Red Bull gewinnt auch Rennen, die man nicht gewinnen dürfte. Der Kurs von Montreal war mit seinen Bodenwellen und Randsteinen für den Titelverteidiger eher ein Auswärtsspiel. Zum Glück hat man Max Verstappen im Auto und Strategen an der Boxenmauer, die mit jeder ihrer Entscheidungen richtig lagen. Der Schlüssel zum Sieg waren Setup-Änderungen beim ersten Boxenstopp. Danach war Verstappen auch bei abtrocknender Strecke schnell.
McLaren hatte nur phasenweise das beste Auto. Zum Beispiel mit gebrauchten Intermediates auf abtrocknender Strecke. Trotzdem ist der MCL38 das beste Gesamtpaket. Seit dem GP Miami war McLaren bei jedem Grand Prix siegfähig. Ferrari dagegen packte alle Fehler und Pannen in ein Wochenende. Zu niedriger Reifendruck in der Qualifikation läutete mit den Startplätzen elf und zwölf die Nullrunde ein.
Dafür ist Mercedes aus der Versenkung aufgetaucht. In Montreal wurde das Miami-Upgrade komplettiert. Kernstück sind der neue Frontflügel und der darauf abgestimmte Unterboden. Die Pole-Position und 20 Führungsrunden von George Russell sind der Beweis für den Aufwärtstrend. Der muss jetzt in Barcelona bestätigt werden.
Aston Martin hat sich nach drei schwachen Rennen stabilisiert und sich wieder deutlich von Toro Rosso abgesetzt. Dahinter sammelt Alpine regelmäßig kleine Punkte, obwohl das Auto langsamer als ein Williams oder Haas ist. Aber man hat gute Fahrer, macht am Kommandostand alles richtig und setzt beschränktes Potenzial optimal um.
