecke gebaut wurden. Red Bull hatte schon einen, Ferrari noch nicht. Deshalb besserte nur Ferrari nach. Red Bull, Alpha Tauri und Aston Martin hatten keinerlei neue Teile im Gepäck.
Mercedes umso mehr. Die Silberpfeile fahren vorne und hinten mit neuen Flügeln. Und das hat nicht nur mit der Streckencharakteristik zu tun. Eine der Schwächen des Mercedes W13 ist sein hoher Luftwiderstand. Das liegt zum Teil daran, dass das Auto wegen des Bouncings hinten mit mehr Bodenfreiheit gefahren werden muss als geplant. Aber auch an einem zu massiven Heckflügel-Hauptblatt und zu steil angestellten Unterflügeln. Und selbst der Frontflügel wurde auf mehr Effizienz getrimmt.
Keine dieser Änderungen wird das Bouncing verringern. "Dafür werden wird ein paar Experimente am Boden durchführen. In Barcelona haben wir dann größere Modifikationen am Unterboden, die dann hoffentlich auch schon Lösungen sind", erzählen die Ingenieure. Miami ist gewissermaßen die Ruhe vor dem Sturm. Beim nächsten Rennen in Barcelona werden fast alle Teams größere Upgrades bringen. Aston Martin sogar ein halb neues Auto.
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Hier ist unser Überblick über die Upgrades von Miami:
Mercedes
- Frontflügel: Neue Endplatten für bessere Effizienz
- Heckflügel: Kleineres Hauptblatt, um den Luftwiderstand zu reduzieren.
- Unterflügel (beam wing): Kleinere Flügelblätter, um den Luftwiderstand zu reduzieren.
Ferrari
- Neuer Heckflügel: Maßgeschneidert für die Strecke von Miami. Der Flap ist kleiner, um den Luftwiderstand zu verringern.
McLaren
- Neue Verkleidung der Querlenker der Vorderradaufhängung: Die Radseile und Bremsleitungen im vorderen unteren Querlenker sind besser verpackt und vor Schäden geschützt.
- Halterung für Bodenplatte: McLaren setzt zum ersten Mal ein Haltekabel zwischen Getriebegehäuse und der Bodenplatte ein, um das Bouncing besser zu kontrollieren.
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Alpine
- Neue hintere Bremsbelüftungen: Eine zusätzliche Finne mit eigener Endplatte und einem größeren Anstellwinkel soll zusätzlichen Abtrieb im Heck bringen.
Williams
- Neue Kiemen: Mehr Auslasskanäle, um die Kühlung für das erwartete Hitzerennen zu verbessern.
Alfa-Sauber
- Neue Kiemen: Mehr Auslasskanäle, um die Kühlung für das erwartete Hitzerennen zu verbessern.
Haas
- Neuer Heckflügel-Flap: Der Flügel wurde bereits in den Rennen vorher eingesetzt. Eine Modifikation des Flaps reduziert den Luftwiderstand.