Der Circuit of the Americas war bisher nicht das bevorzugte Jagdrevier für Ferrari. Eine rotes Auto stand hier noch nie auf der Pole Position. Doch das wird sich bei der zehnten Ausgabe des Texas-Grand-Prix ändern. Carlos Sainz kam am Samstag (22.10.) am besten mit den schwierigen Bedingungen zurecht und drehte im entscheidenden Moment des Q3-Finales die schnellste Runde.
Bei kühlen Asphalttemperaturen und böigen Winden fand der Spanier von Beginn an einen guten Rhythmus. Am Ende konnte er Teamkollege Charles Leclerc 65 Tausendstel hinter sich lassen. Der Monegasse wäre aber sowieso nicht für die Pole Position in Frage gekommen. Eine Motorenstrafe wirft ihn am Sonntag zehn Startplätze zurück.
Somit kam die größte Gefahr für Sainz von Max Verstappen. Der frischgebackene Doppelweltmeister hatte jedoch Probleme, die Reifentemperaturen in das richtige Fenster zu bekommen. Auch eine ungewöhnliche Strategie mit zwei Aufwärmrunden beim letzten Q3-Versuch brachte ihn nicht auf die Pole Position. Am Ende fehlte ein knappes Zehntel.
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Mateschitz-Tod überschattet Austin-Quali
Das Qualifying wurde überschattet von der Nachricht des Todes von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz. Gerne hätte das Energy-Drink-Team dem Patriarchen eine Pole Position geschenkt. Nun soll das Ruder am Sonntag herumgerissen werden. "Wir sind normalerweise im Rennen immer besser als im Qualifying", macht sich Verstappen Mut.
Sainz erwartet eine starke Gegenwehr: "Wir kennen die gute Rennpace von Max und Red Bull. Für mich sind sie der Favorit. Aber ich werde natürlich alles versuchen, die Position zu halten. Dabei müssen wir vor allem ein Auge auf den Reifenverschleiß halten." Ein Vorteil könnte sein, dass Verstappen von der dreckigen Spur starten muss. Die rechte Seite bietet in Austin normalerweise immer deutlich mehr Grip beim Losfahren.
Sergio Perez fuhr die vierschnellste Zeit, wird aber genau wie Leclerc von einer Motorenstrafe zurückgeworfen. Der Mexikaner muss fünf Positionen nach hinten. Damit rücken die beiden Mercedes eine Reihe nach vorne. Lewis Hamilton gewann das interne Duell gegen George Russell zum sechsten Mal in Folge. Um die Plätze ganz vorne konnten die Silberpfeile aber nicht kämpfen. Auf die Pole fehlten knappe sechs Zehntel.
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Haas-Team weit weg von Punkten
Der erste Verfolger der sechs Top-Autos hieß überraschenderweise Lance Stroll. Der Aston-Martin-Pilot gewann das Quali-Duell gegen Teamkollege Sebastian Vettel locker und wird dank der Motorstrafen für Leclerc und Perez von Startplatz fünf losfahren. Vettel musste schon im Q2 die Segel streichen. Er beginnt das Rennen von Position 10.
Direkt hinter Stroll werden sich am Sonntag Lando Norris, Valtteri Bottas und Alex Albon auf den Plätzen sechs bis acht aufstellen. Dann kommt der zurückgestufte Perez auf Rang neun. Fernando Alonso schaffte es zwar in das Q3-Finale, muss aber von einer Motorenstrafe auf Platz 14 zurückgeworfen. Der vierte Pilot, der von einer Rückversetzung betroffen ist, heißt Guany Zhou. Der Alfa-Rookie rutscht von 14 auf 19 nach hinten.
Damit darf Mick Schumacher einen Rang nach vorne – und dazu noch auf die saubere Seite der Startaufstellung. Der Haas-Pilot war nach einem Dreher in Kurve 1 schon im Q1 rausgeflogen. Auch Teamkollege Kevin Magnussen konnte das Heimqualifying für das US-Team nicht retten. Der Däne musste ebenfalls nach dem Q1 aussteigen. Er startet am Sonntag von P15.