Nach einem ungewohnten vierten Platz im ersten Training hat Max Verstappen die Verhältnisse in der zweiten Übungseinheit wieder zurechtgerückt. Der Niederländer umkurvte die 5,412 Kilometer lange Strecke rund um das Hard Rock Stadium im Rahmen einer Quali-Simulation auf weichen Reifen in 1:27.930 Minuten. Diese Pace konnte am Freitag (5.5.) niemand mitgehen.
Nur das HANS-Device machte dem Weltmeister das Leben schwer. Der Sicherheitsbügel am Helm verhakte sich immer wieder mit der Cockpitumrandung des Red Bull. Nach Diskussionen mit FIA-Spezialist Jo Bauer konnte das Problem kurzfristig gelöst werden. Zusammen mit der Sportbehörde soll über Nacht noch eine Dauerlösung gesucht werden.
Am nächsten dran an Verstappen war im zweiten Training Carlos Sainz. Dem Spanier fehlten am Ende aber bereits fast vier Zehntel. Charles Leclerc im zweiten Ferrari reihte sich eine knappe Zehntel dahinter auf Rang drei ein. In Baku hatte der Monegasse noch die Pole Position eingefahren. Das scheint in Miami etwas schwieriger zu werden.
Leclerc-Crash in Kurve 7
Kurz vor dem Ende der Session leistete sich Leclerc dann noch einen kleinen Fahrfehler, der große Auswirkungen hatte. Am Eingang der schnellen Kurve 7 brach kurz das Heck des F1-75 aus. Leclerc konnte das Auto durch einen Gegenlenker einfangen. Da hatte sein Dienstwagen aber schon Kurs auf die TecPro-Barriere am Ende der Auslaufzone genommen.
Der Ferrari schlug vorne rechts ein, wodurch die Radaufhängung abknickte und der Frontflügel abriss. Immerhin schien der neue Unterboden den Frontal-Einschlag ohne Schaden überstanden haben. Die Rennleitung ließ die Session für sechs Minuten unterbrechen, um das rote Auto gefahrlos zu bergen. Der Crash durchkreuzte bei vielen Teams die Longruns im Finale der Session.
Auf die Übungsrunden mit weichen Reifen und wenig Sprit hatte der Zwischenfall keine Auswirkungen. Hinter Leclerc setzte Perez die viertschnellste Zeit. Der WM-Zweite baute in seine besten Run einen kleinen Verbremser am Ende der Geraden ein, der ein paar Zehntel kostete. Dahinter folgten Fernando Alonso im ersten Aston Martin und Lando Norris im überraschend starken McLaren.

Mercedes unter Wert geschlagen
Für Mercedes lief die zweite Session nicht nach Plan. Im ersten Training konnten die Silberpfeile noch die ersten beiden Positionen belegen, am späten Nachmittag musste sich Lewis Hamilton mit Rang sieben zufriedengeben. George Russell brachte seine Quali-Runde gar nicht zusammen. Der Brite musste sich mit Rang 15 zufriedengeben.
Hinter Hamilton komplettierten Lance Stroll, Esteban Ocon und Alex Albon die Top Ten. Nico Hülkenberg reihte sich auf Rang 17 überraschend weit hinten ein. Ein kleiner Fehler in Kurve 17 kostete direkt ein paar Zehntel. Nach dem Crash im ersten Training konnte der Rheinländer froh sein, überhaupt an der zweiten Session teilzunehmen. Die Haas-Mechaniker mussten in der Pause die beiden Aufhängungen auf der rechten Seite wechseln.
Dass der Haas mit dem neuen Unterboden einen Schritt nach vorne gemacht hat, zeigte Kevin Magnussen mit Rang zwölf. Hülkenberg ist sich sicher, dass er ohne den Fehler auch auf diesem Niveau gelegen hätte. Im engen Mittelfeld scheint im Qualifying damit wieder alles möglich zu sein. Ein paar Zehntel besser oder schlechter werden über das Ausscheiden im Q1 oder den Einzug ins Q3 entscheiden.