Max Verstappen auf Pole – diese Schlagzeile gab es tatsächlich seit der Qualifikation in Imola nicht mehr. Dafür meldete sich der Red Bull-Pilot nun sehr eindrucksvoll zurück und holte zum 40. Mal in seiner Karriere den besten Startplatz für das Rennen. Und das, nachdem er am Mittag schon das Sprintrennen für sich entscheiden konnte. Auf dem nur 4,318 Kilometer langen Red Bull-Ring ist der Abstand zu Lando Norris im McLaren von 0,404 Sekunden eine ganze Galaxie.
Der 26-Jährige verbesserte sich im zweiten Anlauf in Q3 noch einmal. Von einer perfekten Runde will Verstappen trotzdem nicht sprechen. "Es war gut. Ich bin happy damit", sagte er. "Der Abstand war ziemlich groß, aber ich habe mich auch mit der Balance wohl gefühlt und konnte in den Kurven pushen."
Red Bull macht größere Schritte
Lando Norris war nicht ganz so zufrieden mit seiner Leistung in Q3. "Es war heute etwas schwieriger als gestern", sagte er. "Red Bull hat noch einen Schritt seit gestern gemacht. Wir haben ein paar Kleinigkeiten verändert am Auto, scheinen uns aber nicht verbessert zu haben."

Lando Norris musste sich gleich zwei Mal am Samstag Max Verstappen beugen.
Die zweite Reihe teilen sich George Russell im Mercedes und Carlos Sainz im Ferrari. Russell freute sich, dass sich die Änderungen am Auto bewährt haben. Man passte den Flügel an, um die Reifenabnutzung für das Rennen zu verbessern. "Wir sind immer noch ein wenig hinter McLaren – und Max und Red Bull waren heute sehr gut unterwegs – aber es geht definitiv in die richtige Richtung für uns", sagte Russell.
Piastri wird Zeit gestrichen
Der Polesetter aus Kanada profitierte auch davon, dass Piastri die schnellste Zeit gestrichen wurde, weil der gegen die Track-Limits in Kurve 6 verstoßen hatte. Der McLaren-Pilot rutschte dadurch von Platz 3 auf 7 ab. Vierter wurde Lewis Hamilton, der sich in seinem zweiten Versuch im Mercedes W15 steigern konnte. Er muss aber noch bangen, weil es ein "Unsafe Release" in der Boxengasse gab.
Dahinter landete Charles Leclerc im Ferrari. Der Monegasse sorgte weniger mit schnellen Zeiten für Aufsehen als mit einem Rodeo-Ritt neben der Strecke zwischen den Kurven 9 und 10. Hinter dem zurückversetzten Piastri schaffte Sergio Perez die achtbeste Zeit. Wenn man bedenkt, dass er im selben Auto wie Verstappen fast eine Sekunde langsamer war, zeigte er sich nicht von seiner besten Seite.
Hülkenberg in Top-Ten
Dafür dürfte sich Nico Hülkenberg über Platz neun freuen. Mit dem Haas F1 eine respektable Leistung. Der Name Hülkenberg tauchte während der Qualifikation aber mehrmals auf dem Infobildschirm der Rennleitung auf. Es könnte ein Nachspiel für den Wahl-Monegassen geben. Die Top-Ten komplettiert Esteban Ocon im Alpine.

Nico Hülkenberg schaffte es in Q3.
Im zweiten Quali-Abschnitt nicht weiter gekommen ist Daniel Ricciardo im Toro Rosso, der nun von 11 ins Rennen geht. Kleines Trostpflaster für den Australier: Er konnte Yuki Tsunoda schlagen. Damit steht es im Teamduell immerhin 8:3. Ricciardo fährt momentan um seinen Verbleib in der Formel 1.
Alonso in Q2 raus
Kevin Magnussen im Haas konnte ebenfalls nicht mit Teamkollege Hülkenberg mithalten und verpasste den Einzug in den finalen Qualifikations-Abschnitt. Pierre Gasly im Alpine hatte gegenüber Ocon auch das Nachsehen und geht von Rang 13 ins Rennen. Es folgen Tsunoda im Toro Rosso und Fernando Alonso im Aston Martin.
In der ersten Runde mussten bereits die beiden Williams, die beiden Sauber und Lance Stroll im Aston Martin Federn lassen. Die Abstände waren allerdings extrem gering. Alex Albon fehlte auf Platz 16 nur eine halbe Sekunde auf die Bestzeit von Carlos Sainz in Q1. Überhaupt war schon die erste Runde ein einziges Hauen und Stechen, bei dem sich ein wilder Schlagabtausch um die schnellste Rundenzeit geliefert wurde.